Ulm und Neu-Ulm stellen Busnetz auf 77 Elektrobusse um

Ulm und Neu-Ulm starten zum 1. Januar 2027 mit einem gemeinsamen Stadtliniennetz. Parallel wächst die Elektrobusflotte deutlich: Insgesamt 77 E-Busse sollen dann im Netz unterwegs sein und rund 70 Prozent der städtischen Busflotte stellen.
77 Elektrobusse sollen ab 2027 im gemeinsamen Stadtliniennetz fahren.
Bild: SWU
Kern der Neuordnung ist eine stärkere Verknüpfung der bislang weitgehend getrennten Busnetze beider Städte. Durchgehende Linien sollen Umstiege reduzieren und wichtige Achsen dichter bedienen. Besonders in Neu-Ulm wird das Netz neu geordnet.
Auf der Ostachse über Offenhausen, Pfuhl, Burlafingen und Steinheim wird die neue Linie 3 gebündelt. Bis Burlafingen soll sie im Zehn-Minuten-Takt fahren, zwischen Burlafingen und Steinheim alle 20 Minuten. Auch die Linie 5 erhält eine einheitliche Führung im Zehn-Minuten-Takt; ergänzt wird sie durch die Linie 26 im 20-Minuten-Takt.
Parallel wurde die Haltestelleninfrastruktur ausgebaut. In Neu-Ulm entstanden nach Angaben der Stadt rund 20 neue beziehungsweise barrierefrei ausgebaute Haltestellen. Einzelne Baustellen werden allerdings auch zum Netzstart Anfang 2027 noch für Umleitungen sorgen.
Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) hatten bereits14 Elektrobusse von Daimler im Einsatz. Im Laufe des Jahres 2026 kommen weitere 37 Fahrzeuge hinzu, davon waren zum Zeitpunkt der Mitteilung 30 bereits ausgeliefert. Die restlichen sieben sollen im Oktober folgen. Zusätzlich beschaffen die von der SWU eingesetzten Subunternehmer 26 Elektrobusse. Damit sollen ab 2027 insgesamt 77 E-Busse im Stadtliniennetz unterwegs sein. Nach Angaben von SWU Verkehr entspricht das rund 70 Prozent der gesamten städtischen Busflotte.

Komplett elektrisch wird der Betrieb allerdings noch nicht. Einige Diesel-Hybridbusse sind erst wenige Jahre alt und sollen deshalb weiter eingesetzt werden. Mit deren Ablösung rechnet SWU Verkehr erst Anfang bis Mitte der 2030er-Jahre. Für die Elektrifizierung wird auch die Ladeinfrastruktur ausgebaut. Das Land Baden-Württemberg hat dafür bereits 24,6 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Weitere 7,5 Millionen Euro fließen in die Beschaffung neuer Elektrobusse. Hinzu kommen Fördermittel des Bundes.
Mit dem neuen Netz verknüpfen Ulm und Neu-Ulm damit zwei Projekte: eine dichtere und stärker städteübergreifende Linienstruktur sowie den beschleunigten Umstieg auf elektrische Antriebe. Für den Betrieb dürfte vor allem entscheidend sein, wie gut die zusätzliche Ladeinfrastruktur mit dem stark wachsenden E-Bus-Anteil Schritt hält.