TEST – Skoda Peaq: sieben Sitze, 600 km Reichweite und viel Komfort

Skodas neues Elektro-Flaggschiff ist ein SUV mit einer Länge von fast 4,90 Metern, das in Italien nur als Siebensitzer erhältlich ist. Das Interieur ist anspruchsvoller als zuvor und die Reichweite beträgt bis zu 600 km. Die Preise beginnen bei 50.000 Euro.
Skoda setzt neue Maßstäbe mit dem Peaq, dem neuen Elektro-Flaggschiff des tschechischen Herstellers. Ein SUV mit wirklich beeindruckenden Abmessungen: fast 4,90 Meter Länge, sieben Sitzplätze, viel Platz sowie eine angegebene Reichweite, die in der leistungsstärksten Version über 600 km beträgt.
Es handelt sich um ein Modell, das für Skoda auch in Bezug auf Design, wahrgenommene Qualität und Komfort einen weiteren Schritt nach vorn bedeutet. Es bleibt ein sehr praktisches Auto, wie es die Tradition der Marke vorsieht, doch mit einem deutlich anspruchsvolleren Stilansatz und einer besseren Ausstattung des Interieurs.
Fast 4,90 Meter – doch das Design bleibt schlicht
Auch der Peaq übernimmt die neue stilistische Sprache Modern Solid von Skoda. Trotz seiner großen Abmessungen ist das Design eher sauber und minimalistisch sowie besonders gelungen in seinen Proportionen.
Die Front übernimmt die mittlerweile charakteristischen Elemente der neuen stilistischen Ausrichtung des Herstellers – angefangen bei der schwarzen Tech-Deck Face, hinter der ein Großteil der Sensoren verborgen ist, bis hin zur neuen T-förmigen Beleuchtung. Dieses Element kommt auch an der Rückseite wieder vor.
Die Seitenansicht ist unweigerlich imposant, mit großen 21-Zoll-Rädern. Zum ersten Mal bei einem Skoda sind außerdem Türgriffe, die nahtlos in die Karosserie integriert sind – eine Lösung, die auch zum besseren Aerodynamikprofil beiträgt. Der angegebene Widerstandsbeiwert beträgt 0,249, was angesichts der Abmessungen und des Fahrzeugtyps ein interessanter Wert ist.
Der hintere Bereich ist sehr sauber, fast frei von überflüssigen Elementen. Die Hecktür wird elektrisch bedient und gibt Zugang zum Kofferraum, der auch bei voller Belegung mit allen sieben Sitzen eine Kapazität von etwa 300 Litern behält. Durch Umklappen der dritten Reihe erhöht sich die Kapazität auf rund 900 Liter, während durch Umklappen auch der zweiten Reihe mehr als 2.000 Liter erreicht werden. Vorne gibt es außerdem einen Frunk mit 37 Litern.
Die Abmessungen erklären gut die verfügbare Raummenge: 4.874 mm Länge, 1.867 mm Breite und 1.674 mm Höhe, mit einem besonders großzügigen Radstand von 2.965 mm.
Innen ändert sich der Radstand: viel Platz und höhere Qualität
Und gerade dieser fast drei Meter lange Radstand sorgt für enormen Innenraum. Die ersten beiden Reihen sind wirklich sehr komfortabel, während die dritte offensichtlich eher für kleinere Passagiere konzipiert ist.
Am beeindruckendsten ist die Arbeit, die Skoda leistet, um seine Modelle auch aus ästhetischer Sicht sowie hinsichtlich der wahrgenommenen Qualität anspruchsvoller zu gestalten. Die Materialien sind hochwertig, die Vordersitze besonders bequem und verfügen außerdem über eine Entspannungsfunktion, die es ermöglicht, sie in Sessel umzuwandeln.
Das Armaturenbrett hat einen stark horizontalen Charakter, mit mehreren übereinanderliegenden Ebenen, doch insgesamt einfache und minimalistische Formen. Die physischen Bedienelemente sind auf ein Minimum reduziert: Es bleiben einige zentrale Tasten für die Klimaanlage sowie ein Drehregler zur Lautstärkeregelung.
In der Mitte dominiert das große 13,6-Zoll-Display des auf Android basierenden Infotainmentsystems. Die Grafik ist klar, die Menüs gut organisiert und die Bedienung intuitiv, wodurch das häufige Abwenden des Blicks von der Straße reduziert wird. Hinter dem Lenkrad – das in der Anordnung der Bedienelemente wirklich gut gelungen ist – befindet sich hingegen ein 10,25-Zoll-Digitalcockpit.
Peaq 60 und 90X: bis zu 600 km Reichweite
In Italien wird der Skoda Peaq zunächst in zwei Versionen erhältlich sein: Peaq 60 und Peaq 90X. Der Peaq 60 verfügt über Hinterradantrieb und entwickelt eine maximale Leistung von 150 kW. Der Peaq 90X nutzt hingegen zwei Motoren, einen pro Achse, und somit Allradantrieb, mit einer Gesamtleistung von 220 kW. Die angegebenen Reichweiten betragen jeweils etwa 450 km und 600 km.

