Die EU benötigt Vorschriften im Stil von USB-C für Elektro-Lkw.

Internationale Energieberichterstattung: Wechselbare Batterien können beim Wettbewerb mit China helfen; französische Kernkraftwerke könnten zusätzliche Kühltürme erhalten; ein amerikanischer Startup wird in Polen und Deutschland nach Lithium suchen; die Kannibalisierung von Energiespeichern in Europa wird zunehmen.

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Wechselbare Batterien können beim Wettbewerb mit China helfen
Die EU könnte europäischen Lastwagenherstellern durch eine stärkere Betonung nicht nur von Hochleistungs-Ladegeräten, sondern auch von austauschbaren Batterien die Voraussetzungen schaffen, künftig mit chinesischen Konkurrenten zu konkurrieren. Dazu könnte es dienen, einheitliche Standards für ein solches System festzulegen – ähnlich wie die Vorschriften für das USB-C-Anschlussformat in Mobiltelefonen – meint David Fickling, Kolumnist bei Bloomberg.
Europäische Lastwagenhersteller gehören laut Fickling weiterhin zu den Spitzenreitern. Daimler, Traton und Volvo erzielen Umsätze von bis zu 50 Milliarden Euro, während Iveco nahe bei 15 Milliarden Euro liegt. Insgesamt sind sie für fast die Hälfte der weltweiten Umsätze bei börsennotierten Lastwagenherstellern verantwortlich.
Trotzdem basiert ihre Position auf Verbrennungsmotoren, während sich der Elektrosektor nur langsam entwickelt. In China hingegen wächst dieser Marktanteil deutlich schneller – auch dank der Entwicklung von Systemen mit austauschbaren Batterien neben Ladestationen.
Im April dieses Jahres verfügten 17 % der in China verkauften Lastwagen über einen rein elektrischen Antrieb, bei den leichteren Lieferfahrzeugen lag dieser Anteil bei 24 %.
Auch auf Fahrzeuge mit austauschbaren Batterien wird zunehmend Wert gelegt, was unter anderem von CATL – dem größten Batteriehersteller der Welt – unterstützt wird. Lastwagenhersteller wie Sany Heavy Industry oder XCMG Construction Machinery setzen Stationen ein, an denen innerhalb weniger Minuten Batterien mit hoher Leistung und Kapazität ausgetauscht werden können.
Der Kolumnist weist darauf hin, dass sich in der EU die Aufmerksamkeit stattdessen auf den Bau leistungsstarker Lader konzentriert, die Lastwagenfahrer während der vorgeschriebenen 45-minütigen Pausen zum Ausruhen nutzen sollen. Zudem ist das Netz solcher Ladestationen noch immer begrenzt und hängt zudem größtenteils von Investitionen in das Stromnetz ab.
Europäische Lastwagenhersteller sind an ihrer Spezialisierung, nämlich an Verbrennungsmotoren, gebunden. Der Umstieg auf Elektromotoren bedeutet für sie die Einführung von Lösungen, die stark auf externen Lieferanten angewiesen sind – unter anderem wegen des Fehlens großer europäischer Batteriehersteller. Das Unternehmen, das dieses Ziel verfolgt hat, nämlich der schwedische Northvolt, ging bankrott, bevor es mit der Produktion richtig beginnen konnte.
Laut David Fickling sollten Daimler, Volvo, Traton sowie andere Lastwagenhersteller in der EU, wenn sie elektrische Modelle schneller einführen wollen, mehr Wert auf austauschbare Batterien legen – genauso wie es in China der Fall ist. Auf diese Weise wären sie weniger abhängig vom Fortschritt der Ladeinfrastruktur und besser auf zukünftige Konkurrenz mit den Chinesen vorbereitet.
Fickling weist außerdem darauf hin, dass die Europäische Union selbst Anreize schaffen sollte, indem sie Standards vorgibt, die vom auf austauschbaren Batterien basierenden System erfüllt werden müssen. Dadurch soll es für alle Fahrzeuge universell einsetzbar sein – genauso wie es mit dem USB-C-Kabel für Mobiltelefone der Fall ist.
