Volkswagen bereitet sein effizientestes Elektroauto vor: 780 Kilometer Reichweite im realen Einsatz

Volkswagen bereitet ein Elektroauto vor, mit dem es die Effizienz auf ein neues Niveau heben will. Die deutsche Marke hat bereits die ersten Bilder des Mission Efficiency gezeigt, eines Prototyps, der mit einem sehr spezifischen Ziel entwickelt wurde: herauszufinden, wie weit die Reduzierung des Energieverbrauchs bei einem Elektroauto möglich ist, das gleichzeitig Eigenschaften aufweist, die den eines alltäglichen Fahrzeugs recht nahekommen.
Das Projekt hält noch einen Großteil seiner Geheimnisse bereit, doch Volkswagen hat bereits bestätigt, dass der Prototyp bereit ist, eine Prüfung unter realen Bedingungen zu bestehen. Die Marke wird eine Strecke von etwa 780 Kilometern zwischen Wolfsburg und Wien zurücklegen, um die Beziehung zwischen Aerodynamik, Energieverbrauch und elektrischer Mobilität auf der Straße zu analysieren. Die Präsentation mit allen Details ist für den 14. September geplant.

Bislang hat Volkswagen keine Angaben zu Leistung, Akkukapazität, Reichweite oder Verbrauch des Mission Efficiency gemacht. Was wir jedoch wissen, ist, dass es sich um ein Elektroauto handelt und das Prototyp bereits funktionsfähig ist. Das Unternehmen erklärt, dass die Mission darin besteht, die Grenzen des Möglichen mit einem voll funktionsfähigen Fahrzeug zu erforschen, das größtenteils aus Serienkomponenten und -technologien besteht. Es handelt sich dabei nicht um ein Modell für den Verkauf, sondern um ein fahrendes Labor zur Erprobung von Lösungen, die in zukünftigen Elektroautos Anwendung finden könnten.
Die ersten Bilder machen sehr deutlich, in welche Richtung die Arbeit der Ingenieure gegangen ist. Der Mission Efficiency weist eine äußerst aerodynamische Karosserie auf – mit einer sehr niedrigen und flachen Front, einer schrittweise abfallenden Dachlinie sowie einem deutlich geneigten Heck. Zudem sind Reifen zu erkennen, die darauf ausgelegt sind, Turbulenzen zu verringern, sowie recht auffällige Radstände; diese Kombination soll den Widerstand in der Fahrt auf ein Minimum reduzieren.

Auch wenn die Abmessungen des Prototyps sowie sein Luftwiderstandsbeiwert noch nicht veröffentlicht wurden, erinnern seine Formen unweigerlich an andere Experimente von Volkswagen zur Entwicklung von Fahrzeugen mit außergewöhnlich niedrigem Energieverbrauch. Der Unterschied besteht darin, dass der Hersteller dieses Konzept nun auf den Bereich der Elektrofahrzeuge übertragen hat, wo jede kleine Verbesserung in Bezug auf den Luftwiderstand direkte Auswirkungen auf den Verbrauch und somit auf die verfügbare Reichweite haben kann.
Der offensichtlichste Vorläufer innerhalb von Volkswagen selbst ist der XL1, der 2013 als eines der extremsten Effizienzprojekte des Herstellers vorgestellt wurde. Dieses Modell erreichte dank einer Kombination aus geringem Gewicht, gut durchdachter Aerodynamik sowie einem einsteckbaren Hybridantrieb einen homologierten Verbrauch von nur 0,9 Litern pro 100 Kilometern. Sein Aerodynamikkoeffizient lag bei 0,189 und das Gewicht betrug lediglich 795 Kilogramm.
Der XL1 verfügte über einen 0,8-Liter-Zweizylindermotor mit 48 PS, ergänzt durch einen Elektromotor mit 27 PS. Die Gesamtleistung erreichte in Phasen höchster Belastung 51 kW, und die Batterie hatte eine Kapazität von 5,5 kWh. Volkswagen schaffte es außerdem, dass das Modell ausschließlich mit Elektrizität bis zu 50 Kilometer zurücklegen konnte, während seine kombinierte Reichweite über 500 Kilometer lag.




Das Mission Efficiency basiert auf einer ähnlichen Philosophie, ist jedoch an eine Ära angepasst, in der die Effizienz eines Elektroautos zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfelder zwischen den Herstellern geworden ist. Anstatt ausschließlich nach einer Batterie mit höherer Kapazität zu suchen, scheint Volkswagen den entgegengesetzten Weg einzuschlagen: Jedes kWh soll so viele Kilometer wie möglich zurücklegen ermöglichen.
Das erklärt auch die Bedeutung des Tests zwischen Wolfsburg und Wien. Es geht nicht einfach darum, ein Prototyp mit besonders auffälligem Karosseriedesign zu präsentieren, sondern darum herauszufinden, was passiert, wenn all diese Lösungen einer echten Straße gegenüberstehen. Volkswagen spricht ausdrücklich davon, das Verhalten der Aerodynamik, des Energieverbrauchs und der elektrischen Mobilität unter realen Bedingungen zu analysieren.
Für den Moment müssen wir abwarten, um die Daten zu erfahren, die Mission Efficiency tatsächlich zu einer wichtigen Neuigkeit machen können. Die Akkukapazität, das Gewicht, die Leistung des Antriebssystems, der während der Fahrt gemessene Verbrauch und vor allem die Technologie, die Volkswagen dazu eingesetzt hat, werden die Schlüsselpunkte dieses Projekts sein.
Am 14. September werden weitere Details zu einem Prototypen bekannt gegeben, der zumindest auf dem Papier die Begeisterung für Effizienz wiederbeleben soll, wie Volkswagen sie mit dem XL1 in den Vordergrund gestellt hat. Dieses Mal besteht das Ziel jedoch nicht mehr darin, ein Auto zu schaffen, das möglichst wenig Kraftstoff verbraucht, sondern vielmehr darzulegen, wie weit ein Elektroauto gehen kann, wenn Effizienz die absolute Priorität ist.