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Sonstiges

Verbrenner-Nachrüstung für E-Autos: Unternehmen insolvent

Verbrenner-Nachrüstung für E-Autos: Unternehmen insolvent

Bekannt wurde die Vorarlberger Obrist-Gruppe vor allem durch Schlagzeilen über umgebaute Teslas mit Verbrennungsmotor im Frunk. Nun stehen drei Entwicklungs-Tochtergesellschaften des Unternehmens mit rund 31,8 Millionen Euro Schulden vor der sofortigen Schließung. Diese Gründe nennt das Unternehmen für die Insolvenz.

Bild: Obrist

Das österreichische Entwicklungsunternehmen Obrist hat in den letzten Jahren mit ungewöhnlichen Testfahrzeugen Aufmerksamkeit erregt. Die Ingenieure bauten batterieelektrische Serienmodelle wie das Tesla Model 3 um und installierten unter dem Namen „HyperHybrid“ einen kompakten Zweizylinder-Benziner als Generator im Frunk. Ziel war ein serieller Hybrid mit kleinerem Akku, um Kosten und Gewicht zu senken.

Später ergänzte die Obrist-Gruppe das Konzept um Verfahren zur Herstellung von synthetischem Methanol aus atmosphärischem CO₂. Trotz ehrgeiziger Ankündigungen von Großprojekten und Serienlizenzen gelang es dem Unternehmen nicht, ein Serienfahrzeug auf den Markt zu bringen oder feste Abnehmer in der Automobilindustrie zu gewinnen.

Ende September 2026 kam es vor dem Landesgericht Feldkirch zum wirtschaftlichen Zusammenbruch: Für die Vorarlberger Tochtergesellschaften Obrist Powertrain GmbH und Obrist Technologies GmbH wurden eigene Konkursverfahren eingeleitet. Zusammen mit der ebenfalls insolventen deutschen Tochter Obrist DE belaufen sich die Gesamtschulden der drei Einheiten auf rund 31,8 Millionen Euro. Spezifisch für die österreichischen Töchter am Landesgericht Feldkirch belaufen sich die Schulden der Obrist Powertrain GmbH auf ca. 18,85 Millionen Euro und jene der Obrist Technologies GmbH auf etwa 6,08 Millionen Euro.

Laut den Insolvenzanträgen ist eine Sanierung ausgeschlossen und die Betriebe werden unmittelbar geschlossen und abgewickelt. Von den Verfahren sind insgesamt 14 Mitarbeitende betroffen. Das rechtlich eigenständige Stammunternehmen Obrist Engineering, das mit rund 30 Beschäftigten Komponenten für Fahrzeug-Klimatisierung und Thermomanagement fertigt, bleibt von der Pleite unberührt und ist nach Aussage lokaler Medien unter Berufung auf Obrist wirtschaftlich stabil.

Die Geschäftsführung nennt als Hauptursachen für die Zahlungsunfähigkeit langjährige, hohe Ausgaben für Entwicklung und Patentschutz, denen keine Einnahmen aus Lizenzverkäufen gegenüberstanden. Verhandlungen mit ausländischen Investoren über ein rettendes Joint Venture sind gescheitert. Neben den internen Finanzproblemen belastete die anhaltende Absatzkrise der europäischen Automobilindustrie das Geschäft.

Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) führt zudem den Umschwung europäischer Automobilhersteller hin zu rein batterieelektrischen Fahrzeugen als eine Ursache an. Für die Gläubiger obliegt es nun den gerichtlich bestellten Masseverwaltern, das verbliebene Sachvermögen sowie das Patentportfolio von Obrist Technologies bestmöglich zu verwerten.