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Politik

Nach dem Verkauf von 56.897 Exemplaren innerhalb weniger Stunden bereitet Chery die Einführung eines kleinen Elektroautos für Europa zu, dessen Preis bei 15.000 € liegt.

Nach dem Verkauf von 56.897 Exemplaren innerhalb weniger Stunden bereitet Chery die Einführung eines kleinen Elektroautos für Europa zu, dessen Preis bei 15.000 € liegt.

Chery begnügt sich nicht mehr damit, in Europa Autos über seine Marken OMODA und JAECOO zu verkaufen. Der chinesische Hersteller, der zum größten Automobilexporteur Chinas geworden ist, hat bestätigt, dass er zwei Modelle unter eigenem Namen auf den alten Kontinent bringen wird: das kleine Elektroauto Q und den SUV Tiggo X, die dazu dienen sollen, zwei Marktsegmente zu erschließen, in denen die Marke bisher keine direkte Präsenz hatte.

Diese Maßnahme ist Teil eines viel ehrgeizigeren Plans. Chery hat 13 große Markteinführungen zwischen 2026 und 2027 angekündigt, zu denen Verbrennungsfahrzeuge, Hybride, Elektroautos, SUVs, Limousinen und Pickups gehören werden. Das Q und der Tiggo X sind nur die Spitze dieser Expansion, wobei jedes Modell auf eine völlig andere Kundengruppe abzielt. Cherys Strategie, seine Präsenz in Europa auszubauen, wird insbesondere die Fabrik von EBRO in Barcelona zu einem zentralen Schwerpunkt machen.

Ein kompaktes Elektrofahrzeug mit Hinterradantrieb

Innenraum des Chery Q

Der Chery Q ist ein kleines Elektro-Hatchback mit einer Länge von 4.195 mm, einer Breite von 1.811 mm und einer Höhe von 1.568 mm sowie einem Radstand von 2.700 mm. In den Märkten, in denen er bereits verkauft wird, ist der Motor im Hinterradantrieb montiert und entwickelt eine Leistung von 122 PS; er wird von einer LFP-Batterie mit 41,3 kWh Kapazität angetrieben. Der Hersteller gibt eine Reichweite von über 400 Kilometern an, wobei diese Zahl aus weniger anspruchsvollen Homologationszyklen stammt als dem europäischen WLTP-Standard. Die tatsächliche Reichweite wird erst kurz vor der Markteinführung bekannt. Der Verkaufspreis sollte bei etwa 15.000 Euro liegen, abzüglich von Rabatten und Subventionen.

Jenseits der Mechanik setzt der Chery Q auf praktische Lösungen, die bei einem Auto dieser Größe ungewöhnlich sind: Unabhängige Federung an beiden Achsen, eine V2L-Funktion zur Nutzung der Batterie als externe Energiequelle, ein 70-Liter-Kofferraum vorne sowie eine Zuladung von bis zu 1.450 Litern, wenn die Rücksitze umgeklappt werden. Der Hersteller betont außerdem, dass der Innenraum über 38 Fächer zur Aufbewahrung von Gegenständen verfügt. In China wurden innerhalb weniger Stunden nach dem Verkaufsstart insgesamt 56.897 Exemplare des Chery Q verkauft.

Der entscheidende Ort wird Paris sein – im Schatten von Volkswagen und Renault

Chery hat bestätigt, dass der Q nächsten Monat im Oktober auf dem Pariser Autosalon in Europa debütieren wird, wo die Marke erstmals unter eigenem Namen präsent sein wird. Ein Markteintritt in Länder wie Polen ist für das kommende Jahr geplant. Dort wird er mit etablierten Konkurrenten wie dem Volkswagen ID. Polo, dem Renault 5 E-Tech oder dem neuen Geely E2 konkurrieren – in einem Segment, in dem der Preis entscheidend ist, um europäische Käufer zu überzeugen. In Zukunft wird er auch mit dem ersten Elektroauto von EBRO konkurrieren, das nach dem Vorbild des Chery Q entwickelt wurde und von der Marke bereits vor einigen Monaten angekündigt wurde.

Der Tiggo X, ein SUV von fast fünf Metern Länge mit sieben Sitzplätzen

Chery Tiggo X

Am anderen Ende des Spektrums steht der Chery Tiggo X, ein SUV mit einer Länge von etwa 5 Metern und Platz für sieben Insassen, dessen Karosserie deutlich kantiger ist als die der anderen Modelle dieser Familie. Sein Design mit einem vertikalen Heck und einer erhöhten Motorhaube ordnet ihn in die aktuelle Mode der quadratischer geformten SUVs ein. Chery präsentiert den Tiggo X nicht als eigenständiges Modell, sondern als Beginn einer kompletten SUV-Familie mit einem Schwerpunkt auf Lebensstil und Fahrten abseits der Straße.

Das erste Modell dieser neuen Serie wird mit einem einsteckbaren Hybridantrieb ausgestattet sein, der eine Kombination von etwa 483 PS und 630 Nm Drehmoment erzeugen kann. Zudem verfügt es über eine Batterie, die einen Fahrweg von rund 200 Kilometern ausschließlich mit Elektroantrieb ermöglicht. Diese Werte stammen, genauso wie beim Q, aus dem chinesischen CLTC-Prüfzyklus; daher wird der Wert im europäischen WLTP-Prüfzyklus voraussichtlich niedriger ausfallen.

Lokale Entwicklung zur Anpassung an die europäischen Straßen

Chery Q Hinten

Um das typische Problem chinesischer Autos zu vermeiden, die auf ihrem Heimatmarkt gut funktionieren, in Europa aber nicht überzeugen, hat Chery ein Forschungs- und Entwicklungszentrum neben dem Testgelände UTAC Millbrook in Bedfordshire eingerichtet. Dort wird an Fahrsteuerung, Federung, Dämpfern, Software sowie Systemen zur Fahrdynamikunterstützung gearbeitet, wobei das Verhalten deutscher Autos als Vorbild dient. Das Zentrum, das sich möglicherweise auch mit autonomer Fahrtechnik und künstlicher Intelligenz beschäftigt, wird nicht ausschließlich für Chery tätig sein: Die dort entwickelten Lösungen werden auch Omoda, Jaecoo und Lepas zugutekommen.

Cherys europäische Strategie beschränkt sich nicht auf den Verkauf importierter Autos. Die ehemalige Nissan-Fabrik in der Freihandelszone Barcelona, wo die chinesische Marke mit EBRO zusammenarbeitet, nahm Ende 2024 die Produktion auf und startete im Juni die M1-Linie, die es ermöglicht, einen weitaus größeren Teil des Montageprozesses direkt in der Fabrik durchzuführen. Derzeit werden dort Modelle der Marke Ebro hergestellt, doch Chery erwägt bereits die Möglichkeit, dort auch ein eigenes Elektro-SUV zu produzieren, obwohl es noch keinen endgültigen Zeitplan gibt.