Zudem sollte die EU – laut dem Bloomberg-Kolumnisten – die Zusammenarbeit mit Südkorea im Bereich der Batterieindustrie verstärken, was beiden Seiten helfen würde, in diesem Feld besser gegen China konkurrieren zu können.
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Französische Atomkraftwerke könnten zusätzliche Kühltürme erhalten
Bis 2040 plant EDF fast 9 Milliarden Euro in die Anpassung seiner Anlagen an klimatische Veränderungen, insbesondere an steigende Temperaturen, zu investieren. Zu den geplanten Maßnahmen gehört unter anderem der Bau zusätzlicher Kühltürme in ausgewählten Atomkraftwerken – berichtet Bloomberg.
Laut der Agentur zwingen bereits jetzt Hitzewellen das Unternehmen zu Einschränkungen im Betrieb der Atomkraftwerke. Die damit verbundenen jährlichen Durchschnittsverluste scheinen derzeit noch gering zu sein und betragen 0,3 Prozent der potenziellen jährlichen Energieproduktion. Dennoch wirken sich diese Mengen bereits auf die Energiepreise in Frankreich und den Nachbarländern aus, wenn erneuerbare Energien diesen Mangel nicht ausgleichen können.
EDF erwartet, dass diese Verluste in den kommenden Jahren mit der weiteren Erwärmung des Klimas zunehmen und bis 2050 bei 1,5 % pro Jahr liegen werden. Deshalb möchte das Unternehmen diese Verluste durch Investitionen in die Anpassung seiner Kernkraftwerke an höhere Temperaturen so weit wie möglich verringern.
Dafür gibt es einen Investitionsplan im Wert von etwa 8,7 Milliarden Euro, der die Anpassung von 57 Reaktoren sowie Hunderten von Staudämmen im ganzen Land an extreme Wetterphänomene wie Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen umfasst.
Einige Kraftwerke sollen zusätzliche, kleinere Kühltürme erhalten, die neben den bestehenden Anlagen errichtet werden. Zwei neue Kernkraftblöcke mit einer Gesamtleistung von fast 1,7 GW, die in Bugey bei Lyon gebaut werden sollen, werden Kühltürme mit einer Höhe von 200 Metern nutzen – 70 Meter höher als die bisher errichteten.
Bloomberg weist darauf hin, dass die Pläne von EDF auch die Wasserkraft betreffen – insbesondere die Modernisierung von Dämmen sowie den Bau neuer Pumpspeicherkraftwerke, was dazu dienen soll, den erwarteten Rückgang der Produktion in diesem Sektor einzudämmen. Derzeit beträgt sie etwa 40 TWh pro Jahr, und laut Prognosen könnte sie mit jedem weiteren Jahrzehnt um 1 TWh sinken.
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Amerikanischer Startup sucht Lithium in Polen und Deutschland
Der amerikanische Startup Atana Elements möchte Lithium in Deutschland und Polen abbauen, in der Nähe der VW-Batteriefabriken in Salzgitter sowie der LG Energy-Fabrik bei Breslau. Das Unternehmen möchte dieses Rohmaterial aus heißen Solequellen gewinnen und gleichzeitig die Geothermie entwickeln – berichtet „Financial Times“.
Laut Angaben von Vertretern von Atana Elements, die von der Zeitung zitiert wurden, sollen die Pläne des Unternehmens in die Strategie der EU passen, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von China bei der Lieferung kritischer Rohstoffe – darunter Lithium, das für die Batterieindustrie entscheidend ist – zu verringern.
Das Startup entstand 2025 in Texas, und zu den Unterstützern gehören der Fonds Lowercarbon sowie das chilenische Bergbauunternehmen Antofagasta. Das Unternehmen ist außerdem mit Lilac Solutions verbunden, das von BMW unterstützt wird und eine Technologie zur Extraktion von Lithium aus Salzlagerstätten entwickelt hat.
Bei der Auswahl von Standorten für die Suche in Polen und Deutschland sollten dem Unternehmen historische geologische Daten sowie Tools unter Verwendung künstlicher Intelligenz helfen. Optimistische Schätzungen deuten darauf hin, dass im Laufe von 20 Jahren der Abbau bis zu 26 Millionen Tonnen Lithiumcarbonatäquivalent (LCE) in beiden Ländern möglich sein könnte.
