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The Mobility House verkauft Nordamerika-Tochter

The Mobility House verkauft Nordamerika-Tochter

Die amerikanische EDF-Tochter PowerFlex übernimmt The Mobility House North America im Rahmen eines Anteilstauschs: Die amerikanische Gesellschaft von The Mobility House geht in PowerFlex auf, das deutsche Techunternehmen wird wiederum Minderheitsgesellschafter von PowerFlex.

Bei The Mobility House hält die Umstrukturierungsphase an. Erst kürzlich haben wir den abgeschlossenen Verkauf der Flottensparte The Mobility House Solutions an Edenred vermeldet. Nun gibt es auch bei der Amerika-Tochter Bewegung: Mit PowerFlex wird die Gesellschaft von einer Tochtergesellschaft des EDF-Ablegers EDF Renewables North America aufgekauft. EDF selbst ist ein französischer Energiekonzern. Gleichzeitig bleibt The Mobility House durch einen Einstieg bei PowerFlex aber indirekt in Nordamerika präsent – als neuer Minderheitsgesellschafter bei PowerFlex.

„Der Zusammenschluss verbindet führende Position im intelligenten Lademanagement für Bus- und Flottendepots mit einer umfassender Plattform für Ladeinfrastruktur, Solarenergie und Batteriespeicher“, schreibt das Münchner Unternehmen dazu. Tatsächlich versuchte The Mobility House mehrere Jahre lang, vor allem als Spezialist für das Depotladen in den USA und Kanada Fuß zu fassen, allerdings setzte der Firma wie vielen Mitbewerbern der politisch gewollte, verlangsamte eMobility-Hochlauf in den USA zu. Statt eigenständig das Geschäft in Nordamerika zu entwickeln, will The Mobility House nun „den strategischen Fokus auf das Energiegeschäft mit Vehicle-to-Grid- und Vehicle-to-Home-Anwendungen in Europa“ legen.

The Mobility House trennt sich vom ChargePilot

Bei PowerFlex handelt es sich um ein Cleantech-Unternehmen, das sein Geld u.a. mit Ökosystemen aus Ladeinfrastruktur, Solarenergie und Batteriespeicher verdient. Durch die Integration von The Mobility House North America wolle PowerFlex seine Marktposition beim intelligenten Laden von Schulbus-, ÖPNV- und Flottendepots verbessern und von den Erfahrungen der TMH-Tochter bei der Integration von Elektrofahrzeugen in das Energiesystem profitieren, heißt es. Einen Namen gemacht hat sich The Mobility House u.a. für sein intelligentes Lade- und Energiesystem ChargePilot, das in den USA und Kanada nun unter PowerFlex weiterverbreitet werden soll. Auch in Europa wird der ChargePilot inzwischen durch den Verkauf der Solutions-Sparte nicht mehr von The Mobility House, sondern von Edenred vermarktet.

In Nordamerika steuert der ChargePilot laut den Verantwortlichen zurzeit mehr als 100 Megawatt Ladeleistung für über 150 Flottenbetreiber in den USA und Kanada. „Darüber hinaus realisiert The Mobility House North America sieben Projekte zur Vehicle-Grid-Integration mit elektrischen Schulbussen in mehreren US-Bundesstaaten von der Ost- bis zur Westküste“, heißt es weiter. PowerFlex ergänze diese Kompetenzen um eine umfassende Plattform für Flottenladen, Ladeinfrastruktur, Solarenergie, Batteriespeicher und standortübergreifendes Energiemanagement.

The Mobility House bezeichnet die Transaktion derweil als einen weiteren konsequenten Schritt bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens: „Künftig wird The Mobility House seine operativen Ressourcen und seine Technologieentwicklung noch stärker in Europa bündeln und sich dort auf das Energiegeschäft mit Vehicle-to-Grid- und Vehicle-to-Home-Anwendungen konzentrieren. Im Mittelpunkt stehen die Aggregation und Optimierung von Fahrzeug- und stationären Batterien an den Energiemärkten.“ Mit derselben Begründung erfolgte vor Kurzem auch der Verkauf der Solutions-Sparte.

„Richtig für die nächste Wachstumsphase“

Thomas Raffeiner, Gründer und CEO von The Mobility House, kommentiert: „Wir haben The Mobility House North America von Grund auf aufgebaut und gemeinsam mit dem Team eine führende Position beim intelligenten Laden großer Bus- und Flottendepots erreicht. Mit PowerFlex erhält dieses Geschäft die Reichweite, Ressourcen und ergänzenden Kompetenzen, die es für die nächste Wachstumsphase benötigt. Deshalb bringen wir unser Nordamerika-Geschäft in eine größere Plattform ein und bleiben als Gesellschafter an seiner weiteren Entwicklung beteiligt.“ Zugleich wollen Raffeiner und sein Team The Mobility House „noch klarer auf unser europäisches Energie- und V2G/V2H-Geschäft ausrichten“.

Gregor Hintler, CEO von The Mobility House North America, ergänzt: „Durch den Zusammenschluss können wir unsere Lösungen nun mit zusätzlichen Entwicklungs- und Projektkapazitäten sowie umfassenden Kompetenzen in den Bereichen Solarenergie, Batteriespeicher und Energiemanagement verbinden. Das ist die richtige Plattform, um unser Geschäft und die Vehicle-Grid-Integration in Nordamerika weiter zu skalieren.“

Kontinuität für Partner und Kunden

PowerFlex verwaltet nach Angaben der Partner zurzeit mehr als 70.000 Ladepunkte und hat in den USA bereits gewerbliche Solaranlagen mit einer Leistung von mehr als 500 Megawatt sowie Batteriespeicher mit einer Kapazität von über 50 Megawattstunden installiert. Außerdem soll die EDF-Tochter in Nordamerika über eine starke Position bei großen gewerblichen Flotten verfügen.

Für Kunden und Partner von The Mobility House North America soll unterdessen Kontinuität gewährleistet werden: „Bestehende Verträge, Dienstleistungen und Ansprechpartner bleiben erhalten“, heißt es. Allen voran Noch-CEO Gregor Hintler wechsele zu PowerFlex und setze die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern fort.