Volkswagen beginnt mit dem Verkauf von Marken: Das Unternehmen für Elektroautos, mit dem es eine Joint Venture eingegangen ist, übernimmt nun die Kontrolle über Bugatti.

14/09/2026 15:30
Aufgeführt am
14/09/2026 17:54
Volkswagen hat gerade die vollständige Ausstiegsstrategie bei einem der ikonischsten Hersteller im Segment der Supersportwagen abgeschlossen: Bugatti. Nach fast drei Jahrzehnten Zugehörigkeit zum deutschen Konzern ist die Marke aus Molsheim nun nicht mehr an ihren ehemaligen Mutterkonzern gebunden und gehört stattdessen zu einem Investorenkonsortium unter Führung von HOF Capital sowie dem Hersteller von Elektrosupersportwagen Rimac, der weiterhin die Mehrheit im Konzern hält.
Diese Transaktion stellt einen Meilenstein in der Automobilindustrie dar und schließt eine Ära ab, die 1998 begann, als der deutsche Konzern die Rechte an dieser legendären Marke erwarb, um sie zum Spitzenreiter in der Hochleistungsmechanik zu machen.

Das Ende einer Ära für den deutschen Giganten
Der Ausstieg von Volkswagen erfolgt über Porsche, die Marke, die für die Verwaltung des Anteils der Gruppe an dem französischen Unternehmen zuständig ist. Im Jahr 2021 unternahm das Unternehmen einen Zwischenschritt, indem es das Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac gründete – ein Joint Venture, in dem das kroatische Unternehmen mit Schwerpunkt auf Elektroantriebstechnologie 55 % der Anteile hielt, während Porsche die restlichen 45 % besaß.
Durch den Verkauf seines gesamten Anteils an Bugatti Rimac sowie am eigentlichen Unternehmensgefüge der Rimac Group für einen Betrag von rund 1,2 Milliarden US-Dollar beendet der deutsche Konzern seine Präsenz in dem Unternehmen für Hyper-Sportwagen vollständig. Diese Entscheidung ergibt sich aus der Notwendigkeit, Vermögenswerte zu optimieren, sofortige Liquidität zu schaffen und die wirtschaftlichen Ressourcen des Konzerns auf die Entwicklung von Massen-Elektrofahrzeugplattformen sowie neuer Softwaregenerationen zu konzentrieren.

Rimacs Konsolidierung im Bereich Hochleistungs-Elektrifizierung
Der Machtwechsel stärkt die Führung von Mate Rimac, dem Gründer des kroatischen Unternehmens, der bereits seit längerer Zeit versucht, die Anteile von Porsche zu übernehmen, um die vollständige Kontrolle über die Marke zu erlangen. Nun übernimmt er außerdem den Posten des Präsidenten von Bugatti Automobiles. Im Rahmen dieses neuen Systems behält die Rimac Group weiterhin den Mehrheitsanteil von 55 %, während der verbleibende Anteil unter neuen Investoren aufgeteilt wird.
Diese Transaktion stellt nicht nur eine Kapitalumstrukturierung dar, sondern legt auch den Kurs der französischen Marke für die kommenden Jahrzehnte fest. Die Verwendung der Hochspannungsarchitektur sowie der Batterietechnologie, die Rimac in seinen eigenen Modellen entwickelt hat, wird es ermöglichen, dass zukünftige Bugatti-Entwicklungen hochleistungsstarke elektrifizierte Antriebsstränge nutzen, wodurch die Überlebensfähigkeit der Marke angesichts zunehmend strengerer globaler Umweltvorschriften gewährleistet wird.

Volkswagens neuer Fahrplan
Die strategische Bewegung der Volkswagen-Gruppe zeigt die komplexe Umstellung, vor der die großen traditionellen Hersteller stehen. Die enorme Investition, die erforderlich ist, um die Produktionsketten anzupassen, die Emissionsstandards einzuhalten und im Wettbewerb mit Elektroautos zu bestehen, erfordert es, die Bemühungen auf die Segmente mit dem höchsten Umsatzvolumen zu konzentrieren.
Der Verkauf von Bugatti ist ein weiterer Beweis dafür, wie Allianzen zwischen etablierten Marken und Spezialisten für Elektrifizierung die Landkarte der globalen Automobilindustrie neu gestalten. Volkswagen lässt das Zeitalter der großen Verbrennungsmotoren hinter sich, um einer Ära Platz zu machen, die auf Energieeffizienz und nachhaltiger Mobilität in großem Maßstab ausgerichtet ist.