Tesla setzt nach neun Jahren ein Ende für den Roadster fest

Tesla hat endlich ein Datum für den neuen Roadster festgelegt. Das Unternehmen veröffentlichte einen geheimnisvollen Teaser mit der Botschaft „Go for launch“ und dem Datum „10.01“, was auf den 1. Oktober verweist, während die offizielle Produktseite ebenfalls eine Countdown-Anzeige für diesen Tag zeigt. Fast neun Jahre nach der Präsentation des Prototyps scheint das Elektro-Sportauto bereit zu sein, wieder auf der Bühne zu erscheinen.
Das von Tesla veröffentlichte Bild zeigt einen roten Roadster unter einer vertikalen Beleuchtung, die deutlich an eine Raumfahrtstartplattform erinnert. Die Botschaft lässt kaum Interpretationsspielraum und passt zu einer der auffälligsten Ideen, die Elon Musk seit Jahren für dieses Modell verspricht: ein zusätzliches Antriebssystem, das in Zusammenarbeit mit SpaceX entwickelt wurde und es dem Auto ermöglicht, kurzzeitig vom Boden abzuheben.
Der Roadster wurde ursprünglich im November 2017 als Demonstration dafür vorgestellt, wie weit Tesla in Bezug auf Leistungsfähigkeit gehen konnte. Damals wurden eine Beschleunigung von 0 auf 97 km/h in weniger als 2 Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit von über 402 km/h sowie eine Reichweite von etwa 998 Kilometern angekündigt. Tesla sprach außerdem von einer Batterie mit einer Kapazität von rund 200 kWh und einem Anfangspreis von 200.000 US-Dollar, während die Founders Series damals bei 250.000 US-Dollar lag.
Die Produktion war ursprünglich für 2020 geplant, doch dieser Zeitplan rückte schnell in die Vergangenheit. Seitdem sammelten sich bei der Einführung des Roadsters immer weitere Verzögerungen und neue Termine an – es folgten 2022, 2023, 2024 und schließlich 2025–2026. Ende 2025 setzte Musk den Beginn der Produktion erneut auf 2027 oder 2028, wodurch die Ankündigung vom 1. Oktober zumindest vorerst als Präsentation oder Demonstration zu verstehen ist und nicht unbedingt als Beginn der Auslieferungen.
In der Zwischenzeit behält Tesla den Roadster in seinem offiziellen Katalog. Auf der aktuellen Produktseite wird von 2,1 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h, einer Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h sowie einer Reichweite von 1.000 Kilometern gesprochen. Zudem werden vier Sitzplätze, Allradantrieb sowie ein abnehmbarer Glasdach, das im Kofferraum verstaut werden kann, erwähnt.
Der Roadster, der fliegen kann – aber nicht unbedingt in die Händlerfilialen gelangen wird

Der auffälligste Teil der Präsentation am 1. Oktober wird vermutlich mit dem sogenannten SpaceX-Paket zusammenhängen. Seit 2018 spricht Musk davon, Kaltgas-Triebwerke im Roadster einzubauen, um die Beschleunigung, Bremsleistung und das Kurvenverhalten zu verbessern. Im Laufe der Zeit ist dieses Konzept noch spektakulärer geworden: Es soll gezeigt werden, dass das Auto für kurze Zeit vom Boden abheben kann.
Die seit Langem vorbereitete Demonstration hätte sich letztendlich auf die ursprünglich vorgeschlagenen extremsten Ideen reduziert. Anstelle eines Roadsters, der komplexe Akrobatikmanöver ausführen kann, wäre das Ziel es, ein Fahrzeug zu zeigen, das kontrolliert und fahrerlos in die Luft steigt und aus der Ferne gesteuert wird. Aufgrund des hohen Lärmspegels, den die Schubdüsen erzeugen, würde auch deren Verwendung dazu zwingen, einen beträchtlichen Abstand zu den Zuschauern einzuhalten.
Teslas eigene Vorstellung scheint genau darauf ausgelegt zu sein, diese Erwartungen zu nähren. Die Beleuchtung um das Auto herum ahmt den Anschein eines Raumfahrtstartes nach, und die sichtbaren Schweife hinter dem Fahrzeug verstärken den Zusammenhang mit SpaceX. Zudem beschreibt ein 2025 veröffentlichtes Tesla-Patent ein System aktiver Aerodynamik, das auf Ventilatoren und beweglichen Flügeln beruht und in der Lage ist, unter dem Auto eine Zone niedrigen Drucks zu erzeugen, um die aerodynamische Belastung zu erhöhen. Das Patent sieht sogar Konfigurationen mit vier Ventilatoren vor, zeigt jedoch nicht, dass dieses System Teil des im Oktober vorgestellten Roadsters werden wird.

Dort liegt genau eine der großen Unbekannten. Der Roadster, den Tesla am 1. Oktober vorstellen wird, könnte sich stark vom Fahrzeug unterscheiden, das letztendlich auf die Straßen kommt. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass das für die Demonstration verwendete Fahrzeug möglicherweise nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist und dass Tesla eine stark eingeschränkte Variante untersucht, ähnlich einem Rennwagenprogramm für ausgewählte Kunden.
Das würde auch erklären, warum die Wartezeit der ersten Käufer besonders lang geworden ist. Die ursprünglichen Reservierungen erforderten 50.000 US-Dollar für den herkömmlichen Roadster und 250.000 US-Dollar für die Founders Series. Einige der Kunden, die das Fahrzeug im Jahr 2017 reservierten – darunter bekannte Persönlichkeiten wie Marques Brownlee und Sam Altman – stornierten ihre Reservierungen nach Jahren der Verzögerungen.
Nach neun Jahren seit dieser Präsentation hat Tesla nun die Gelegenheit, zu zeigen, dass der Roadster mehr ist als nur ein ewig aufgeschobenes Prototyp. Am 1. Oktober werden wir erfahren, was schließlich von diesem Sportwagen übrig geblieben ist – einem Fahrzeug, das in weniger als 2 Sekunden beschleunigen und fast 1.000 Kilometer zurücklegen kann – doch es bleibt die wichtigste Frage: Wann kann ein Kunde ihn tatsächlich kaufen?
Denn eine spektakuläre Demonstration kann zwar für einige Tage Schlagzeilen erzeugen, aber die eigentliche Premiere des Roadster wird der Tag sein, an dem Tesla eine homologierte Version, einen endgültigen Preis und vor allem ein Produktionsdatum bestätigt, das dieses Mal auch eingehalten wird.