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Technologie

US-Regierung stellt Sila bis zu 1,4 Milliarden Dollar in Aussicht

US-Regierung stellt Sila bis zu 1,4 Milliarden Dollar in Aussicht

Sila hat vom Office of Strategic Capital des US-Verteidigungsministeriums eine bedingte Kreditzusage über bis zu 1,4 Milliarden Dollar erhalten. Damit will der Batterieentwickler seine Anodenproduktion in Washington ausbauen und erstmals eine eigene Zellfertigung errichten.

Sila nanotechnologies werk usa moses lake

Im Mittelpunkt der geplanten Investitionen steht Silas Werk in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington. Dort produziert das Unternehmen sein (unter dem Namen Titan Silicon) vermarktetes Silizium-Kohlenstoff-Anodenmaterial. Die staatliche Finanzierung könnte einen weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten ermöglichen, unter anderem mit einer neuen Generation modularer Fertigungstechnik. Diese soll eine schnellere Skalierung entsprechend der Nachfrage ermöglichen.

Der Standort in Moses Lake ist seit Herbst 2025 in Betrieb und auf einem rund 65 Hektar großen Gelände angesiedelt. Die erste Ausbaustufe des Werks ist für Anodenmaterial ausgelegt und soll genug Material hervorbringen können, um Batteriezellen mit einer Gesamtkapazität von rund zwei GWh pro Jahr zu versorgen. Langfristig will Sila Moses Lake innerhalb der kommenden fünf Jahre auf bis zu 250 GWh erweitern, wobei aus den Angaben nicht hervorgeht, welche zusätzliche Kapazität konkret mit dem nun in Aussicht gestellten Kredit geschaffen werden soll. Die langfristigen 250 GWh lassen sich damit nicht unmittelbar der neuen Finanzierung zurechnen.

Erst im Juli hatte Sila zudem 300 Millionen Dollar bei privaten Investoren eingesammelt. Die von Atreides Management und Sutter Hill Ventures angeführte Finanzierungsrunde soll unter anderem die zweite Ausbaustufe in Moses Lake finanzieren. Der nun angekündigte Kredit des Office of Strategic Capital (OSC) würde den finanziellen Spielraum für die weitere Skalierung deutlich vergrößern.

Sila entwickelt Silizium-Kohlenstoff-Materialien als Alternative beziehungsweise als Ergänzung zu herkömmlichem Graphit in Batterieanoden. Das Unternehmen gibt für Titan Silicon eine um rund 20 Prozent höhere Energiedichte gegenüber führenden Graphitzellen an. Zu den bekannten Partnern gehören Mercedes-Benz und Panasonic.

Sila will auch eigene Batteriezellen fertigen

Mit der möglichen Milliardenfinanzierung möchte das Unternehmen unterdessen nicht nur die Anodenproduktion erweitern. Ein Teil des Geldes soll auch in eine eigene Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen mit Silizium-Kohlenstoff-Anoden fließen. Die Zellen sind zunächst für Spezialanwendungen mit hohen Leistungsanforderungen vorgesehen, darunter Industrie-, Landwirtschafts- und Militärdrohnen. Damit würde Sila einen weiteren Schritt in der Batterie-Wertschöpfungskette gehen. Bislang konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die Entwicklung und Herstellung des Anodenmaterials, das von Zellherstellern eingesetzt werden kann. Mit der eigenen Zellfertigung will Sila seine Titan-Silicon-Technologie auch für besonders anspruchsvolle Anwendungen weiterentwickeln.

Dass die mögliche Finanzierung vom U.S. Department of War kommt, zeigt, wie strategisch wichtig Washington die heimische Batterielieferkette ist. Neben Drohnen nennt das Ministerium auch Satelliten und weitere sicherheitsrelevante Anwendungen als Anwendungsfelder. Die zusätzlichen Kapazitäten sollen aber auch zivile Bereiche wie Energiespeicher, Rechenzentren,Luftfahrt und Transport versorgen.

Für die Elektromobilität ist vor allem die Skalierung der Anodenproduktion relevant. Ein Großteil der weltweiten Verarbeitung von Anodenmaterialien findet derzeit in China statt. Die USA versuchen deshalb, neben der Zellproduktion zunehmend auch vorgelagerte Teile der Batterie-Wertschöpfungskette im eigenen Land anzusiedeln. Silas Ausbau in Moses Lake ist ein Baustein dieser Strategie. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Vor dem Abschluss verbindlicher Kreditverträge muss Sila verschiedene finanzielle, rechtliche und technische Bedingungen erfüllen. Damit ist derzeit weder sicher, dass die vollen 1,4 Milliarden Dollar tatsächlich fließen, noch wann die damit finanzierten Kapazitäten zur Verfügung stehen werden.