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Tesla FSD durchbricht die Konventionen: Wenn es einen Unfall voraussieht, kann es den Fahrer ersetzen.

Tesla FSD durchbricht die Konventionen: Wenn es einen Unfall voraussieht, kann es den Fahrer ersetzen.

Tesla führt eine neue Sicherheitsfunktion für sein Full-Self Driving Supervised ein. Das System kann auch dann eingreifen, wenn der Fahrer manuell fährt, indem es die Lenkung übernimmt, um einen unmittelbar bevorstehenden Unfall zu vermeiden. Vorteile und Risiken für die Sicherheit.

Tesla FSD

FSD kann auch dann eingreifen, wenn es deaktiviert ist

Die von Tesla angekündigte Neuerung betrifft das neue Funktionspaket, das vom amerikanischen Hersteller als „Active safety feature set“ bezeichnet wird. Laut Tesla kann sich FSD Supervised autonom aktivieren, wenn es einen unmittelbar bevorstehenden Unfall erkennt und der Ansicht ist, dass die automatische Notbremse (AEB) nicht ausreicht, um den Aufprall zu verhindern.

Der Unterschied zur normalen Notbremse ist erheblich. Die AEB greift auf die Bremsen zu, um die Geschwindigkeit zu verringern oder das Fahrzeug anzuhalten; das neue System kann hingegen auch auf die Lenkung eingreifen und nach einer alternativen Bahn suchen, um das Hindernis zu umgehen.

Anders ausgedrückt: Ein Teil der FSD-Fähigkeiten wäre dann nicht mehr vollständig inaktiv, wenn der Fahrer beschließt, ohne Fahrassistenz zu fahren.

Tesla FSD Supervised: Erste europäische Freigabe aus den Niederlanden

Eine zusätzliche Sicherheit. Aber…

Tesla nennt auch eine zweite Situation, in der das System in Betrieb treten könnte: wenn es feststellt, dass der Fahrer stark abgelenkt ist, oder wenn FSD versehentlich deaktiviert wurde.

Es handelt sich um eine Funktion, die als zusätzliches Sicherheitsnetz konzipiert ist, doch sie stellt ein heikles Problem dar: Es muss entschieden werden, wann das Software-System tatsächlich das Recht und die Notwendigkeit hat, in die Bahn eines von dem Fahrer manuell gesteuerten Autos einzugreifen.

Das Unternehmen hat zumindest in den verfügbaren Informationen nicht detailliert erläutert, welche Kriterien zur Entscheidung zwischen Bremsen und Ausweichmanöver herangezogen werden, noch ob der Fahrer diese Funktion deaktivieren kann.

Tesla FSD

Kritisch sind die Falschpositiven

Die Idee, einem Auto zu ermöglichen, selbstständig abzubiegen, um ein Hindernis zu vermeiden, das durch Bremsen nicht ausweichbar ist, ist in der Automobilbranche nichts Neues. Fortgeschrittene Fahrassistenzsysteme wechseln allmählich von einer einfachen Geschwindigkeitsreduzierung zu komplexeren Strategien zur Vermeidung von Kollisionen.

Das Problem ist jedoch der Fehlertoleranzbereich. Eine unnötige automatische Bremsung kann plötzlich und möglicherweise überraschend wirken; eine unnötige Lenkkorrektur kann hingegen die Fahrtrichtung des Fahrzeugs verändern und ein völlig anderes Risiko schaffen.

Und genau das ist das delikateste Thema im Fall von Tesla. Die neue Funktion nutzt nämlich Fähigkeiten, die aus derselben FSD v14-Softwaregeneration stammen, die bereits laut Berichten und Tests in den letzten Monaten anomales Verhalten wie Lenkmanöver in Richtung Straßenrand sowie Bremsvorgänge bei fälschlich erkannten Hindernissen gezeigt hat.

Deshalb macht die Idee eines Systems, das während des manuellen Fahrens eingreifen kann, es umso wichtiger, zwischen Fahrassistenten und Automatisierung zu unterscheiden. Der Fahrer muss klar wissen, wann das Auto die Kontrolle übernehmen kann und welche Möglichkeiten er hat, den Eingriff zu unterbrechen. Das Vertrauen in das System wird zu einer grundlegenden Voraussetzung.

LIES AUCH: „Tesla Autopilot-Test: Die Bewertung des Informatikingenieurs“ und schau dir das VIDEO an

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