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Skoda Peaq Test: Endlich ein elektrischer 7-Sitzer ohne absurdes Preisniveau

Skoda Peaq Test: Endlich ein elektrischer 7-Sitzer ohne absurdes Preisniveau

In diesem Skoda Peaq-Test fahren wir mit dem größten elektrischen SUV der Marke erneut durch die Alpen. Mit sieben Sitzplätzen, einer maximalen WLTP-Reichweite von 646 Kilometern und einem Einstiegspreis von 49.990 Euro scheint der Peaq vor allem ein Problem zu lösen: Ein großer elektrischer Familienwagen muss nicht unbedingt unbezahlbar sein.

Skoda Peaq-Test: groß, aber nicht übertrieben

Wer bei einem großen Skoda-SUV automatisch an den Kodiaq denkt, muss dieses Bild beim Peaq erst einmal loslassen. Der Peaq ist vollständig elektrisch, fast 4,9 Meter lang und basiert auf der MEB-Plattform der Volkswagen Group. Damit ist er der größte elektrische Skoda bislang.

Auch was das Erscheinungsbild angeht, macht die Marke große Fortschritte. Der Peaq folgt der neuen Modern Solid-Designsprache mit dem geschlossenen Tech-Deck Face, schmaler Beleuchtung, eingelassenen Türgriffen und ziemlich großen Rädern. Er wirkt robust, ohne dass Skoda versucht, aus dem Auto einen übertrieben kraftvollen SUV zu machen. Das funktioniert gut. Der Peaq verfügt bereits aufgrund seiner Größe über ausreichend Präsenz. Vor allem mit den größeren Rädern wirkt er wie ein kräftiger Elektro-SUV – doch es bleibt weiterhin typisch Skoda: eher zurückhaltend und vor allem funktional.

Skoda Peaq Test: Elektrischer 7-Sitzer
Skoda Peaq Test Video
Video Test Skoda Peaq

Sieben Sitzplätze und vor allem viel Platz

Erst im Inneren wird wirklich deutlich, wie groß der Peaq ist. Vorne hat man genügend Platz, doch besonders in der zweiten Sitzreihe gibt es viel Bewegungsfreiheit. Je nach Ausstattung bietet der Peaq Platz für fünf oder sieben Personen.

Auch die dritte Sitzreihe ist nützlicher als bei vielen kompakten Siebensitzermodellen. Man sollte natürlich nicht mit dem gleichen Platz wie in der mittleren Reihe hinterne rechnen, doch Erwachsene können dort für kurze Strecken recht bequem sitzen. Damit ist er mehr als nur eine Notlösung für Kinder.

Wenn man die dritte Sitzreihe zusammenklappt, entsteht ein riesiger Ladebereich. In der Fünfsitzer-Konfiguration gibt Skoda Nederland einen Kofferraumvolumen von 935 Litern an. Im vorderen Bereich gibt es zudem einen Frunk mit 37 Litern, der sich beispielsweise zum Aufbewahren von Ladekabeln eignet.

Auch die bekannten praktischen Skoda-Lösungen fehlen nicht. Dazu gehören der Regenschirm im Türfach, intelligente Aufbewahrungsmöglichkeiten sowie verschiedene kleine Ausstattungsmerkmale, die zwar nicht spektakulär klingen, in einem Familienauto aber sehr praktisch sind. Der Peaq versucht daher seinen Luxus nicht nur durch große Bildschirme und Atmosphärenbeleuchtung zu vermitteln.

Peaq 60 oder direkt der Peaq 90?

Das Programm beginnt mit dem heckgetriebenen Peaq 60. Er leistet 150 kW, das sind 204 PS, und weist laut der niederländischen Preisliste eine Nettokapazität des Akkus von 58 kWh auf. Je nach Ausstattung beträgt der WLTP-Actionsradius maximal 459 Kilometer. Die Selection kostet ab 49.990 Euro.

Für diejenigen, die regelmäßig längere Strecken zurücklegen, ist der Peaq 90 wahrscheinlich interessanter. Auch diese Version verfügt über eine Heckantriebstechnik, bietet jedoch 210 kW, das sind 286 PS, sowie einen deutlich größeren Akkupaket. Die Nettokapazität beträgt 89 kWh und der maximale WLTP-Actionsradius liegt bei 646 Kilometern. Der Unterschied ist erheblich. Insbesondere bei einem großen Familienauto, mit dem man vermutlich auch in den Urlaub fahren möchte, passt der Peaq 90 eigentlich besser zum Charakter des Fahrzeugs. Die Business Edition mit dieser Antriebsstrang kostet 54.990 Euro.

Das Schnellladen am Peaq 90 ist mit maximal 199 kW möglich. Unter idealen Bedingungen dauert das Aufladen von 10 auf 80 Prozent laut Skoda 28 Minuten. Es handelt sich dabei nicht um einen Rekordwert, doch in Kombination mit dem großen Akkupaket und der großen Reichweite bedeutet dies, dass lange Fahrten problemlos möglich sein sollten. Der Peaq verfügt außerdem über Vehicle-to-Load. Damit kann man Strom aus dem Akkupaket für externe elektrische Geräte nutzen, beispielsweise ein E-Bike oder andere Geräte während eines Urlaubs.

