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Tesla Cybercab ohne kabelgebundene Bremsen und Bremsflüssigkeit. Tesla setzt auf bremslose Bremskraftverstärkung per Kabel.

Tesla Cybercab ohne kabelgebundene Bremsen und Bremsflüssigkeit. Tesla setzt auf bremslose Bremskraftverstärkung per Kabel.

Tesla hat die serienreife Version des Cybercab, eines zweisitzigen Robotaxi, vorgestellt, das bereits heute, am 4. September, auf die Straßen von Austin fahren soll. Der interessanteste Aspekt betrifft jedoch nicht das Design, sondern die Bremsen – das Fahrzeug verfügt weder über Bremsflüssigkeit, Bremsleitungen noch eine zentrale Pumpe.

Auch das Cybercab hat weder Lenkrad noch Pedale, weshalb Tesla zwei Systeme gleichzeitig umgestalten musste: die Bremsung und das Lenken. Es handelt sich hierbei nicht mehr nur um „weniger Teile“, sondern um einen vollständigen Umstieg auf das By-Wire-Prinzip.

Wie bremst das Cybercab ohne Hydraulik?

Laut Berichten von einer geschlossenen Präsentation hat Tesla im Cybercab das sogenannte Dry Brake-by-Wire-System eingesetzt. Anstelle eines klassischen hydraulischen Systems verfügt jeder Bremssattel über einen eigenständigen, elektronisch gesteuerten Aktuator, der die Bremsscheibe gegen den Bremssattel drückt.

In der Praxis bedeutet das das Fehlen einiger Elemente, die bei normalen Autos üblich sind: eines Flüssigkeitstanks, von Bremskabeln sowie einer hydraulischen Hauptpumpe. Elon Musk erklärte, dass ein solches System die Konstruktion vereinfache, da man keine Hydraulikleitungen durch das gesamte Auto führen müsse. Die Kabel müssen zwar weiterhin verlegt werden, also gibt es keine Wunder, aber tatsächlich sind die Komponenten weniger.

Diese Lösung ist nach wie vor selten. Im April erhielt der Chery Exceed EX7 ein ähnliches System und war damit eines der ersten Serienfahrzeuge mit diesem Ansatz. In vielen anderen Autos kommt bereits Brake-by-Wire zum Einsatz, meist jedoch als gemischtes System mit elektronischer Steuerung und einer hydraulischen Reserve darunter. Tesla ging einen Schritt weiter.

Auch das Lenken ist elektronisch

Da der Cybercab keinen Lenker hat, gibt es auch keine Lenkstange. Das Lenksystem funktioniert daher als steer-by-wire, und der Steuermodul befindet sich hinter dem vorderen Elektromotor.

Vom Standpunkt des Herstellers bringt das mehrere Vorteile auf einmal. Erstens weniger mechanische Komponenten und potenziell geringere Montagekosten. Zweitens kann der Computer die Bremskraft für jedes Rad unabhängig dosieren. Bei der klassischen Hydraulik gelangt der Druck im Grunde auf ähnliche Weise zu allen Bremssätteln. Hier ist das Steuerungsfeld größer.

Die Frage betrifft natürlich Sicherheit und Redundanz. Dazu hat Tesla bisher keine ausführlichere Erklärung gegeben, und genau hier liegt das ganze Gewicht des Themas. Bei einem Auto ohne Lenker und Pedale kann die Elektronik nicht einfach nur „gut funktionieren“. Sie muss stets funktionieren.

Tesla hat die Hersteller des Bremsystems nicht offengelegt. Auf dem Markt für solche Systeme sind heute nur noch wenige große Unternehmen tätig, darunter Brembo, ZF und Bosch. Eine interessante Spur führt zu Brembo, denn das Unternehmen hat bereits sein elektronisches Sensify-System an Tesla-Fahrzeugen vorgestellt. Es gibt jedoch keine Bestätigungen.

Für europäische Fahrer ist dies vorerst eher ein Hinweis auf die zukünftige Richtung als eine Ankündigung eines kaufbaren Autos. Sollte der Cybercab weitere Märkte und Vorschriften durchlaufen müssen, werden gerade das brake-by-wire- und steer-by-wire-System ohne mechanische Reserve genauer untersucht als die Reichweite oder die App.

Tesla testet erneut die Grenze zwischen Vereinfachung des Autos und Vertrauen in die Software. Würden Sie ein Fahrzeug ohne hydraulische Bremsen und ohne Lenkrad kaufen?

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