Univé trennt Omoda, Jaecoo und Leapmotor von den Policen. In den Niederlanden ist das Problem nicht das Auto, sondern die Reparatur.

Der niederländische Versicherer Univé hat unter anderem Omoda, Jaecoo und Leapmotor von der Versicherung ausgeschlossen und einigen anderen neuen Marken nur eine grundlegende Kfz-Haftpflichtversicherung anbieten, die dem deutschen Haftpflichtschutz entspricht. Der Grund liegt nicht in der Qualität der Autos oder ihrem Herkunftsland, sondern in der Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Reparaturanleitungen sowie Werkstätten nach einem Schaden.
Für den polnischen Kunden ist das noch kein Alarm, aber ein Warnsignal – insbesondere wenn er eine Marke kauft, die erst gerade ihr Netzwerk in Europa aufbaut.
Welche Marken versichert Univé und welche lehnt er ab?
Laut einer Analyse der RDW-Registrierungen gibt es auf dem niederländischen Markt derzeit 88 Pkw-Marken. 16 davon sind in den letzten 5 Jahren dort aufgetaucht und waren für insgesamt 2,4 % aller neuen Registrierungen in diesem Zeitraum verantwortlich.
Univé hat die neuen Fahrer in drei Gruppen eingeteilt. Lynk & Co kann vollständig versichert werden. Für Dongfeng, Lucid, FIREFLY, NIO und ZEEKR steht nur WA zur Verfügung. Hongqi, Changan, Voyah, KGM, Leapmotor, VinFast, Jaecoo, MHero und Omoda sind hingegen derzeit bei Univé völlig von der Versicherung ausgeschlossen.
Der Versicherer erklärt das direkt. „Die Qualität des Autos und die Qualität der Reparaturorganisation sind zwei verschiedene Dinge“, sagte Henkjan Matthijs von Univé. Und das ist der Kern der Sache.
Falls Ersatzteile aus weiter Ferne geliefert werden müssen, der Werkstatt die technischen Daten nicht zur Verfügung stehen oder nur wenige Betriebe das Auto reparieren können, dauert der Schaden repariert länger und kostet mehr – manchmal sogar viel mehr.
Die Studie sagt klar: Autofahrer schauen auf den Preis, nicht auf die Infrastruktur
Laut der MarketResponse-Umfrage für Univé schauen 67 % der Autofahrer beim Kauf eines Autos zuerst auf den Anschaffungspreis. Danach kommen der Kraftstoffverbrauch oder die Reichweite mit 55 % sowie die Sicherheit mit 47 %.
Weiterhin sind die Wartungskosten mit 39 %, das Aussehen oder die Farbe mit 38 %, technologische Funktionen mit 21 % sowie das Markenimage und der Restwert jeweils mit 20 % wichtig. Nur 18 % der Befragten achten auf die Versicherung und die Prämie, und lediglich 12 % prüfen die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Genau 12 % schauen auf das Herkunftsland der Marke.
Univé nennt noch ein interessantes Ergebnis: 56 % der Autofahrer wissen nicht, dass eine begrenzte Verfügbarkeit von Ersatzteilen die Versicherbarkeit des Autos beeinflussen kann. Gleichzeitig verstehen 57 %, dass eine neue Marke ein eingeschränkteres Angebot an Versicherungen haben kann, wenn die Reparaturinfrastruktur noch schwach ist. Das heißt, Intuition ist vorhanden, Wissen weniger.
Auch die Einstellung der Niederländer gegenüber chinesischen Autos ist ziemlich kühl, aber nicht feindlich. 10% geben an, auf jeden Fall ein Auto aus China kaufen zu würden, 19% eher ja, 37% haben eine neutrale Haltung. Insgesamt sind 66% nicht negativ eingestellt, und nur 12% schließen einen solchen Kauf im Voraus aus.
Matthijs nannte auch ein starkes Beispiel vom Markt. Bei einem amerikanischen Elektroauto vor einigen Jahren führte eine kleine Riss im Teil der Vorderradaufhängung zu einem Totalschaden, weil die Reparaturanleitung den Austausch des gesamten Fahrzeugkörpers vorsah. Ein extremes Beispiel, das aber gut zeigt, wie sehr die Verfahren zählen und nicht nur das Auto selbst.
In Polen haben wir heute keine Hinweise auf eine systematische Verweigerung von Garantieleistungen für Omoda, Jaecoo oder Leapmotor, aber vor dem Kauf lohnt es sich, einfach den Versicherer anzurufen und nach Garantieleistungen, Ersatzteilen sowie einer Netzwerk von Karosseriereparaturbetrieben zu fragen. Denn auf dem Papier mag eine neue Marke großartig erscheinen, doch nach einem Unfall beginnt die eigentliche Prüfung der Organisation. Welche Erfahrungen habt ihr mit der Kostenschätzung von Garantieleistungen für neue Marken in Polen?
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