Skoda Peaq Test Interieur

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Der 90x kann auch einen größeren Caravan mitnehmen

Über dem Peaq 90 steht nun der Peaq 90x. Diese Ausführung verfügt über zwei Elektromotoren, Allradantrieb sowie eine Systemleistung von 220 kW, was 299 PS entspricht. Der Einstiegspreis liegt bei 57.990 Euro.

Möglicherweise ist das Ziehvermögen noch interessanter als diese zusätzliche Leistung. Der Peaq 90x kann maximal 2.000 Kilogramm ziehen. Dadurch wird dieses große Elektro-SUV auch zu einer ernsthaften Option für Menschen, die regelmäßig mit einem Caravan oder einem schweren Anhänger unterwegs sind. Für Skoda ist das wichtig: Wer beispielsweise vom Skoda Enyaq auf etwas Größeres umsteigen möchte, muss deshalb nicht sofort zu einem deutlich teureren Elektro-SUV eines Premiumherstellers schauen.

Wie fährt der Skoda Peaq?

Auf dem Papier handelt es sich um ein großes Auto, was man natürlich am Gewicht bemerkt. Dennoch schafft es der Peaq, dies auf der Straße recht gut zu verbergen. Während unserer Fahrt durch die Alpen beeindruckte vor allem die Ruhe, mit der alles abläuft.

Die Leistungsabgabe ist gut dosiert. Es gibt keine übermäßig aggressive Reaktion, sobald man das Gaspedal berührt, sondern ein sanftes Ansteigen der Geschwindigkeit, das viel besser zu einem großen, komfortablen SUV passt. Auch die übrige Bedienung wirkt angenehm und vorhersehbar.

Das Fahrverhalten ist etwas leicht. Wer nach einem ausgesprochen sportlichen SUV sucht, wird dadurch vielleicht etwas an Feedback fehlen, aber für den Peaq passt dieses Charakteristikum eigentlich hervorragend. Trotz seiner Abmessungen lässt sich das Auto leicht manövrieren und wirkt hinter dem Steuer nicht so groß, wie er in Wirklichkeit ist.

Durch adaptive Dämpfer kann der von uns getestete Peaq 90 sein Gewicht ebenfalls recht gut kaschieren. Natürlich verwandelt sich ein fast 4,9 Meter langer Elektro-SUV nicht über Nacht in einen leichten Hatchback, doch die Karosserie bleibt gut unter Kontrolle. Noch überzeugender ist die Stille an Bord: Wind- und Reifengeräusche bleiben im Hintergrund, wodurch der Peaq besonders bei höheren Geschwindigkeiten ein entspannendes Fahrzeug ist. In Kombination mit dem Platzangebot, den komfortablen Sitzen und der großen Akkukapazität macht das ihn hervorragend für lange Strecken geeignet.

Skoda Peaq Test: Kofferraum
Test Skoda Peaq Kofferraum
Skoda Peaq Test – Kofferraum

Der Preis setzt den Peaq auf dem Markt auffallend stark in Szene

Dann kommen wir vielleicht zum interessantesten Aspekt dieses Skoda Peaq-Tests: dem Preis. Wer nach einem geräumigen elektrischen SUV mit sieben Sitzplätzen sucht, stößt schnell auf Fahrzeuge mit hohen Preisen. Ein Kia EV9 und ein Volvo EX90 liegen deutlich höher im Preisbereich. Der Peugeot E-5008 ist ein direkterer Konkurrent, während beispielsweise der Mercedes EQB kompakter ist.

Durch 49.990 Euro für den Peaq 60 startet Skoda daher ziemlich günstig. Noch interessanter finden wir die Peaq 90 Business Edition für 54.990 Euro. Für etwa fünftausend Euro Aufpreis erhält man vor allem ein viel größeres Akkupaket sowie eine WLTP-Reichweite von bis zu 646 Kilometern. Das macht den Peaq zwar nicht billig, aber für einen Elektro-SUV dieser Größe mit diesem Innenraumvolumen und sieben Sitzplätzen ist der Preis bemerkenswert wettbewerbsfähig.

Genau sein nüchternes Charakter macht den Peaq stark

Der Skoda Peaq versucht nicht, der schnellste oder spektakulärste Elektro-SUV zu sein. Das muss er auch nicht. Seine Stärken liegen vielmehr in Dingen, die man täglich braucht: viel Platz, ein großes Gepäckabteil, maximal sieben Sitzplätze, Komfort und eine beträchtliche Reichweite.

Dazu fährt er angenehm und vor allem auffallend leise. Mit dem Peaq 90 sind außerdem über 600 Kilometer nach WLTP möglich, während der 90x dank Allradantrieb und einer Ziehlast von 2.000 Kilogramm auch für Caravanfahrer interessant wird. Letztendlich spielt jedoch vor allem der Preis eine Rolle. Ab 49.990 Euro erhält man hier ein großes elektrisches Familien-SUV. Für 54.990 Euro steht ein Peaq 90 mit dem großen Akkupaket zur Verfügung. Damit ist der Peaq vielleicht nicht das aufregendste elektrische SUV derzeit, aber sicherlich eines der vollständigsten elektrischen 7-Sitzer für sein Geld.

Text: Werner Budding

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Quelle: e-drivers.com