Intelligente Aufrüstungen #1 mit der 800-Volt-Plattform

Während viele Smart-Fans in Europa gespannt auf den rein elektrischen Nachfolger des Fortwo, den Smart #2, warten, aktualisiert das Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes-Benz und Geely auch sein bestehendes Modellprogramm. Der elektrische SUV Smart #1 erhält eine umfassende Überarbeitung, darunter eine 800-Volt-Architektur sowie einen Akku, der ein 6C-Ladegeschwindigkeit ermöglicht.
Smart passt sein erstes rein elektrisches Kompakt-SUV in China neu aus. Ab Anfang August wird der Hersteller eine umfassend überarbeitete Version des Smart #1 ausschließlich auf seinem Heimatmarkt einführen. Laut Smart umfasst die Überarbeitung mehr als 200 Verbesserungen bei Produkten und Ausstattungen. Ziel ist es, die Wettbewerbsposition der Marke im stark umkämpften Segment der hochwertigen Stadtauto-Elektrofahrzeuge zu stärken.
Technologisch profitiert das Fahrzeug von den Expertisen der Joint-Venture-Partner von Smart, Mercedes-Benz und Geely. Das Unternehmen hat das Modell grundlegend neu entwickelt, insbesondere seine elektrische Architektur sowie digitale Systeme. Laut Smart stellen diese Änderungen einen wichtigen Meilenstein in der globalen Wachstumsstrategie der Marke vor dem Verkaufsstart in China dar.
Der elektrische SUV behält die unter der Führung von Mercedes-Benz entwickelte Designsprache bei und bringt gleichzeitig visuelle Aktualisierungen mit sich, darunter neue Außenfarben wie Blue Gold und White Gold sowie aerodynamische Verbesserungen. Smart hat außerdem den Heckspoiler überarbeitet und neue 19-Zoll-Leichtmetallräder eingebaut, ohne die charakteristische Silhouette des Modells zu verändern.
Die bedeutendsten Veränderungen finden unter der Haube statt. Smart führt eine 800-Volt-Siliziumkarbid-Architektur ein, die das Unternehmen als Alleinstellungsmerkmal in diesem Fahrzeugsegment bezeichnet. In Kombination mit der 6C-Ladetechnologie kann die Batterie – deren Kapazität von 66 auf 61,52 kWh reduziert wurde – unter optimalen Bedingungen in etwa zwölf Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden.
Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 16-in-1-System, das laut Geely eine Effizienz im CLTC-Test bei 93,8 Prozent erreicht. Medienberichten zufolge wird die Leistung von 200 kW auf ein Wert zwischen 245 und 250 kW ansteigen. Smart hat in seiner Pressemitteilung jedoch keine genaue Zahl angegeben.
Smart hat außerdem die Elektronik und Software des Fahrzeugs komplett überarbeitet. Die aktualisierte Version basiert auf der neuen EEA4.0-Architektur. Im Inneren steuert ein 4-Nanometer-Prozessor in Kombination mit dem Betriebssystem Flyme Auto die Infotainment- und Fahrzeugfunktionen. Das Fahrerassistenzsystem nutzt ein Sensorpaket mit 31 Hardware-Komponenten, darunter LiDAR, um Funktionen wie kartlose Navigation im Smart Pilot (NSP) in städtischen und Autobahnumgebungen sowie Parken in allen Situationen zu ermöglichen.
Es bleibt unklar, wann Smart das überarbeitete Modell #1, ursprünglich 2022 auf den Markt gebracht, nach Europa bringen wird oder welche Anpassungen es für den lokalen Markt vornehmen wird. Das Fahrerassistenzsystem mit 31 Sensoren wäre derzeit in Europa ungewöhnlich, wodurch Smart einige seiner Funktionen einschränken könnte. Im Gegensatz dazu dürfte die 800-Volt-Architektur viele europäische Kunden ansprechen. Ein Markteintritt in Europa in diesem Jahr erscheint unwahrscheinlich, wobei 2027 der früheste realistische Zeitrahmen ist.
In Europa konzentriert sich Smart derzeit auf die Weltpremiere des voll elektrischen Nachfolgers des Fortwo, des Smart #2, auf der Pariser Automobilausstellung am 12. Oktober. Das ultrakompakte Elektrofahrzeug soll eine Reichweite von 300 Kilometern, die Möglichkeit zum Schnellladen sowie einen kleinen Wendekreis bieten. In einem kürzlichen Interview mit electrive erklärte Timo Weil, der Entwickler von Smart, wie das Unternehmen den Klassiker technisch neu gestaltet hat, indem es die durch Elektroantriebe gewonnenen Gestaltungsfreiheiten nutzt.
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Quelle: electrive