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Technologie

Solaris liefert 2027 zehn weitere O-Busse nach Saint-Étienne

Solaris liefert 2027 zehn weitere O-Busse nach Saint-Étienne

Die Saint-Étienne Métropole erweitert ihre Oberleitungsbusflotte um zehn Gelenkbusse des Typs Solaris Trollino 18, die Ende 2027 ausgeliefert werden. Danach werden insgesamt 41 Solaris-O-Busse durch die französische Stadt fahren. Dank Batterie können die neuen Busse auch Abschnitte ohne Fahrdraht fahren.

Bild: Solaris

Der polnische Hersteller Solaris hat einen weiteren Auftrag aus Saint-Étienne unterschrieben. Die Métropole, der Gemeindeverbund rund um die Stadt im Département Loire, hat über die Centrale d’Achat de Transport Public (CATP), eine zentrale Einkaufsstelle für den französischen Nahverkehr, zehn Oberleitungsbusse (O-Busse) vom Typ Trollino 18 bestellt. Die Gelenkbusse sollen Ende 2027 geliefert werden und dann neben den bereits im Netz eingesetzten Solaris-Fahrzeugen fahren. Was der Auftrag kostet, sagt Solaris in der Pressemeldung nicht.

Die Geschichte von Solaris und der französischen Stadt reicht bis ins Jahr 2019 zurück.Damals bestellte Saint-Étienne 22 Trollino 12mit einem Auftragsvolumen von 17 Millionen Euro, eine Option auf zwei weitere Busse eingeschlossen. Es war der erste O-Bus-Auftrag, den Solaris aus Frankreich erhielt. Den Antrieb lieferte Škoda. Zusatzbatterien mit mehr als 40 kWh erlaubten schon damals kurze Abschnitte ohne Oberleitung. In den Folgejahren wurden 23 der zwölf Meter langen Solobusse ausgeliefert. Im Jahr 2025 kamen acht Gelenkbusse des Typs Trollino 18 hinzu. Mit dieser neuen Lieferung wächst die Solaris-Flotte in Saint-Étienne auf insgesamt 41 Fahrzeuge, darunter 18 Gelenkbusse.

Die neuen Busse im Detail

Die neuen Trollino 18 sind 18 Meter lang und verfügen über eine Leistung von 250 kW (340 PS). Im Normalbetrieb holen sie sich ihren Strom über zwei Stangen auf dem Dach aus der Oberleitung. Zusätzlich haben sie Batterien an Bord, mit denen sie Abschnitte ohne Fahrdraht befahren können. Die Branche nennt das In-Motion-Charging: Unter der Leitung lädt der Bus während der Fahrt nach. Abseits davon fährt er aus dem Akku. Für eine Stadt ist das ein handfester Vorteil. Sie muss nicht jede Straße mit Masten und Draht ausrüsten und kann Linien verlängern, ohne gleich eine neue Oberleitung zu bauen. Wie groß die Batterien der neuen Busse sind und wie weit sie ohne Leitung kommen, verrät Solaris jedoch nicht.

Außenspiegel haben die Busse keine mehr, ihre Aufgabe übernehmen Kameras. Hinzu kommt eine Reihe von Assistenzsystemen: Ein System überwacht, ob der Fahrer müde oder abgelenkt ist, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent hilft beim Einhalten des Tempolimits, ein Spurwechselassistent unterstützt beim Wechsel der Fahrspur und eine Erkennungsfunktion meldet Fußgänger und Radfahrer. Über das Ferndiagnosesystem eSConnect kann der Betreiber den Zustand der Flotte außerdem laufend aus der Ferne überwachen und die Wartung entsprechend planen.

Konkurrenz aus China

Für Solaris kommt dieser Auftrag in einer Phase, in der die Konkurrenz aus China immer näher rückt. ImICCT-Ranking für das erste Quartal 2026lag Yutong mit rund 15 Prozent Marktanteil bei den emissionsfreien Bussen in der EU knapp vor Solaris. Damit führte erstmals ein chinesischer Hersteller diese Rangliste des International Council on Clean Transportation an.

Solaris setzt auf mehr Kapazität: Im Juni eröffnete der Hersteller eine neue Endmontagehalle in Środa Wielkopolska bei Posen, die eine zusätzliche Produktion von rund 500 Bussen pro Jahr ermöglicht. Das Ziel sind 2.000 Fahrzeuge jährlich. Im Jahr 2025 lieferte Solaris 1.631 Busse aus, davon waren 86 Prozent emissionsarm oder emissionsfrei, darunter Batterie-, Brennstoffzellen- und Oberleitungsbusse. Das Unternehmen gehört zum spanischen Schienenfahrzeughersteller CAF und die Busse werden in Polen entwickelt und gebaut.

_Quellen: solarisbus.com (Pressemitteilung Solaris)_