Das Unternehmen weist jedoch darauf hin, dass die ehrgeizigen Pläne noch in einer sehr frühen Phase sind und unklar ist, inwieweit diese Schätzungen realistisch sind. Derzeit wird auf die Genehmigungen gewartet, die für den Beginn der Erkundungsbohrungen notwendig sind.
Laut Angaben der Internationalen Energieagentur wird die Nachfrage nach diesem für die Elektromobilität und Energiespeicherung wichtigen Rohstoff in diesem Jahrzehnt im Durchschnitt um 30 Prozent pro Jahr steigen, verglichen mit etwa 10 Prozent im vorherigen Jahrzehnt.
Die Prognosen von Wood Mackenzie, Project Blue, Fastmarkets und Mysteel schätzen die Nachfrage nach LCE im nächsten Jahrzehnt auf 3,6–6,3 Millionen Tonnen pro Jahr, gegenüber etwa 1,1 Millionen Tonnen im Jahr 2025.
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Die Kanibalisierung der Energiespeicher in Europa wird zunehmen
In den Jahren 2027–2030 könnten die Einnahmen aus dem Betrieb von Batteriespeichersystemen in einigen europäischen Ländern um mehrere Prozentpunkte auf über 40 % sinken. Laut Montel wird die Marktkanibalisierung mit der Inbetriebnahme weiterer Anlagen sowie dem zunehmenden Wettbewerb unter den Betreibern dieser Einrichtungen weiter ansteigen.
Der Portal zitiert Berechnungen der Firma Aurora Energy Research, deren Analysten davon ausgehen, dass dieses Phänomen insbesondere in den Ländern Südeuropas deutlich sichtbar sein wird – nacheinander in Spanien (-15 %), Portugal (-19 %) und Griechenland (-21 %). Die höchsten Rückgänge werden in Italien (-35 %–41 %) und Rumänien (40 %) erwartet.
Die Einnahmen werden mit dem Einsatz weiterer Speichersysteme zurückgehen, da die Investitionen in Speicher in jüngster Zeit stark zugenommen haben. Dazu tragen sowohl die technologische Entwicklung und fallende Kosten als auch Unterstützungsmechanismen bei. Ziel ist es, die Flexibilität der Elektrizitätsnetze durch den Verzicht auf den sofortigen Verbrauch von Energie aus erneuerbaren Quellen in späteren Stunden zu erhöhen.
In Italien und Rumänien ist die Anzahl der bis Ende dieses Jahrzehnts in Betrieb genommenen Projekte im Verhältnis zu den Bedürfnissen am größten, weshalb mit dem stärksten Rückgang der Einnahmen zu rechnen ist. In Griechenland, Portugal und Spanien befindet sich der Markt für Energiespeicher hingegen noch in einer früheren Entwicklungsphase, wodurch dort in der Zukunft ein stärkerer Konkurrenzkampf um die Speicher zu erwarten ist.
Die von Montel zitierten Experten betonen, dass Investoren auf dieses Phänomen vorbereitet sein müssen und für den zukünftigen Betrieb einen diversifizierten Einnahmezufluss sichern sollten, der neben dem Preismittelschutz auch Unterstützungsmechanismen wie beispielsweise Verträge auf dem Kraftmarkt sowie Vereinbarungen für andere Systemdienstleistungen umfasst.
Ebenso wichtig ist eine sorgfältige Vorbereitung der Investition hinsichtlich technischer Parameter – die Optimierung der Lagerkapazität und -leistung anhand der erwarteten Marktsituationen, um eine Überdimensionierung des Projekts zu vermeiden.
Auch die Lage der Anlage spielt eine Rolle – je stärker ein Gebiet auf das Ausgleichen wetterabhängiger Erneuerbare-Energien-Quellen angewiesen ist, desto besser. Auch hybride Anlagen, die Lager mit Photovoltaik- und Windkraftanlagen verbinden, versprechen bessere Ergebnisse.
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