XPeng möchte ADAS-Systeme und Chips außerhalb Chinas verkaufen. Volkswagen soll die Wirksamkeit bewerben.

XPeng bereitet einen ausgeweiteten Export seiner Technologie an ausländische Automobilhersteller, Zulieferer und Softwareunternehmen vor. Laut Reuters führt die chinesische Marke bereits Gespräche mit mehreren Partnern, von denen einige an der E/E-Architektur, dem Cockpit, dem Turing-Chip sowie der ADAS-Software interessiert sein sollen. Für Fahrer in Europa ist das ein Zeichen dafür, dass XPeng nicht nur eine weitere Elektroauto-Marke sein will, sondern auch ein technologischer Rückhalt für andere darstellt.
Der Firmenchef He Xiaopeng sagte bei der Präsentation des G9L am 17. September, dass Gespräche nicht nur mit Volkswagen geführt werden. Auch Unternehmen außerhalb der Automobilbranche sind beteiligt, und einige neue Partnerschaften könnten am 12. Oktober auf der Messe in Paris bekannt gegeben werden.
Volkswagen hat bereits den Weg ebnen
Der stärkste Argument von XPeng ist heute die Zusammenarbeit mit der Volkswagen Group. Sie begann im Juli 2023, als die Deutschen in das chinesische Unternehmen etwa 700 Millionen Dollar investierten. Der Umfang war breit gefächert: EV-Plattformen, Software und elektrisch-elektronische Architektur.
Das erste gemeinsame Modell, der Volkswagen ID.UNYX 08, ging im März 2026 in die Serienproduktion, also 24 Monate nach Beginn der Zusammenarbeit. Das Auto verfügt über ein XPeng-Cockpit, Systeme für intelligentes Fahren sowie einen Turing AI-Chip. Es handelt sich hier nicht mehr um eine Präsentation in PowerPoint, sondern um ein fertiges Produkt. Und genau darum geht es.
Auch in den Finanzzahlen ist das zu erkennen. Im Q2 2026 brachte der Bereich Dienstleistungen und sonstige Tätigkeiten XPeng Einnahmen in Höhe von 2,70 Mrd. RMB ein, was etwa 403,1 Mio. Dollar entspricht. Das bedeutet ein Wachstum von 93,9 Prozent im Jahresvergleich. Noch interessanter ist der Bruttogewinn: 75,1 Prozent, deutlich höher als im Automobilgeschäft. Der Verkauf von Technologien ist einfach ein lukrativeres Geschäft als der Verkauf von Autos.
Europa als Testgebiet und Roboter als zweiter Front
XPeng gibt außerdem an, dass sein VLA-System der zweiten Generation umfangreiche Straßentests in Deutschland durchlaufen hat. Es soll lokale Verkehrszeichen, Vorfahrtsregeln sowie den Fahrstil auf europäischen Straßen erkennen. Auf dem Papier klingt das sinnvoll, aber wie immer bei ADAS liegt der Haken in der Kalibrierung und in den rechtlichen Aspekten.
Das Unternehmen möchte dabei über Autos hinausgehen. Es erweitert sein Lizenzgeschäft sowie maßgeschneiderte Lösungen für Partner auf den Bereich sogenannter Physical AI – also Robotaxis, humanoider Roboter und fliegende Autos.
Hier ist das Projekt IRON am konkretesten. Es befindet sich in der Vorbereitungsphase für die Vorserienproduktion, wobei die Serienfertigung bis Ende 2026 beginnen soll. XPeng plant die ersten Einsätze in eigenen Showrooms und Industrieparks, ab 2027 sollen die Lieferungen dann auch weiter in China und im Ausland starten.
Falls XPeng in Paris neue Verträge präsentiert, werden wir nicht mehr von einer Marke sprechen, die nur Tesla oder NIO nachjagt, sondern von einem Technologieanbieter für die gesamte Branche. Wer Ihrer Meinung nach der Nächste nach Volkswagen sein könnte?
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