Tesla hat eine Möglichkeit gefunden, seine Supercargers viel schneller nach Europa zu bringen: 16 Stationen auf einmal und 20 Prozent geringere Kosten

19/09/2026 12:30
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19/09/2026 12:30
Die Einrichtung einer ultraschnellen Ladesäule besteht nicht nur darin, mehrere Pfosten auf einem Parkplatz zu platzieren: Zivilbauarbeiten, Verkabelung, Leistungskästen sowie Montage können den Prozess verlängern und die notwendigen Investitionen erheblich erhöhen. Tesla möchte genau diesen Teil der Installation mit einem neuen System verkürzen, das bereits in Europa eingesetzt wird.
Es heißt Accordion Supercharger und verändert die Art und Weise, wie das Unternehmen seine Ladesäulen an den endgültigen Standort bringt. Anstatt einen Großteil der Infrastruktur vor Ort zu errichten, schickt Tesla nahezu fertige Komplettsets aus der Fabrik, wodurch die Arbeiten auf dem Parkplatz reduziert werden. Laut dem Unternehmen können dadurch die Installationskosten um etwa 20 Prozent gesenkt werden.

Bis zu 16 Ladepunkte können in einem einzigen LKW transportiert werden
Jede Accordion-Einheit umfasst acht Ladepunkte zusammen mit dem Leistungskasten sowie den notwendigen Kabeln, um das Gesamtsystem in Betrieb zu nehmen. Die Supercargers werden paarweise auf bereits vorbereiteten Betonplattformen transportiert, sodass sie nach der Ankunft am Standort mit Maschinen entladen und an ihrem Platz aufgestellt werden können.
Auch die Logistik ändert sich erheblich. Tesla kann zwei vollständige Sets in einem einzigen LKW transportieren, sodass jede Lieferung bis zu 16 Ladepunkte mitbringt. Die Lösung richtet sich insbesondere an Parkplätze, auf denen die Stellplätze bereits abgegrenzt sind, und zielt darauf ab, einen großen Teil der Arbeiten, die bisher während des Baus einer Ladestation durchgeführt werden mussten, in die Fabrik zu verlagern.
Die neuen Module kommen mit der Hardware V4
Accordion nutzt die neueste Generation der Tesla-Ladetechnologie. Die V4-Säulen können Pkw mit bis zu 500 kW versorgen, sind für Fahrzeuge mit Spannungsarchitekturen zwischen 400 und 1.000 Volt geeignet und kompatibel mit CCS2, dem in Europa weit verbreiteten Standard. Zudem beträgt die Länge des Kabels drei Meter, was das Anschließen von Modellen verschiedener Hersteller erleichtert.
Der V4-Speicher, der diese Ladesäulen versorgt, kann bis zu 1,2 MW Dauerleistung zwischen acht Pfosten aufteilen. Tesla gibt an, dass unter normalen Bedingungen weniger als 1 MW ausreicht, um zu 99 % der Zeit die maximale Leistung bereitzustellen, die die Fahrzeuge benötigen. Das Unternehmen gibt außerdem seine Effizienz mit über 96 % an.
Vorfabrizierung ist im Strategiekonzept von Tesla nicht ganz neu. Schon für seine herkömmlichen Anlagen weist die Marke darauf hin, dass der Einsatz vormontierter Supercharger die Kosten um mehr als 15 % senken kann. Accordion geht diese Idee noch einen Schritt weiter, indem es einen Großteil der elektrischen Infrastruktur in einem einzigen Modul integriert und die angekündigte Einsparung auf etwa 20 % erhöht.
Die erste europäische Einführung ist bereits in Betrieb

Die Einführung dieses Systems in Europa fand in Deutschland statt, wo eine Station in Irschenberg bereits die neuen Module einsetzt. Es handelt sich derzeit um das erste bekannte Beispiel auf dem Kontinent für eine Lösung, die Tesla bereits in den Vereinigten Staaten mit seinen Folding Unit Superchargers untersucht hatte, die nach einem ähnlichen Vorgehensmodell vorkonstruiert wurden.
Accordions Interesse am europäischen Markt besteht hauptsächlich darin, die für den Ausbau einer immer leistungsstärkeren Ladeinfrastruktur notwendigen Arbeiten zu verringern. Tesla verfügt derzeit über mehr als 80.000 Supercharger weltweit und sucht weiterhin nach Standorten, die acht oder mehr Ladeplätze aufnehmen können. Dadurch kann die Verkürzung der Bauphasen den Ausbau in größerem Umfang erleichtern, ohne stark von von Grund auf neu errichteten Anlagen vor Ort abhängig zu sein.