Volvo wird im Frühjahr 2027 eine neue stilistische Sprache präsentieren. Und es wird wieder physische Tasten einführen.

Volvo kündigte während des Strategy Update 2026 13 neue EV- und PHEV-Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 sowie eine neue Designrichtung an, die wir erstmals im Konzeptfahrzeug im Frühjahr 2027 zu sehen bekommen werden. Für Fahrer könnte etwas anderes wichtiger sein als die pure Gestaltung: Das Unternehmen bestätigte den Rückkehr der physischen Knöpfe im Innenraum.
Die Schweden möchten, dass ihre Verkaufsräume bereits gegen Ende des Jahrzehnts völlig anders aussehen. Sehr ehrgeizig. Die Frage ist nur, wie viel davon zu tatsächlichen Veränderungen führt und was wieder nur auf Slides bleibt.
13 neue Modelle und zwei verschiedene Welten
Volvos Plan sieht 13 neue Modelle bis zum Jahr 2030 vor. Davon sollen 7 Fahrzeuge für die westlichen Märkte, also Europa und die USA, sowie 6 für China entwickelt werden. Das Unternehmen spricht außerdem offen über zwei getrennte Technologiepakete.
In Europa und den USA setzt Volvo auf die Plattformen SPA2 und SPA3 sowie auf die computergestützte Architektur HuginCore. In China wird stärker auf Lösungen von Geely und das lokale Technologieangebot zurückgegriffen. Das ist ein ziemlich klares Zeichen dafür, dass das globale Volvo der Vergangenheit angehört – zumindest was die Technik betrifft.
Auch die Antriebe sollen gemischt sein. Die Marke setzt sowohl auf Elektroautos als auch auf Plug-in-Hybride der dritten Generation. Das Ziel ist einfach: Den Marktanteil bis 2030 zu verdoppeln. Auf dem Papier klingt das sinnvoll, denn Volvo schließt sich nicht auf einen einzigen Ansatz ein – doch PHEV als Wachstumsmotor in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ist weiterhin ein ziemlich zurückhaltender Schritt.
Tasten kehren zurück, und der EX60 eröffnet eine neue Plattform
Der Designchef Thomas Ingenlath kündigte an, dass die neuen Volvo-Modelle attraktiver und premiumorientierter sein sollen. Es wurden sogar Vergleiche mit Louis Vuitton und Rolex angeführt. Der Marketingbereich mag solche Vergleiche, doch für den Endverbraucher ist etwas anderes interessanter.
Volvo bestätigte, dass es zu physischen Knöpfen zurückkehren wird. Es geht jedoch nicht um „Reihe für Reihe“ angeordnete Tasten. Jeder Knopf soll seine eigene Form sowie seine eigene Interaktionsweise haben. Wenn das Unternehmen das klug umsetzt, könnte dies eine der praktischsten Veränderungen in Premium-Innenräumen sein. Die reinen Bildschirme sind einfach zu weit gegangen.
Den neuen stilistischen Ansatz werden wir im Konzeptfahrzeug im Frühjahr 2027 sehen, im Zuge der Vorbereitungen zum 100-jährigen Jubiläum der Marke. Er soll auf der skandinavischen Identität von Volvo basieren und nicht, wie viele Start-ups, von Grund auf neu entwickelt werden.
Gleichzeitig startet Volvo eine neue Produktoffensive. Im Herbst 2026 soll die Produktion der neuen, langstreckentauglichen PHEV-Modelle XC60 und XC90 beginnen, wobei die Lieferungen an Kunden für Anfang 2027 geplant sind. Beide Modelle werden neben dem Volvo EX60 verkauft, dem ersten Elektrofahrzeug der Marke auf der SPA3-Plattform. Der Hersteller verspricht hier eine längere Reichweite, schnelleres Laden sowie mehr Karosserienvarianten, einschließlich Kombis und Limousinen.
Es gibt noch eine weitere Spur. Laut Automotive News soll Volvo bis Ende 2027 das Modell EX40 in den USA durch ein neues, basales Elektro-SUV ersetzen, vermutlich den EX50, zu einem Preis von etwa 50.000 US-Dollar. Sollte dieses Modell später nach Europa kommen, könnte es unterhalb des EX60 positioniert werden und für etwas Ordnung in der Modellpalette sorgen.
Volvo sagt endlich offen, dass ein großer Bildschirm allein nicht ausreicht. Meine Frage an Sie: Würden Sie in einem Premium-Auto lieber mehr gute Tasten haben oder weiterhin alles über ein Tablet steuern?
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