Tesla Electric startet Mietoption für Powerwall als ganzhauses Backup zum Preis von 35 Dollar pro Monat


Tesla vermietet derzeit in Texas eine vollständige Notstromlösung für etwa 35 Dollar pro Monat. Der Haken: Man mietet zwei Powerwalls und muss sich außerdem für Tesla Electric anmelden.
Tesla Energy kündigte heute den neuen „Powerwall Lease“ an, bei dem die Akkuhardware mit seinem eigenen Einzelhandelsgeschäft für Elektrizität kombiniert wird, um die tatsächlichen monatlichen Kosten erheblich unter denen eines normalen Akkumietvertrags zu halten.
Wie der Notstrommietvertrag à 35 Dollar pro Monat funktioniert
Die genannte Summe ist mit einem Sternchen versehen, und Tesla macht dies transparent. Ein typischer Mietvertrag für zwei Powerwall-Geräte kostet im ersten Jahr etwa 122 Dollar pro Monat, wobei bereits eine jährliche Preiserhöhung von 3% eingerechnet ist.
Melden Sie sich beim Tesla Electric Backup-Plan an, und Sie erhalten einen monatlichen Rabatt von 87 Dollar. Wenn Sie diesen auf den Mietvertrag anwenden, zahlen Sie im ersten Jahr etwa 35 Dollar plus Steuern. Es fällt eine einmalige Anmeldegebühr von 100 Dollar an, obwohl Teslas eigene Werbung dies als „0-Dollar-Installation“ darstellt.
Der Rabatt gilt nicht ewig. Er wird erst gewährt, nachdem das System installiert wurde, die Betriebsgenehmigung erteilt wurde und Sie sich erfolgreich angemeldet haben. Zudem müssen Sie weiterhin beim Tesla Electric-Programm bleiben und die Anforderungen erfüllen, um den Rabatt beizubehalten. Wenn Sie aussteigen, müssen Sie wieder den vollen Mietpreis zahlen.
Der Mietvertrag gilt nur für ausgewählte Gebiete in Texas mit dem Programm Retail Electric Choice, und Solarpaneele sind nicht geeignet. Es handelt sich dabei um ein Konzept mit Batterien und Strom – nicht um ein Solarkonzept. Nicht-standardmäßige Installationen, die elektrische Anpassungen oder spezielle Genehmigungen erfordern, können zusätzliche Kosten verursachen und sogar die Berechtigung zum Rabatt beeinträchtigen.
Kunden erhalten Storm Watch, das die Batterien bereits vor schweren Wetterbedingungen voll auflädt, und können alles über die Tesla-App steuern. Tesla gibt an, weltweit bereits mehr als eine Million Powerwall-Einheiten installiert zu haben.
Warum Tesla Batterien mit Strom verpackt
Der Rabatt von 87 Dollar ist keine Wohltätigkeit. Tesla kann sich das leisten, weil es die Batterien über seine virtuelle Kraftwerksanlage monetarisieren kann – indem es die gespeicherte Energie bei steigendem Bedarf und Preisen wieder in das ERCOT-Netz einspeist.
Anders ausgedrückt: Der Kunde erhält eine günstige Ersatzenergiequelle, während Tesla über eine Flotte von Hausbatterien verfügt, auf die es in Spitzenzeiten zurückgreifen kann. Es handelt sich um dasselbe Modell, das es Tesla ermöglichte, über seine virtuellen Kraftwerksanlagen in einem einzigen Programm den Powerwall-Besitzern 10 Millionen Dollar auszuzahlen. Der Unterschied: Hier ist die Auszahlung in die Mietvereinbarung integriert, anstatt als Scheck ausgehändigt zu werden.
Die Backup-Leasing-Option bindet die Kunden zudem an Tesla Electric als ihren Einzelhändler – was der eigentliche Gewinn für das Unternehmen ist. Es passt zu einem umfassenderen Energiekonzept: Tesla hat im letzten Oktober sein Leasinggeschäft für Solarenergieanlagen und Powerwalls wieder ins Leben gerufen, und im Februar startete es in Texas ein Vehicle-to-Grid-Programm für Cybertruck-Fahrzeuge, bei dem den Fahrern Geld gezahlt wird, wenn sie ihre Batterien in das Stromnetz einspeisen. Dadurch wird jedes dieser Produkte zu einem vom Tesla kontrollierten Netzwerkaktivum.
Electreks Einschätzung
Es handelt sich um ein interessantes Produkt, doch es eignet sich nicht für jeden. Teils aufgrund der bislang gemischten Bewertungen von Tesla Electric wird man durch dieses Angebot an das jeweilige Programm gebunden.
Eine Powerwall-Anlage bedeutet in der Regel den Auszahlung eines fünfstelligen Schecks, doch Tesla hat gerade zwei solcher Anlagen in Rechnungen im Stil von Stromversorgern umgewandelt – mit einem Betrag von 35 Dollar, der preislich unter einem Notstromgenerator liegt und in allen anderen Aspekten besser ist: kein Treibstoff, kein Lärm und außerdem eine geringere Stromrechnung für den Rest der Zeit.
Doch lassen Sie sich vor Begeisterung nicht blenden – die tatsächliche Monatsmiete beträgt 122 Dollar mit einer jährlichen Preiserhöhung von 3 Prozent. Der Preis von 35 Dollar gilt nur solange, wie Sie Tesla die Steuerungsrechte über die Batterien überlassen und weiterhin bei Tesla Electric bleiben. Für einige Texaner, die bereits hohe Strompreise zahlen, ist das ein fairer Deal. Es handelt sich dabei jedoch auch um einen Abo-Vertrag mit einer Falle: Sobald Sie den Stromanbieter wechseln möchten, wird Ihre Notstromlösung deutlich teurer. Zudem führt die 3-prozentige Preiserhöhung dazu, dass der Unterschied jedes Jahr größer wird.
Es ist ausschließlich in Texas verfügbar und nur über Einzelhändler erhältlich, doch es dient als Vorlage für mögliche zukünftige Erweiterungen. Tesla ist das einzige Unternehmen, das gleichzeitig die Batterien, die Software, das VPP sowie den Stromhändler besitzt, und dies ist das erste Produkt, das all diese Komponenten in einem einzigen monatlichen Preis zusammenfasst.