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VW und Škoda prüfen ein gemeinsames Unternehmen mit JSW in Indien

VW und Škoda prüfen ein gemeinsames Unternehmen mit JSW in Indien

Die Volkswagen-Gruppe prüft eine Zusammenarbeit mit dem JSW-Konzern für ihre Marken Skoda und VW, die in Indien tätig sind. Dies könnte auch der für Indien geplanten EV-Plattform zugutekommen – dort bieten sie derzeit nur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor an.

Indisches Verbrennungsmotormodell Skoda Klyq

Bild: Skoda

In einem Interview mit _T-Online_ erläuterte Škoda-Chef Klaus Zellmer ausführlich das Geschäft von Škoda sowie der Volkswagen-Gruppe in Indien, wo eine bedeutende Expansion geplant ist. Schließlich verdoppelte Škoda im Jahr 2025 seine Verkäufe in Indien und erreichte damit die höchste jährliche Wachstumsrate aller Škoda-Märkte. Gemeinsam steigerten VW und Škoda ihre Verkäufe in Indien um 36 Prozent auf 117.000 Fahrzeuge.

Škoda hofft auf Investitionen durch neuen Partner

„Um vom Wachstum in Indien zu profitieren, müssen wir weiterhin massiv investieren“, sagte Klaus Zellmer gegenüber _T Online_. „Deshalb prüfen wir verschiedene Szenarien. Eines ist die Unabhängigkeit: Wir bleiben eigenständig. Die andere Option besteht darin, sich mit einem starken lokalen Partner zusammenzutun, der finanziell zu den Investitionen beiträgt.“

Im Rahmen der Partnerschaftsoption hat das Unternehmen eine Absichtserklärung mit dem multinationalen JSW Group unterzeichnet – etwas, was Zellner als Ausdruck der Absicht beschrieb, „die grundlegenden Prinzipien einer strategischen Partnerschaft zu erforschen. Die geplante Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit durch ein erweitertes Produktportfolio, stärkere Lokalisierung sowie die Ausweitung der Produktion- und Entwicklungskapazitäten zu steigern.“ In seinem Interview fügte er hinzu: „Ich bin überzeugt, dass wir mit einem indischen Partner besser werden können: mit lokalen Wurzeln, lokalen Netzwerken und kulturellen Verbindungen, um wirklich zu verstehen, was in Indien richtig und wichtig ist.“

Die Partnerschaft könnte auch eine Schlüsselrolle in der Elektrofahrzeugstrategie von VW und Škoda für Indien spielen. Laut der indischen Zeitschrift _Autocar Professional_ könnte die potenzielle Investition von JSW Produkte finanzieren, die auf der geplanten India Main Platform (IMP) basieren. Dabei handelt es sich um eine für Indien konzipierte Elektrofahrzeugarchitektur, die von der China Main Platform abgeleitet ist und an indische Vorschriften, die lokale Lieferantenbasis sowie einen höheren Grad an Lokalisierung angepasst wurde. Im vergangenen Jahr berichtete man, dass VW/Škoda nicht so viel eigenes Geld in diese Plattform investieren konnten wie ursprünglich geplant. Derzeit bieten weder Škoda noch VW Elektrofahrzeuge auf dem indischen Markt an – nur Modelle mit Verbrennungsmotoren. Das soll sich 2028 ändern.

Indien als Alternative zu China

Zellmer betrachtet Indien als eine starke Alternative zum chinesischen Markt, von dem Škoda sich zurückgezogen hat: „Der indische Markt ist heute genauso dynamisch wie der chinesische Markt vor einigen Jahren. Wir haben zwei Werke in Indien, ein etabliertes Händlernetz sowie sehr gute Qualität. Mit etwas weniger als drei Prozent Marktanteil sind wir ein relativ kleiner Akteur, doch Škoda bleibt weiterhin die erfolgreichste europäische Marke in Indien. Das ist eine solide Grundlage, auf der man aufbauen kann.“ Zudem hatten chinesische Automobilhersteller bislang Schwierigkeiten, in Indien zu investieren – eine Gelegenheit, die Škoda nun nutzen möchte.

Laut _Handelsblatt_ ist Volkswagen offenbar sogar bereit, die Mehrheitskontrolle über das geplante Joint Venture an JSW abzugeben. Nach Angaben mehrerer indischer Medien könnte dies zu einem Joint Venture führen, bei dem JSW 51 Prozent und VW 49 Prozent hält. Gerüchte über ein solches Unternehmen tauchten bereits im August auf.

Partnerschaften in Indien hatten bisher Schwierigkeiten

Zuvor hatte die Volkswagen Group in Indien Partnerschaften mit Suzuki und Tata (Eigentümer von JLR), während spätere Verhandlungen mit Mahindra fehlschlugen. Berichten zufolge gab es auch Gespräche mit JSW im Jahr 2024, die damals zu keiner Zusammenarbeit führten.

JSW wiederum betreibt seit 2023 ein Joint Venture mit dem chinesischen SAIC Group, das sich um die MG Motor-Marke dreht, die auch in Europa aktiv ist. Zudem plant JSW, unter dem Namen JSW Motors eine eigene Elektrofahrzeugmarke zu gründen, wobei Technologie des chinesischen Herstellers Chery genutzt wird.

VolkswagenSkodaMGEVelectric vehicle

Quelle: electrive