Tesla beginnt die Produktion von Megapack 3 mit 28 Prozent mehr Energie pro Einheit


Tesla hat mit der Herstellung seiner nächsten Generation von Netzspeichern des Typs Megapack 3 begonnen, wobei die ersten Exemplare bereits in der neuen Megafactory des Unternehmens in Brookshire, Texas, fertiggestellt wurden.
Von der Grundsteinlegung bis zur Produktion vergingen 16 Monate, und die Anlage ist darauf ausgelegt, jährlich 50 GWh an Megapack 3 herzustellen. Laut Tesla enthält diese Version etwa 28 Prozent mehr Energie als der Megapack, den sie ersetzt, bei derselben Größe.
Tesla bestätigte über ihr Megapack-Konto den Produktionsstart am Mittwoch und wies darauf hin, dass die Anlage in Brookshire „eine ausgelegte Kapazität von 50 GWh/Jahr für Megapack 3 hat“. Es handelt sich dabei um die physische Umsetzung der Vorstellung von Megapack 3 und Megablock im letzten September, als Tesla die Spezifikationen vorstellte, aber noch keine Einheiten ausgeliefert hatte.
Megapack 3 wird offiziell in unserer neuesten Megafactory in Brookshire, Texas, produziert!
Die Fabrik wurde innerhalb von nur 16 Monaten vom Grundsteinlegung bis zur Inbetriebnahme fertiggestellt und verfügt über eine ausgelegte Kapazität von 50 GWh/Jahr für Megapack 3 pic.twitter.com/PJTyboJCcp
— Tesla Megapack (@Tesla_Megapack) 6. August 2026
Hier sind also die tatsächlichen Änderungen zwischen Megapack 3 und den vorherigen Versionen.
Was ist bei Megapack 3 anders?
Ein einzelner Megapack 3 kann etwa 5 MWh speichern, im Vergleich zu 3,9 MWh beim Megapack 2 XL. Das bedeutet eine Erhöhung der Speicherkapazität um rund 28 Prozent in einem Gerät, das denselben Platz einnimmt.
Tesla erreicht dies hauptsächlich durch den Einsatz größerer Zellen. Der Megapack 3 verwendet nun ein größeres Zellformat mit 2,8 Litern Volumen, wodurch Tesla mehr Kapazität in jedes Gehäuse unterbringen kann, ohne dessen Abmessungen vergrößern zu müssen.
Die andere wichtige Veränderung betrifft die Verrohrungssysteme. Tesla gibt an, dass der Megapack 3 im Vergleich zur Vorgängergeneration die Anzahl der Verbindungsstellen für das Wärmesystem um 78 Prozent reduziert. Weniger Verbindungen bedeuten weniger Stellen, an denen eine wassergekühlte Batterie undichten oder versagen kann, sowie weniger Arbeitsaufwand bei der Montage und Wartung. Es klingt vielleicht nicht spektakulär, doch im großtechnischen Maßstab sind Zuverlässigkeit und Installationszeit entscheidend.
Zum Kontext: Der Megapack verfolgt bereits seit Jahren diesen Aufwärtstrend. Er wurde 2019 mit etwa 3 MWh auf den Markt gebracht, dann erhöhte Tesla diesen Wert im Jahr 2022 mit dem 2 XL auf 3,9 MWh. Der Megapack 3 stellt den größten Sprung bisher dar.
Der eigentliche Wandel ist der Megablock
Ein Megablock kombiniert bis zu vier Megapack 3-Einheiten (etwa 20 MWh) mit Transformator und Schaltschrank, die bereits in der Fabrik integriert sind. Bei älteren Megapacks fand ein Großteil der Mittelspannungsverkabelung vor Ort statt – das ist einer der langsamsten und teuersten Schritte bei der Errichtung eines Batterieparks.

Durch die Verlegung dieser Arbeiten in geschlossene Räume kann Tesla laut eigenen Angaben 248 MWh pro Acre erzeugen und innerhalb von 20 Geschäftstagen 1 GWh bereitstellen – wobei die Installation etwa 23 % schneller abläuft als mit dem aktuellen Ansatz. Die Logik ist einfach: weniger LKWs und Elektriker vor Ort sowie schnellere Vernetzung.
Tesla hat kürzlich einen Vertrag im Wert von 5 Milliarden Dollar über 25 GWh Megapack-Kapazitäten mit NatPower in Europa abgeschlossen, und Rechenzentrumsbetreiber kaufen Speichersysteme in dem Tempo, in dem Tesla sie bauen kann. Genau das verlangen diese Kunden: eine dichtere Anlage, die schneller errichtet werden kann.
Warum die neue Fabrik wichtig ist
Brookshire ist Teslas Lösung für ein Lieferproblem. Die Megafabrik des Unternehmens in Lathrop, Kalifornien, sowie die Fabrik in Shanghai arbeiten auf Hochtouren, und Tesla kündigte diese dritte Megafabrik insbesondere an, um Kapazitäten hinzuzufügen, da der Wettbewerb mit CATL, Fluence und BYD zunimmt.
Mit 50 GWh pro Jahr, die allein für Megapack 3 vorgesehen sind, könnte Brookshire schnell zu Teslas größtem Produktionsstandort für Energiespeicher werden und damit die Gesamtleistung von Lathrop allein übertreffen. Zudem ist ein Bauzeitraum von 16 Monaten für eine Anlage dieser Größe recht schnell.
Electreks Einschätzung
Es ist beeindruckend, wie schnell Tesla eine neue Fabrik in Betrieb nehmen kann.
Doch die wichtigste Spezifikation bei Megapack 3 sind nicht die 5 MWh – es ist der Megablock. Netzspeicher werden nicht deshalb nicht gebaut, weil die Zellen nicht gut genug wären; vielmehr stockt der Bau durch Probleme bei der Vernetzung, den Genehmigungen sowie durch die langwierige und kostspielige Verkabelung vor Ort. Die Umsetzung dieser Prozesse in der Fabrik ist eine eher unscheinbare, aber entscheidende Produktionsleistung, die tatsächlich zur Steigerung der Verbreitung beiträgt. Genau dieses Vorgehen hat Tesla bereits bei den Superchargern angewandt – mit durchaus guten Ergebnissen.
Die offene Frage sind die Zellen. Tesla benötigt viele Großformat-Zellen, um eine Fabrik mit einer Kapazität von 50 GWh zu füllen, wobei ein großer Teil davon weiterhin von Lieferanten sowie von der Entwicklung der aktuellen US-Zölle für importierte LFP-Zellen abhängt.
Tesla hat bereits angefangen, aufgrund hoher Zölle auf LFP-Zellen niedrigere Bruttomargen in seinem Energiegeschäft zu melden, und seine eigene Produktion kommt bei weitem nicht auf 50 GWh.