Tesla verklagt diese kanadische Provinz wegen Ausschließens aus ihren Anreizen für Elektrofahrzeuge

Tesla verklagt die kanadische Provinz Manitoba, weil diese das Automobilunternehmen aus ihrem Rabattprogramm für Elektrofahrzeuge ausschließt, und der Streit hat nun vor Gericht stattgefunden.
Die Provinz bittet das King’s Bench Court in Manitoba, die Klage abzuweisen. Tesla behauptet, dass das Verbot seinen kanadischen Kunden bereits mindestens 560.000 US-Dollar an entgangenen Rabatten gekostet hat.
Warum Manitoba Tesla ausschloss
Manitoba startete sein 25 Millionen kanadische Dollar teures Rabattprogramm für Elektrofahrzeuge im Sommer 2024 und bot Käufern bis zu 4.000 kanadische Dollar Rabatt auf neue Elektrofahrzeuge mit einem Preis unter 70.000 kanadischen Dollar sowie 2.500 kanadische Dollar Rabatt auf gebrauchte Fahrzeuge an.
Dann strich die NDP-Regierung in ihrem Haushalt für März 2025 Tesla sowie Fahrzeuge chinesischer Herkunft von der Liste der berechtigten Unternehmen. Sie gab dabei offen zu, warum. Finanzminister Adrien Sala bezeichnete diese Maßnahme als Schutz der Wirtschaft vor den Auswirkungen von Trump und als Reaktion auf die US-Zölle. Premierminister Wab Kinew drückte sich noch unverblümter aus und verband die Entscheidung direkt mit Elons Musks Unterstützung für Präsident Trumps Maßnahmen gegen Kanada: „Wir haben ihn abgeschnitten.“
Das Peinliche daran: Tesla war vor der Streichung der größte Gewinner dieses Programms. Gerichtsdokumente, die durch Anfragen nach Informationsfreiheit erhalten wurden, zeigen, dass Tesla-Fahrzeuge zwischen August 2024 und Februar 2025 insgesamt 337 Rabatte im Wert von rund 1,3 Millionen Dollar erhielten – das sind mehr als 20 Prozent aller an Elektrofahrzeuge ausgezahlten Rabatte in der Provinz.
Es war eine schwierige Zeit für Tesla und allgemein für kanadische Anreize. Früher im Jahr 2025 wurde dem Automobilhersteller der Zutritt zum kanadischen bundesweiten EV-Rückerstattungsprogramm verwehrt, nachdem er zu Beginn des Programmsendezeitraums einen verdächtig hohen Zahl an Anträgen gestellt hatte.
Was Tesla einwendet
Tesla reichte im Juni einen Antrag auf gerichtliche Überprüfung ein, und seine Argumentation stützt sich auf Verfahrensfehler. Das Unternehmen behauptet, die Ausklammerung sei unvernünftig, undurchsichtig und ungerecht gewesen. Es gibt an, nie eine formelle Erklärung erhalten zu haben, nicht zu wissen, welcher Beamte die Entscheidung getroffen hat oder ob dieser überhaupt Befugnis hatte, und erfuhr von der Entscheidung erst durch Medienberichte.
Der Kern des Arguments ist, dass Tesla besonders betroffen war. Kein anderer Automobilhersteller mit einem US-Unternehmensmutterkonzern wurde aus dem Programm gestrichen – nur Tesla. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass es als kanadische Gesellschaft in Nova Scotia registriert ist und dort Kanadier beschäftigt.
Tesla verlangt zwei Dinge: die Wiederaufnahme in das Programm sowie rückwirkende Rabatte für Kunden, die nach dem Stichtag ein Tesla gekauft haben.
Das Vorbild Ontario, das über dem Fall schwebt
Tesla hat diesen Ansatz bereits zuvor angewandt und gewonnen. Im Jahr 2018 beendete die Ford-Regierung in Ontario ihre EV-Rabattprogramme, gestaltete den Übergang jedoch so, dass Tesla ausgeschlossen blieb. Tesla klagte, und ein Richter urteilte, dass diese Behandlung „willkürlich und rechtswidrig“ sei, wodurch die Provinz gezwungen wurde, den berechtigten Tesla-Käufern vor Ende des Programms zu zahlen.
Die Bedeutung dieses Falls reicht über Manitoba hinaus. British Columbia, Nova Scotia und Prince Edward Island schlossen 2025 aus ähnlichen Gründen im Zusammenhang mit Handelskonflikten Tesla ebenfalls von ihren Rabattprogrammen aus. Ein Sieg in diesem Fall würde Tesla ein Muster liefern, um gegen alle diese Regionen vorzugehen.
Electreks Meinung
Spielt dumme Spiele – und erhaltet dumme Preise.
Ich glaube, viele Amerikaner verstehen nicht vollständig die Auswirkungen der Tatsache, dass die Regierung Trump ihr Handelsabkommen mit Kanada aufkündigte, sowie all die damit verbundenen Rhetoriken, wie zum Beispiel die Behauptung, Kanada werde zu einem US-Bundesstaat.
Diese Entwicklungen haben reale Folgen in der Praxis. Man könnte fragen: ‚Was hat Tesla damit zu tun?‘
Von außen betrachtet: Wenn ein Land es Unternehmen und Milliardären erlaubt, Politiker zu kaufen – was in den USA der Fall ist, wo Elon Musk 250 Millionen Dollar ausgab, um Trump ins Amt zu bringen – dann tragen diese Milliardäre und Unternehmen genauso viel Verantwortung für diese Politik.
Es ist ähnlich wie bei den Sanktionen der US-Regierung gegen chinesische Unternehmen aufgrund ihrer Verbindungen zur KPCh. In China beeinflusst die KPCh die Unternehmen, während in den USA die Unternehmen die Regierung beeinflussen.