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Tesla ruft 20.349 Fahrzeuge des Modells 3 und Y zur Wartung auf. Diesmal reicht ein OTA-Update nicht aus.

Tesla ruft 20.349 Fahrzeuge des Modells 3 und Y zur Wartung auf. Diesmal reicht ein OTA-Update nicht aus.

Tesla startet aufgrund einer Entscheidung der NHTSA mit einer Wartungsaktion für 20.349 Exemplare des Model 3 und des Model Y aus den Jahren 2017–2023. Es geht um die Abblendlichter, die bei einigen Fahrzeugen zu hell leuchten und den amerikanischen Grenzwert überschreiten, wodurch eher ein Besuch in der Werkstatt statt einer Korrektur über das Internet erforderlich ist.

Das Problem betrifft 18.735 Exemplare des Model Y aus den Jahren 2020–2023 sowie 1.614 Stück des Model 3 aus den Jahren 2017–2023. In diesen Fahrzeugen waren Scheinwerfer von Marelli Automotive Lighting mit den Nummern 1077371-98-L und 1077372-00-L installiert.

Zu helles Licht, doppelt über dem Standard

Laut der amerikanischen Spezifikation ist hier ein maximaler Wert von 125 Candela zulässig. In den Tests erreichten die Tesla-Scheinwerfer sogar 230,1 Candela. Das ist kein geringer Unterschied, sondern ein Wert, der fast das Doppelte des Limits beträgt.

Falls jemand nachts das Gefühl hatte, dass die Tesla-Fahrzeuge ihm „in die Augen leuchten“, muss es diesmal nicht an Boshaftigkeit des Besitzers oder einem Internet-Meme liegen. Einfach weil bei einigen Autos tatsächlich die Scheinwerfer über den zulässigen Standard hinausleuchten.

Das Problem besteht seit 2023

Es kam nicht plötzlich dazu. Schon im Jahr 2023 entdeckte ein kanadisches Labor bei routinemäßigen Tests Unregelmäßigkeiten. Tesla prüfte den Fall und bestätigte dasselbe Problem bei seinen Fahrzeugen.

Der Hersteller versuchte, das Ausmaß der Maßnahmen einzuschränken und die amerikanische Behörde NHTSA davon zu überzeugen, keinen vollständigen Rückruf aller betroffenen Fahrzeuge durchzuführen. Der Grund war einfach: Es gab keine Unfälle oder Verletzungen, die auf diesen Defekt zurückzuführen waren. Dennoch wurden 3 Garantieverfahren und 1 Meldung vom Markt registriert.

NHTSA lehnte Teslas Antrag im Juli ab. Danach ging es nur noch bergab – zumindest für die Behörde, denn für Tesla wird die Rechnung weniger angenehm ausfallen.

Dieses Mal wird Software wohl nicht helfen

In der Welt von Tesla klingt eine „Wartungsaktion“ oft bedrohlicher, als sie tatsächlich ist. Oft endet sie mit einem OTA-Update, manchmal sogar bereits mit einem zuvor im Auto installierten Update. Der Titel täuscht, und der Besitzer muss nichts tun.

Hier sieht es anders aus. In den Dokumenten steht nicht, dass das Problem mit Software gelöst wurde. Das deutet stark darauf hin, dass eine physische Reparatur erforderlich ist – vermutlich der Austausch der Scheinwerfer.

Und das tut schon mehr weh als ein paar Zeilen Code. Es geht um 20.349 Lichtsets sowie die Arbeitskosten. Man muss es nicht verbergen: Tesla hat wahrscheinlich versucht, die Helligkeit programmseitig zu verringern. Offenbar ist das nicht möglich gewesen.

Welche Fahrzeuge sind betroffen

Die meisten defekten Scheinwerfer befanden sich in Autos, die vor dem 2. Juni 2023 hergestellt wurden. Theoretisch sollte das Thema danach abgeschlossen sein, doch bis zum 3. Mai 2024 verließen noch 432 Fahrzeuge die Fabrik mit derselben Lampentypen.

Die Tesla-Verkaufsstellen haben bereits Informationen über die Aktion erhalten. Die Besitzer sollen bis zum 15. September 2026 schriftliche Benachrichtigungen erhalten. Erst dann erfahren sie, wie genau das Reparaturverfahren ablaufen wird.

Es handelt sich um einen interessanten Fall, denn er zeigt den Unterschied zwischen „Tesla-Rückrufen im großen Stil“ und einem tatsächlichen Hardware-Problem. Falls Sie ein Tesla dieser Baujahre besitzen, würden Sie die Scheinwerfer sofort überprüfen oder auf einen offiziellen Brief warten?

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