Auch die Batteriekapazität ändert sich natürlich (60 und 90 kWh), wobei die Gleichstrom-Ladegeschwindigkeit bei den leistungsstärkeren Versionen bis zu 200 kW beträgt. Unter idealen Bedingungen ist es so möglich, in weniger als einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent Ladegrad zu gelangen.
Das sind wichtige Werte, insbesondere wenn man den Einsatzbereich von Peaq betrachtet: ein Auto, das für große Familien, lange Reisen sowie für diejenigen konzipiert ist, die viel Platz benötigen, ohne auf Elektromobilität verzichten zu wollen.
Wie es ist: Komfort an erster Stelle
Auf der Straße zeigt die Peaq sofort, welche Priorität sie hat: Komfort. Insbesondere was Bequemlichkeit angeht, während die Geräuschentwicklung verbessert werden könnte. Bei Autobahngeschwindigkeiten sind nämlich die aerodynamischen Geräusche nicht zu vernachlässigen. Die Federung hingegen funktioniert gut bei Unregelmäßigkeiten und trägt dazu bei, dieses Gefühl eines „großen Reisefahrzeugs“ zu schaffen, was vermutlich einer der überzeugendsten Aspekte des Fahrzeugs ist.
Das Lenkverhalten ist präzise und ausreichend progressiv, doch alles ist im Verhältnis zu den technischen Daten. Die Peaq ist ein fast fünf Meter langer SUV mit erheblichem Gewicht: Das Gewicht und die Abmessungen werden besonders bei schnellen Richtungswechseln, in engen Manövern und beim Beschleunigen spürbar.

In der Peaq 60 ist die Motorantwort sofort da, doch es fehlt das fast augenblickliche Ansprechverhalten, wie man es bei leichteren und kompakteren Elektrofahrzeugen findet. Hier ist der Antrieb eher schrittweise und entspricht der allgemeinen Ausrichtung des Autos.
Auch die Agilität leidet unweigerlich unter dem Gewicht. Die Peaq bevorzugt ein flüssiges und entspanntes Fahren statt besonders aggressiver Tempi.
Die Bremsung hingegen weist wieder einige Eigenschaften auf, die bereits bei Modellen auf der MEB-Plattform bekannt sind. Im ersten Drittel des Pedalwegs kann das Eingreifen etwas verzögert erscheinen, wobei die Bremswirkung nicht sofort einsetzt. Es braucht einige Kilometer, um sich daran zu gewöhnen – besonders wenn man von einem Auto mit direkterer Pedalantwort kommt.
Preise: ab 50.000 Euro
Und so kommen wir unweigerlich zum Preis. Der Skoda Peaq 60 beginnt bei etwa 50.000 Euro, während für den leistungsstärkeren und ausgestatteteren Peaq 90X etwa 60.000 Euro benötigt werden.
Das sind definitiv keine niedrigen Beträge, die im Vergleich zu einigen chinesischen Elektro-SUVs noch teurer erscheinen. Peaq spielt jedoch ein etwas anderes Spiel: Es handelt sich um ein europäisches Auto der Volkswagen-Gruppe mit sieben Sitzplätzen, großen Abmessungen und einer unbestreitbaren Verarbeitungsqualität.
Zusätzlich verfügt der 90X über Allradantrieb, 220 kW Leistung sowie eine angegebene Reichweite von rund 600 km – Eigenschaften, die den Peaq insbesondere für diejenigen interessant machen, die ein einziges Elektroauto suchen, das auch für lange Familienreisen geeignet ist.
Sie ist weder kompakt noch leicht und sicherlich auch nicht günstig (im absoluten Sinne). Peaq zielt vor allem darauf ab, Praktikabilität, Komfort und Autonomie zu bieten. Und in diesen drei Aspekten verfügt das neue Flaggschiff von Skoda über durchaus überzeugende Argumente.