← Zurück zu den Nachrichten
Sonstiges

Volvo wird ab 2028 Werke in Europa für die Geely-Marken eröffnen. Das ist ein Schritt gegen Zölle und schlechte Ergebnisse.

Volvo wird ab 2028 Werke in Europa für die Geely-Marken eröffnen. Das ist ein Schritt gegen Zölle und schlechte Ergebnisse.

Geely möchte ab 2028 die europäischen Volvo-Werke zur Produktion teurerer Modelle seiner Marken nutzen. Nach der Ernennung des neuen Vorstands von Geely Automobile scheint dies ein weiterer Schritt bei der Verlagerung der Produktion in die EU zu sein, ergänzt durch Pläne in Spanien sowie die Unterstützung der belgischen Regierung für eine Fabrik in Gent.

Für Fahrer in Europa ist das ein klares Signal: Chinesische Konzerne bereiten sich zunehmend nicht nur auf den Verkauf in der EU vor, sondern auch auf die lokale Produktion.

Geely möchte in die Volvo-Werke einsteigen – vorerst ohne Angabe konkreter Modelle.

Laut Informationen, die im Zuge der Halbjahreszahlen des Konzerns veröffentlicht wurden, sollen die Volvo-Werke in Europa zu einem der Säulen von Geelys Strategie der Produktionsverlagerung werden. Die Produktion soll 2028 beginnen und sich auf teurere Fahrzeuge aus dem Portfolio des Konzerns beziehen.

In dieser Phase wurden weder die Namen konkreter Modelle noch sogar der Markennamen genannt. In der Praxis sind die logischsten Kandidaten Zeekr und Lynk & Co, da beide Marken über einem einfachen Geely-Modell positioniert sind. Es handelt sich jedoch weiterhin um eine Hypothese, keine Bestätigung.

Volvo verfügt heute über Werke in Göteborg und Gent, und ab Anfang 2027 soll auch ein neues Werk in Košice in der Slowakei die Serienproduktion aufnehmen. Welches dieser Werke ab 2028 die Produktion von Geely-Fahrzeugen übernimmt, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Gent hat bereits politisches Grünlicht

Die interessanteste Spur führt nach Belgien. Im Juli unterzeichnete Volvo ein Letter of Intent mit der belgischen Bundesregierung sowie den Behörden Flanderns bezüglich der Zukunft des Werks in Gent. Das Unterstützungsprogramm soll 119 Millionen Euro umfassen und Investitionen sowie langfristige Garantien für den Betrieb des Werks beinhalten.

In dieser Vereinbarung ist ausdrücklich die Möglichkeit einer zukünftigen Auftragsproduktion für andere Marken festgehalten. Das klingt wie die Vorbereitung des Bodens gerade für Geely. Es ist kein Beweis, aber ein starker Hinweis.

Aus Sicht von Volvo ist eine solche Regelung ebenfalls vorteilhaft. Im 2. Quartal 2026 sanken die Einnahmen des Unternehmens um 17 Prozent, und der operative Gewinn verringerte sich im Jahresvergleich um die Hälfte. Wenn die Produktionskapazitäten nicht voll ausgenutzt werden, erscheint die Hinzufügung von Fahrzeugen von Schwestermarken sinnvoll. Im Marketing spricht man gerne von Synergien. Die Fabriken bevorzugen es einfach, nicht leer zu stehen.

Machtwechsel bei Geely und ein zweiter Fronte in Spanien

Die gesamte Operation fiel mit einem Wechsel an der Spitze von Geely Automobile zusammen. Am 18. August soll An Conghui das Amt des Vorsitzenden übernehmen und damit den Gründer der Gruppe, Li Shufu, bei der Leitung des börsennotierten Automobilgeschäfts ersetzen. Li bleibt jedoch Vorsitzender der gesamten Zhejiang Geely Holding.

Es handelt sich dabei nicht nur um eine Personalumstrukturierung. An Conghui war zuvor insbesondere eng mit Zeekr verbunden, und mit dem Wechsel der Führung hat die Gruppe außerdem eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb ihrer Marken angekündigt.

Gleichzeitig entwickelt Geely die Produktion außerhalb von Volvo in Europa. Gemeinsam mit Ford plant man ab 2028 in Valencia zwei elektrische SUVs herzustellen, und beide Unternehmen sollen außerdem gemeinsam ein weiteres Modell für den europäischen Markt entwickeln. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, wird Geely in der EU mehrere Produktionsstandorte statt nur einen haben.

Für Polen sind zwei Dinge wichtig. Erstens kann die Produktion in der EU den Markteintritt weiterer Geely-Marken auf unserem Markt erleichtern. Zweitens garantiert die Standortwahl keinen niedrigen Preis. Da es sich um „höher positionierte“ Autos handelt, werden sie wohl nicht billig sein.

Geely tut das, was viele chinesische Hersteller in Europa ausprobieren müssen: weniger Importe, mehr lokale Karosserieteile. Welcher Markenname wird Ihrer Meinung nach als Erster die Volvo-Fabriken nutzen – Zeekr oder Lynk & Co?

Newsletter LovEV

Möchten Sie mehr solcher Inhalte?

Tragen Sie sich ein – wir senden Ihnen einen Wochenüberblick, sobald der Newsletter startet.