Das größte Elektrofahrzeugunternehmen der Welt hat gerade eine Partnerschaft mit einem afrikanischen Hersteller von Elektromotorrädern eingegangen.


Der Markt für Elektromotorräder in Afrika steht kurz davor, eine interessante Kombination aus chinesischer Produktionsskala und inländischer Infrastruktur für den Akkutausch zu erhalten.
Yadea, der chinesische Elektrozweirad-Riese, der weltweit bereits mehr als 100 Millionen Fahrzeuge verkauft hat, hat eine neue strategische Partnerschaft mit dem afrikanischen Elektromobilitätsunternehmen Spiro bekannt gegeben. Beide Unternehmen planen, gemeinsam Elektromotorräder und -scooter zu entwickeln, die speziell auf afrikanische Märkte zugeschnitten sind, und diese Fahrzeuge in Spiros rasant wachsendes Netzwerk für den Akkutausch zu integrieren.
Und es handelt sich dabei keineswegs um ein kleines Pilotprojekt.
Spiro gibt an, bereits mehr als 130.000 Elektromotorräder in sieben afrikanischen Ländern im Einsatz zu haben, die von über 2.500 Akkutauschstationen unterstützt werden. Das Unternehmen behauptet, seine Fahrer hätten bereits mehr als 50 Millionen Akkutausche durchgeführt und mehr als zwei Milliarden Kilometer zurückgelegt.
Nun wird die beträchtliche Fertigungskapazität von Yadea diesem Ökosystem hinzugefügt. Als weltweit größtes EV-Unternehmen nach Verkaufszahlen verfügt Yadea über umfassende Erfahrungen in der Massenproduktion von Fahrzeugen.
Im Rahmen der neuen Vereinbarung wird Yadea Elektro-Zweiräder sowie weitere EV-Produkte für die Märkte von Spiro liefern, während Spiro diese Fahrzeuge in seine bestehende Infrastruktur für Akkutausch und Energieversorgung integrieren wird.
Möglicherweise noch interessanter ist, dass die Unternehmen angeben, gemeinsam maßgeschneiderte Elektro-Zweiräder entwickeln zu wollen, die speziell für afrikanische Märkte konzipiert sind. Das bedeutet, die Fahrzeuge an die örtlichen Straßenverhältnisse sowie an den intensiven kommerziellen Einsatz anzupassen, wie er bei Motorradtaxis, Lieferfahrern und anderen Fahrern mit hohen Kilometerständen üblich ist.

Zweiräder dienen bereits auf weiten Teilen des afrikanischen Kontinents als unverzichtbare Transport- und Geschäftsmittel. Der hohe tägliche Kilometerstand bedeutet außerdem, dass die Einsparungen bei den Betriebskosten durch den Wechsel von Benzin auf Elektroenergie schnell addieren können.
Das Batterietausch-Verfahren löst ein weiteres großes Problem in diesem Zusammenhang. Anstatt die Fahrer dazu bringen zu müssen, stundenlang stillzustehen, während ihre Motorräder aufgeladen werden, können erschöpfte Batterien in wenigen Minuten einfach durch geladene Akkus ersetzt werden.
Spiro baut genau diese Art von Infrastruktur auf und erweitert gleichzeitig seine Fertigungs- und Montageanlagen in Uganda, Kenia, Nigeria und Ruanda.
Yadea bringt eine völlig andere Größenordnung in diese Partnerschaft ein. Das 2001 in China gegründete Unternehmen gibt an, derzeit in mehr als 100 Ländern tätig zu sein, über 10 Produktionsstätten sowie mehr als 40.000 Verkaufsstellen zu haben und über 2.000 Patente im Bereich der Elektrofahrzeugtechnologie zu besitzen.
Spiro hat in der Zwischenzeit weitere 270 Millionen Dollar eingesammelt, um seine Aktivitäten im Bereich elektrischer Motorräder und Batterietausch auszubauen.
Wenn diese beiden Parteien zusammenarbeiten, könnte diese Partnerschaft weitaus bedeutender werden als nur ein weiteres Vertriebsabkommen für Elektromotorräder. Yadea weiß, wie man Millionen von Elektrozweirädern herstellt, während Spiro jahrelang daran gearbeitet hat, die weitaus schwierigere Frage zu lösen, wie man Elektromotorräder auf den afrikanischen Märkten den ganzen Tag über in Betrieb halten kann.
Falls die beiden Parteien ihre Stärken erfolgreich kombinieren können, könnten wir es hier mit einer der wichtigsten Partnerschaften im Bereich Elektrozweiräder auf dem Kontinent zu tun haben.
