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Technologie

Voyah Passion S durchläuft die Tunnel-Runde rückwärts

Voyah Passion S durchläuft die Tunnel-Runde rückwärts

Voyah hat sein neues eSUV mit einer spektakulären Marketingaktion in den Mittelpunkt gerückt: Der Passion S absolvierte eine vollständige 360-Grad-Runde in einem Tunnel in Wuhan und fuhr kurzzeitig kopfüber auf der Decke des Tunnels. Hinter dieser Show bietet der SUV im Coupé-Stil 800-Volt-Technologie, eine Reichweite von bis zu 740 km sowie einen wettbewerbsfähigen Preis für den chinesischen Markt.

Der fünf Meter lange batterieelektrische Passion S absolvierte in Wuhan eine vollständige 360-Grad-Runde und fuhr kurzzeitig kopfüber auf der Decke des Tunnels. Nun hat die Premium-Marke von Dongfeng diesen SUV im Coupé-Stil in China auf den Markt gebracht. Mit 800-Volt-Technologie, einer CLTC-Reichweite von bis zu 740 km sowie Preisen ab 229.900 Yuan (~29.500 Euro) richtet sich der Passion S gegen Konkurrenten wie den Xiaomi SU7.

Die Inspiration für diese ungewöhnliche Marketingaktion stammt aus dem Jahr 2010. Damals zeigte Mercedes-Benz in einer Werbung einen SLS AMG mit Michael Schumacher am Steuer, der scheinbar eine Kurve durch einen Tunnel fuhr. Es wurde jedoch nie bestätigt, ob die Manöver tatsächlich so ausgeführt wurden, wie es in der Werbung dargestellt wurde. Voyah hat nun dieses Spektakel für den deutlich größeren und schwereren Passion S nachgestellt.

Laut dem Hersteller fuhr der Passion S mit einer Geschwindigkeit von etwa 130 km/h in die steile Wand eines geschlossenen Testtunnels in Wuhan. Berichten zufolge war beim Einfahren ein Lenkwinkel von rund 16 Grad erforderlich. Voyah behauptet, es handele sich um ein Standard-Produktionsmodell und nicht um ein speziell für diesen Versuch modifiziertes Fahrzeug. Diese Aussage wurde nicht unabhängig überprüft.

Nach anfänglichen Zweifeln im Internet bezüglich des stark bearbeiteten Werbevideos veröffentlichte Voyah eine ungeschnittene Aufnahme des erfolgreichen Versuchs. Der gesamte Ablauf ist zu sehen, doch die Manöver erscheinen weniger fehlerfrei als im Werbespot. Zudem hat sich Videoaufnahmen eines früheren gescheiterten Versuchs verbreitet, bei dem ein getarnter Passion S den Kontakt zur Tunnelwand verlor und abstürzte.

Voyah Passion S: Bis zu 475 kW und zwei Akkugrößen

Ausserhalb des Marketingtricks positioniert Voyah den Passion S als großes, sportliches eSUV. Mit einer Radstandlänge von genau drei Metern, einer Länge von 5,05 Metern, einer Breite von 1,998 m und einer Höhe von 1,656 m weist das Modell ähnliche Proportionen wie der Xiaomi SU7 auf. Voyah bewirbt den Passion S als „FUV“, obwohl es sich dabei nicht um eine etablierte Fahrzeugklasse handelt.

In China sind drei Versionen erhältlich. Die beiden Allradmodelle leisten jeweils 300 kW und 390 Nm Drehmoment. Das Basismodell kombiniert dieses Antriebssystem mit einer 81,6 kWh großen LFP-Batterie und bietet eine CLTC-Reichweite von 630 km. Mit der größeren 98,1 kWh Batterie steigt die Reichweite auf bis zu 740 km. Laut Voyah beträgt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h jeweils 6,7 bzw. 6,9 Sekunden.

