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Thailand erhöht Steuer auf E-Auto-Importe drastisch

Thailand erhöht Steuer auf E-Auto-Importe drastisch

Thailand erhöht die Verbrauchssteuer auf importierte Elektrofahrzeuge ab 2027 drastisch von 10 beziehungsweise 15 auf einheitlich 35 Prozent. Damit will die Regierung Fahrzeugimporte aus China eindämmen und ausländische Hersteller dazu bewegen, eigene Fabriken und Arbeitsplätze im Land aufzubauen.

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Bild: Honda

Thailand erhöht zum 1. Januar 2027 die Verbrauchssteuer auf importierte Elektroautos drastisch auf 35 Prozent. Betroffen sind BEVs, deren Steuersatz aktuell 10 Prozent beträgt, sowie REEVs, also E-Autos mit Range Extender, die bislang mit 15 Prozent besteuert wurden. Die Regelung zielt auf Fahrzeuge ab, die als Fertigprodukte nach Thailand eingeführt werden oder keine Komponenten aus thailändischer Fertigung nutzen.

Die Steueranpassung basiert auf Beschlüssen aus 2025 und 2026 des Nationalen Komitees für Elektrofahrzeugpolitik. Ihr ging ein starker Druck auf den heimischen Markt voraus. Thailändische Branchenverbände warnten vor einer Krise der lokalen Autobauer, da diese nicht mit den deutlich günstigeren Importen aus China konkurrieren können. Die Zahlen von 2026 zeigen zwar, dass die Elektromobilität in Thailand einen Nachfrageschub erlebt, denn erstmals machten elektrifizierte Fahrzeuge mit 55 Prozent die Mehrheit aller Neuzulassungen aus, jedoch profitierte davon vor allem der Import ausländischer Fahrzeuge.

Um den Industriestandort attraktiv zu halten, hat das Finanzministerium die Verbrauchssteuerbehörde angewiesen, direkte Gespräche mit ausländischen Investoren und Unternehmen zu führen. Herstellern, die sich zu neuen Investitionen in dieFertigung oder Montage von Schlüsselkomponenten in Thailandverpflichten, stellt die Behörde spezielle Steuersätze in Aussicht.

Mit den bisherigen Förderprogrammen, Steuererleichterungen und Kaufprämien hat Thailand bereits umgerechnet über 3,5 Milliarden Euro an Investitionen angelockt, getätigt unter anderem von chinesischen Herstellern wie BYD, Changan und Great Wall Motor. Bis August 2026 stiegen die genehmigten Investitionen im gesamten Ökosystem der Elektromobilität auf umgerechnet 4,1 Milliarden Euro, verteilt auf 189 Projekte. Die Steueranpassung ab 2027 soll nach folgendem Prinzip diese Kapitalzuflüsse nachhaltig im Land binden und den Standort absichern:

Der investitionsgetriebene Fahrzeugimport wird direkt an die Bereitschaft gekoppelt, vor Ort zu investieren. So soll Thailand nicht bloß ein Konsummarkt bleiben, sondern als Zentrum für die Produktion sowie den Export umweltfreundlicher Fahrzeuge etabliert werden. Die Strategie setzt auf eine hohe lokale Wertschöpfung, indem der Anteil thailändischer Bauteile gezielt gesteigert werden soll, um heimischen Zulieferern ihre Marktanteile zu sichern.