Stella Li, Vizepräsidentin von BYD, kündigt die Einführung ihres ersten Elektroautos mit Festkörperbatterie im Jahr 2027 an.

14/09/2026 15:00
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14/09/2026 15:00
Festkörperbatterien sind seit Jahren die große Hoffnung für die elektrische Mobilität – eine Technologie, die das Problem der geringen Reichweite sowie der endlos langen Ladezeiten beseitigen soll. Nun hat BYD, der größte Hersteller von Elektrofahrzeugen der Welt, endlich ein konkretes Datum genannt: 2027. Das bestätigte Stella Li, Vizepräsidentin des Unternehmens, in einem Interview. Schon zuvor hatten wir einige vorläufige Daten zu BYDs neuen Generationen von Batterien erhalten, nachdem diese 10.000 Ladezyklen durchlaufen hatten.
Auch wenn die Ankündigung vielversprechend ist, sollte man seine Erwartungen etwas senken. Die eigene Mitteilung von BYD macht klar, dass es sich nicht um eine großangelegte Markteinführung handelt, sondern um ein Modell, das als technologische Demonstration konzipiert ist, um die Technologie vor der Serienproduktion zu validieren. Die Marke hat bisher weder den Namen des Modells noch die Akkukapazität oder seine genauen Leistungsdaten offengelegt, und es gibt auch keinen offiziellen Zeitplan für die Massenproduktion.
Eine Chemie, an der BYD seit einem Jahrzehnt arbeitet
Die Arbeit an dieser Batterie ist nicht neu. BYD begann bereits um das Jahr 2016 mit der Erforschung von festkörperbasierten Chemien auf Basis von Sulfid und Oxid und konzentrierte ab 2018 seine Bemühungen auf den Sulfid-Weg. Laut Informationen, die von FinDreams Battery, der Batteriesparte des Konzerns, veröffentlicht wurden, werden die nächsten Produkte, die derzeit in Fahrzeugen getestet werden, genau diesem chemischen Weg folgen.
Ziel: Die Energiedichte der Blade-Batterie verdoppeln

Die Zahl, die am besten die Ambitionen des Projekts zusammenfasst, ist die angestrebte Energiedichte von BYD: 400 Wh/kg pro Zelle – mehr als doppelt so viel wie die der aktuellen zweiten Generation der Blade-Batterien. Sollte sich diese Zahl in der Produktion bestätigen, würde sie das Verhältnis zwischen Gewicht und Reichweite in ihren Elektrofahrzeugen erheblich verändern.
Tatsächlich gibt es bereits einen Vorgeschmack darauf, was dies in der Praxis bedeuten kann. Laut Tests des Chinesischen Zentrums für Automobilforschung und -technologie erreichte ein mit dieser Batterie ausgestattetes Prototyp unter dem CLTC-Zyklus eine kombinierte Reichweite von 1.218 Kilometern – ein neuer nationaler Rekord für Fahrzeuge mit Feststoffbatterien.
Zwei Produktionslinien, zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten
In der Industriebranche betreibt BYD bereits eine Pilotanlage mit einer Kapazität von 2 GWh in Pingshan, Shenzhen, die seit Februar 2026 in Betrieb ist und zur Überprüfung von Herstellungsprozessen für Zellen sowie Tests an echten Fahrzeugen genutzt wird. Ihre Leistungsfähigkeit liegt bereits über 90 %, was von Bedeutung ist, da bei Batterien mit neuer Chemie die Herstellungsprobleme in der Regel genau dort auftreten.
Der nächste, ehrgeizigere Schritt ist eine Massenproduktionsanlage mit einer Kapazität von 20 GWh in Bishan, Chongqing, deren Bau im dritten Quartal 2026 beginnen soll. Die ersten Serienproduktionsanlagen mit dieser Anlage sind für ab 2027 geplant, zeitgleich mit der Einführung des ersten Fahrzeugs.
Geringeres Volumen und Fokus auf die High-End-Serie

Bei diesem Entwicklungstempo deutet alles darauf hin, dass der Einsatz von Fahrzeugen mit Festkörperbatterien im Jahr 2027 weiterhin auf kleinem Niveau bleiben wird. Die ersten Anwendungen konzentrieren sich voraussichtlich auf High-End-Modelle wie die der Marke Yangwang innerhalb der BYD-Gruppe, wobei die Stückzahlen vermutlich bei nur wenigen Tausend Einheiten liegen werden. BYD ist nicht das einzige chinesische Unternehmen, das in diesem Bereich tätig ist. Hersteller wie CATL und GAC haben ähnliche Zeitpläne festgelegt, wobei kleine Demonstrationsanlagen zwischen 2027 und 2028 erwartet werden und eine größere Einführung erst nach 2030 stattfinden soll.
Quelle: Carwow