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Verne fuhr mit einem fahrerlosen Robotaxi in Zagreb. Es handelt sich um den ersten solchen Fall in Europa, aber mit einem chinesischen Set.

Verne fuhr mit einem fahrerlosen Robotaxi in Zagreb. Es handelt sich um den ersten solchen Fall in Europa, aber mit einem chinesischen Set.

In Zagreb sind die fahrerlosen Robotaxis von Verne in Betrieb gegangen. Die Fahrzeuge fahren auf öffentlichen Straßen auf einer Strecke von 22 km zwischen dem Firmensitz, dem Geschäftszentrum und dem Flughafen, und die Fahrt kann über Uber bestellt werden. Es handelt sich um den ersten Fall dieser Art in Europa, obwohl das gesamte Technologiepaket im Grunde chinesischen Ursprungs ist.

Seit April hat Verne bereits kommerziell Passagiere transportiert, allerdings mit einem Sicherheitsbeauftragten im Fahrzeug. Jetzt wurde dieser Mensch aus dem Auto entfernt, es bleibt nur die Fernüberwachung. Für den Passagier ist gerade dieser Punkt entscheidend.

Erstes fahrerloses Robotaxi in Europa – aber nicht von Rimac

Hinter dem Projekt steht das kroatische Startup Verne, unterstützt von Rimac in Zusammenarbeit mit Pony.ai aus China. Auch das Auto ist kein Originalentwurf – es handelt sich um den Arcfox Alpha T5 von BAIC, einen elektrischen Crossover, der für Robotaxis umgebaut wurde.

Hier beginnt der weniger marketingorientierte Teil dieser Geschichte. Im Jahr 2024 präsentierte Verne sein eigenes, speziell entwickeltes Konzept für ein autonomes Taxi mit schwenkbaren Türen und einem futuristischen Innenraum. Davon gibt es bisher nichts auf den Straßen. Auf den Straßen befindet sich bereits ein fertiges Auto aus China sowie ein fertiges autonomes Fahrenssystem aus China – das zuvor angekündigte Mobileye Drive ist aus dem Bild verschwunden.

Pony.ai startet nicht von Grund auf. Das Unternehmen betreibt bereits Robotaxis in vier Städten in China und prahlte Anfang des Jahres gemeinsam mit BAIC mit der Produktion von über 600 Fahrzeugen mit einem autonomen System der Gen-7-Generation. Kroatien wirkt daher eher wie eine europäische Implementierung eines bewährten Pakets als wie die Geburtsstunde einer neuen europäischen Technologie.

Die Route ist einfach, der Preis niedrig – und die Fragen sind ziemlich offensichtlich

Die derzeitigen Testfahrten von Verne umfassen nicht die ganze Stadt. Es handelt sich um eine Strecke von der Firmenzentrale zum Flughafen und ins Geschäftsviertel, bei der die Autobahn einen großen Anteil ausmacht. Das ist also ein deutlich einfacherer Szenario als das dichte Stadtzentrum mit Fußgängern, Fahrrädern und Parkchaos. Es wäre unrealistisch, davon sofort eine „vollständige Autonomie“ im europäischen Verkehr zu erwarten.

Die Fahrten kosteten lange Zeit den günstigen Preis von 1,99 Euro. Ein solcher Preis sieht in der Uber-App gut aus, sagt aber nichts über die tatsächliche Wirtschaftlichkeit des Services aus. Vor allem, wenn die Flotte nur neun Autos umfasst und auf einem ausgewählten Korridor tätig ist.

Auch das Fahrzeug selbst ist ungewöhnlich. Verne entfernte den vorderen Beifahrersitz, um mehr Platz für Gepäck zu schaffen und einen großen Bildschirm für die Passagiere im Fond anzubringen. Auf diesem kann man die Route verfolgen, Videos ansehen oder Spiele spielen. Das klingt beeindruckend – nur sind im Robotaxi zwei Fragen wichtiger als der Bildschirm: Wie oft benötigt das Auto eine Fernsteuerung und unter welchen Bedingungen kann es ohne Mensch fahren.

200 Millionen Euro von der EU und sehr wenig europäische Hardware

Die ganze Angelegenheit hat noch eine weitere Dimension. Rimac erhielt im Jahr 2021 200 Millionen Euro an EU-Fördergeldern für das Projekt autonomer Taxis. Heute endet dies mit einem Dienst, der auf einem chinesischen Auto und einem chinesischen AV-System basiert und in Kroatien auf einer begrenzten Strecke betrieben wird.

Natürlich ist das immer noch ein Erfolg. Jemand in Europa hat endlich fahrerlose Robotaxi auf die öffentlichen Straßen gebracht. Allerdings ist es schwer, so zu tun, als gäbe es hier einen Triumph der europäischen Autonomie. Es sieht eher aus wie die Einfuhr einer fertigen Lösung mit dem Hinzufügen einer lokalen Marke.

Falls dieses Modell anhält, könnte Europa Robotaxi schneller in der Praxis sehen. Die Frage ist nur, ob es sich dabei um eine europäische Industrie handelt oder hauptsächlich um einen europäischen Betreiber chinesischer Technologie. Wie bewerten Sie diesen „Erfolg“ von Verne: ein echter Fortschritt oder ein teurer Umweg?

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