Der Volkswagen ID. Buzz erhielt ein Offroad-Paket. Optisch ansprechend, aber es werden keine Wunder im Gelände möglich sein.

Der Volkswagen ID. Buzz hat ein Modifikationspaket vom deutschen Unternehmen Seikel erhalten, das sich auf Reisezubehör für Volkswagen- und Ford-Fahrzeuge spezialisiert hat. Das Paket erhöht die Bodenfreiheit um 30 mm, fügt Geländereifen sowie Aluminium-Schutzbleche für das Chassis hinzu, ändert aber die Elektronik, die für die Traktion zuständig ist, nicht.
Der ID. Buzz sah von Anfang an aus wie ein Fahrzeug, das für Campingausflüge, Bootsfahrten und Wochenendausflüge außerhalb der Stadt konzipiert ist. Das Problem ist, dass die Serienversion eher für einen unbefestigten Weg zum Zeltplatz geeignet ist als für etwas, was man tatsächlich als leichtes Off-Road-Fahrzeug bezeichnen könnte. Seikel wollte dies etwas verbessern.
Was ist im Paket enthalten?
Das Paket ist recht einfach und durchdacht. Es enthält neue KW-Dämpfer, Eibach-Federn, ein Set BF Goodrich Trail Terrain T/A-Reifen sowie robustere 20-Zoll-Räder. Dazu kommen zwei Aluminium-Schutzplatten, die unter der Vorder- und Hinterachse montiert werden.
Diese Schutzbleche haben eine Dicke von 5 mm und ersetzen die serienmäßigen Kunststoffteile. Sie schützen das vordere und hintere Antriebsaggregat sowie den vorderen Kühlmodul. Wenn jemand wirklich von der Asphaltstraße abkommt, ist gerade dieses Element am sinnvollsten. Kunststoff in einer Elektrokarosserie, die tief über Steinen schwebt, endet in der Regel schnell sein Leben.
Höherer Bodenfreiheit, aber unveränderter Antrieb
Die modifizierte Fahrwerksanlage und die Räder erhöhen die Bodenfreiheit des Autos um die erwähnten 30 mm. Das ist kein Wert, der plötzlich aus dem ID. Buzz Electric Land Cruiser macht, kann aber auf Waldwegen oder in tiefen Spurrillen dem Fahrer etwas mehr Ruhe geben.
Daher kommen wir zum wichtigsten „Aber“. Seikel ändert nichts am Antriebsmanagement-System. Der ID. Buzz verfügt zwar über einen AWD-Antrieb mit zwei Motoren, doch es gibt keinen speziellen Geländemodus, der auf unebenem Untergrund oder bei einem gelösten Rad besser zurechtkäme. In dem Werbevideo des Herstellers selbst ist zu sehen, dass das Auto manchmal die Traktion verliert, gerade wenn ein Rad in der Luft hängt.
Kurz gesagt: Mechanisch ist es besser, elektronisch bleibt es bei der Serienausstattung. Und bei einem modernen Elektrofahrzeug übernimmt die Elektronik sehr oft die Hälfte der Arbeit.
Wie viel kostet das?
Seikel hat keinen Preis für das gesamte Paket als Einheitsbetrag angegeben. Man weiß nur, dass die einzelnen Aluminiumschutzbleche vor Steuern insgesamt 1.390 Euro kosten.
Tanio ist es nicht. Andererseits sind solche Modifikationen fast nie günstig, besonders wenn es nicht um universelle Zubehörteile aus dem Katalog geht, sondern um Teile, die speziell für ein bestimmtes Modell angefertigt werden.
Mehr Camper als Off-Roader
Ehrlich gesagt wäre es am passendsten, dieses Paket als „Abenteuerlook plus etwas Praktikabilität“ zu bezeichnen. Der ID. Buzz sieht nach diesen Änderungen besser aus, hat mehr Schutz von unten und etwas größeren Sicherheitsabstand außerhalb der Asphaltstraßen. Das ist schon etwas wert.
Falls jemand damit zu abgelegeneren Campings fahren oder auf Straßen unterwegs sein will, wo der Asphalt schnell endet, macht das Set Sinn. Wenn jemand jedoch auf echtes Geländefahren setzt, muss man ehrlich sein – das Fehlen einer speziellen Traktionskontrolle ist eine größere Einschränkung als die Bodenfreiheit selbst.
ID. Buzz nach einer solchen Behandlung wirkt wie ein Camper, mit dem man tatsächlich stressfrei auf einen Waldparkplatz fahren kann. Die Frage ist nur, ob es sinnvoll ist, mehrere Tausend Euro für dieses Ergebnis auszugeben, da das größte Problem des Autos ohnehin im Software-System liegt. Würden Sie für ein solches Paket bezahlen, oder würden Ihnen bereits Schutzbleche am Chassis und bessere Reifen ausreichen?