Das Topmodell verfügt über zwei Elektromotoren. Neben dem 300 kW starken Motor am Hinterachse gibt es einen weiteren 175 kW starken Motor vorne, wodurch eine Systemleistung von 475 kW und ein maximales Drehmoment von 765 Nm entstehen. Die Allradversion erreicht laut Hersteller in 4,5 Sekunden eine Geschwindigkeit von 100 km/h und erreicht mit ihrer 98,1 kWh großen Batterie eine CLTC-Reichweite von 700 km. Während die Allradmodelle adaptive Dämpfer haben, verfügt die Allradversion außerdem über eine einstellbare Luftfederung.

Von 20 auf 80 Prozent in 10 Minuten

Sämtliche Varianten des Passion S nutzen eine 800-Volt-Architektur mit Siliziumkarbid-Technologie. Laut Voyah unterstützen die LFP-Batterien eine Ladeleistung von bis zu 5C. Der Hersteller gibt an, dass das Aufladen auf 20 bis 80 Prozent unabhängig von der Batteriegröße in 10 Minuten erfolgt. Eine genaue maximale Gleichstrom-Ladeleistung in kW wurde bisher nicht bekannt gegeben. Zudem unterstützt der Passion S das Vehicle-to-Load-(V2L)-Konzept mit einer Leistungsausgabe von bis zu 6 kW.

Für Systeme zur Fahrerunterstützung setzt Voyah auf Technologie von Huawei. Der Qiankun ADS 5 ist in allen drei Varianten serienmäßig enthalten. Insgesamt sind vier LiDAR-Sensoren installiert, darunter ein 896-Linien-LiDAR an der Vorderseite sowie drei weitere Sensoren zur Überwachung der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs. Insgesamt verfügt das Fahrzeug über 33 Sensoren. Im Innenraum wird außerdem die HarmonySpace 5.2-Software von Huawei verwendet.

Voyah gibt an, dass das Kofferraumvolumen zwischen 584 und 1.744 Litern liegt, wozu noch ein zusätzlicher Frunk-Bereich von 80 Litern kommt. Weitere Merkmale sind türlose Türen, ein adaptiver Heckspoiler sowie Räder mit einem Durchmesser von bis zu 21 Zoll.

Die Passion S wird knapp unter dem Xiaomi SU7 auf den Markt gebracht

Die Standardlistpreise betragen 229.900 Yuan (~€29.400) für das Basismodell, 255.900 Yuan (~€32.700) für die Version mit Hinterradantrieb und größerer Batterie sowie 279.900 Yuan (~€35.800) für die Allradversion. Zum Markteintritt bietet Voyah die Modelle zu vorübergehend reduzierten Preisen an.

Dadurch liegt der Passion S etwas unter dem Preis des Xiaomi SU7, der bei 233.500 Yuan (~€29.900) beginnt. Eine direkte Vergleich mit den Preisen europäischer Fahrzeuge ist jedoch nur eingeschränkt sinnvoll, da Steuern, Zölle und andere Kosten im Zusammenhang mit einem möglichen Markteintritt in Europa nicht berücksichtigt werden.

Es bleibt unklar, ob der Passion S in Deutschland oder anderen europäischen Märkten eingeführt werden wird. Im Mai 2026 unterzeichneten Stellantis und Dongfeng einen nicht bindenden Absichtsvertrag zur Gründung eines Joint Ventures zur Vermarktung von Voyah-Modellen auf ausgewählten europäischen Märkten. Eine konkrete Einführung des Passion S in Europa wurde jedoch noch nicht angekündigt.

Trotzdem bringt Voyah mit dem Passion S ein technisch anspruchsvolles Elektro-SUV auf den chinesischen Markt, das in einem zunehmend stark besetzten Segment mit hoher Ladegeschwindigkeit, großer Batteriekapazität und fortschrittlicher Fahrerassistenztechnologie konkuriert. Die Tunnel-Manöver haben dem Modell bei seiner Markteinführung zweifellos die gewünschte Aufmerksamkeit eingebracht.

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Quelle: electrive