Tesla FSD unter Druck in den USA. 43 Aufnahmen schlafender Fahrer sind beim Regulierungsbehörde eingegangen.

Der amerikanische Kongressabgeordnete Raja Krishnamoorthi forderte das Verkehrsministerium auf, eine Stellungnahme zu Tesla abzugeben, nachdem NBC News 43 Aufnahmen von Fahrern gefunden hatte, die anscheinend am Steuer eingeschlafen waren. Der Fristablauf ist der 30. September, und im Hintergrund läuft bereits eine von der NHTSA durchgeführte Untersuchung, die etwa 3,2 Millionen Tesla-Fahrzeuge mit FSD umfasst.
Für Tesla-Nutzer handelt es sich dabei nicht um eine weitere Online-Dramatik. Es geht hier um etwas sehr Einfaches: Kann die Fahrerüberwachung so leicht getäuscht werden, dass das gesamte Sicherheitssystem wirkungslos wird?
Kongressabgeordneter fragt nach FSD und dem Vorgehen der NHTSA
Der Brief an Verkehrsminister Sean Duffy ist vom 9. September datiert. Krishnamoorthi bezieht sich auf die Untersuchung von NBC News, bei der 43 Videos mit scheinbar schlafenden Fahrern in fahrenden Teslas gefunden wurden. 17 davon wurden bereits im Jahr 2026 veröffentlicht.
Der Politiker erinnert außerdem daran, dass Tesla selbst Autopilot und Full Self-Driving als Systeme beschreibt, die eine aktive Überwachung durch den Fahrer erfordern und keine Systeme für autonomen Fahren sind. Das ist ein wichtiger Widerspruch, denn die Videomaterialien zeigen genau das Gegenteil.
Krishnamoorthi weist auch auf die in Teslas Autos angezeigte Meldung hin: „Drowsiness detected. Stay focused with FSD.“ Seiner Ansicht nach ist ein solcher Text schlecht durchdacht. Wenn das System Schläfrigkeit erkennt, sollte es die Nutzung der Funktion einschränken und nicht dazu ermutigen, weiter mit FSD zu fahren. Eine treffende Bemerkung.
Tesla veröffentlichte zuvor auch in sozialen Medien Beiträge, die nahelegen, dass das Fahren mit FSD weniger anstrengend sein kann und dem Fahrer mehr Erholung ermöglicht. Marketingtechnisch klingt das angenehm. Rechtlich und sicherheitstechnisch ist die Situation jedoch weitaus schlechter.
Die Untersuchung der NHTSA ist bereits in der letzten Phase vor einer möglichen Reparaturauflage
Der Fall hat gerade nicht begonnen. Im März 2026 hob die NHTSA das Ermittlungslevel auf das Niveau einer Engineering Analysis an, also die letzte Phase vor der Abschließung des Falls oder der Anordnung von Servicemaßnahmen. Die Ermittlung mit der Bezeichnung EA26002 betrifft etwa 3,2 Millionen Tesla-Fahrzeuge mit FSD.
In der Analyse wurden neun Vorfälle in Verbindung mit eingeschränkter Sichtbedingung aufgeführt. Darunter gab es einen Todesfall und eine Verletzte. Das sieht hier nicht mehr wie Randphänomene von TikTok oder X aus.
Der Brief enthält fünf Fragen an die NHTSA. Der Abgeordnete möchte wissen, ob die Behörde die Aufnahmen kennt und darin ein systemisches Problem sieht, ob sie in dieser Angelegenheit mit Tesla in Kontakt getreten ist, welche Daten sie über Ablenkung der Fahrer bei Unfällen seit dem 1. Januar 2024 gesammelt hat, wie sie die Wirksamkeit der Tesla-Innenkamera bewertet und welche Erkenntnisse zu Servicemaßnahmen führen würden.
Das Kernproblem ist ziemlich brutal. Die Besitzer von Teslas zeigen bereits seit längerem, wie man die Fahrerüberwachung umgeht. Es reicht angeblich aus, einen 20-Dollar-Schein so zu platzieren, dass er die Kamera verdeckt oder täuscht, oder Sonnenbrillen zu tragen, die die Eye-Tracking-Funktion stören. Wenn das System auf einfache Weise deaktiviert werden kann, muss seine Effektivität sehr vorsichtig bewertet werden.
Im Moment wird allein dieser Bericht wohl nicht in Washington für Aufsehen sorgen. Doch wenn die NHTSA es mit 43 Aufnahmen, 9 Vorfällen und einem Todesopfer zu tun hat, wird die Antwort Ende September mehr sein als nur eine formelle Handlung. Glauben Sie, es bleibt bei einem Schriftstück, oder wird Tesla schließlich härter von den Aufsichtsbehörden angegangen?
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