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Skoda Epiq-Test: Keine 25.000 Euro, sondern einfach ein sehr gutes kleines Elektroauto

Skoda Epiq-Test: Keine 25.000 Euro, sondern einfach ein sehr gutes kleines Elektroauto

Der Skoda Epiq soll etwa 25.000 Euro kosten. Das ist nicht ganz gelungen. Dennoch zeigt sich bei unserem zweiten Treffen, dass Skoda genau verstanden hat, wonach viele Elektroauto-Käufer suchen: ein kompaktes Elektrofahrzeug ohne Schnickschnack, aber mit überraschend viel Platz und Nutzbarkeit.

Das Günstigste ist nicht automatisch das Interessanteste

Lassen Sie uns gleich mit dieser Summe von 25.000 Euro beginnen. Als Skoda den Epiq ankündigte, wurde ausdrücklich von einem Elektroauto in dieser Preisklasse gesprochen. In den Niederlanden beginnt der Skoda Epiq schließlich bei 26.990 Euro. Das ist immer noch recht günstig, aber es handelt sich auch nicht um das Elektroauto für alle zum Preis von zwanzigtausend Euro, auf das ein Teil des Marktes wartet.

Für 26.990 Euro erhält man den Epiq Essence 35 mit einem Akkupaket von 38,5 kWh, 85 kW bzw. 116 PS sowie einer WLTP-Reichweite von 315 Kilometern. Damit kommt man für den täglichen Gebrauch sehr weit. Dennoch würden wir die Version mit dem größeren Akkupaket ernsthaft in Betracht ziehen. Die Selection Launch Edition 55 kostet ab 33.990 Euro, hat ein Akkupaket von 56 kWh, 155 kW bzw. 211 PS und erreicht laut WLTP eine Reichweite von bis zu 436 Kilometern. Das sind also 7.000 Euro mehr, aber man erhält im Gegenzug ein viel nützlicheres Elektrofahrzeug.

Und genau da beginnt die Diskussion über „erschwinglich“. Denn 26.990 Euro klingen verlockend, während die Ausstattungsversion, die wir vielen Käufern interessanter finden, bereits bei rund 34.000 Euro liegt. Die First Edition ist in der Preisliste sogar mit 36.990 Euro ausgewiesen. Das ist immer noch kein überhöhter Preis für ein neues Elektroauto, aber ein EV für die Massen? Dafür müssen die Preise in diesem Segment letztendlich noch weiter sinken.

Skoda Epiq Test 2026
Skoda Epiq Test 2026
Skoda Epiq Test 2026

Viel Platz in nur 4,17 Metern

Zum Glück versucht der Epiq, seinen Preis nicht mit diversen äußeren Effekten zu rechtfertigen. Er ist 4,17 Meter lang und dadurch recht kompakt, wirkt aber aufgrund seiner hohen Karosserie und robusten Radhäuser deutlich kraftvoller. An der Vorderseite präsentiert Skoda seine neue Modern Solid-Designsprache mit dem schwarzen Tech-Deck Face sowie der charakteristischen T-förmigen Beleuchtung. Das Ergebnis ist modern, ohne dass das Auto übermäßig versucht, futuristisch zu wirken.

Wichtiger ist jedoch das, was sich hinter diesem Äußeren verbirgt. Denn Platz schaffen in einem kompakten Auto – da ist Skoda in der Regel besser als beim Erfinden komplizierter Marketingbegriffe. Der Kofferraum fasst 475 Liter und vergrößert sich beim Umklappen der Rücksitze auf 1.345 Liter. Das sind Werte, bei denen sich der Epiq kaum wie ein Kleinwagen verhält.

Auch vorne wurde ein Stauraum von 25 Litern vorgesehen. Der fehlte überraschenderweise in unserem Testfahrzeug. Inzwischen ist klar, warum: Skoda stellt diesen zusätzlichen Stauraum erst später während der Produktion zur Verfügung. Für Ladekabel ist ein solcher separater Raum unter der Motorhaube natürlich ideal.

Skoda Epiq Test plus Video

Innen typisch Skoda – und das ist hier ein Kompliment

Das Interieur folgt derselben schlichten Linie. Kein Armaturenbrett, das vor allem in den ersten fünf Minuten Eindruck machen muss, sondern ein übersichtlicher Arbeitsbereich mit ausreichend Stauraum sowie ein zentrales Infotainmentscreen von über 13 Zoll. Dazu gehören die bekannten praktischen Skoda-Erfindungen: Staufächer, Haken im Kofferraum und natürlich der Regenschirm im Türfach.

Während unserer Fahrten mit dem Epiq fiel besonders auf, wie viel vollwertiges Auto Skoda in diese 4,17 Meter unterbringen konnte. Das macht ihn weitaus interessanter, wenn man nicht nur auf die Leistung oder die Bildschirmgröße schaut. Es gibt jedoch einen Nachteil: Die Sitzposition fanden wir etwas seltsam. Nicht etwas, weshalb wir das Auto ausschließen würden, aber doch etwas, was man bei einer Probefahrt unbedingt ausprobieren sollte.

Skoda Epiq Kofferraumtest 2026

MEB+ setzt den Elektromotor nach vorne

Technisch ist der Epiq ebenfalls interessant. Er basiert auf der neuen MEB+ Plattform und ist das erste vollständig elektrische Skoda-Modell mit Frontantrieb. Dadurch unterscheidet er sich grundlegend von den größeren Modellen Elroq und Enyaq, die ihren Elektromotor hinten haben.

Zwei Akkupakete sowie drei Leistungsvarianten wurden entwickelt. Alle Ausführungen können mit 11 kW Wechselstrom aufgeladen werden. Bei der leistungsstärksten 55er-Version steigt die Gleichstrom-Ladeleistung auf 105 kW, und laut Skoda dauert das Aufladen von 10 auf 80 Prozent etwa 24 Minuten. Es gibt zwar kein Ladungsrekord, aber einen ordentlichen Wert für ein Elektrofahrzeug in dieser Preisklasse.

Zusätzlich kann der Epiq Strom aus dem Akkupaket wieder abgeben. Die konkreteste Anwendung dafür ist Vehicle-to-Load, kurz V2L. Mit einem Adapter kann man beispielsweise ein E-Bike, elektrische Werkzeuge oder Geräte im Campingbereich mit Strom versorgen. Skoda spricht allgemeiner von bidirektionaler Ladung, wobei die Anwendungen, bei denen das Auto tatsächlich Strom an ein Zuhause oder das Stromnetz liefert, ebenfalls von der notwendigen Infrastruktur abhängen.

Skoda Epiq Test 2026 Innenraum
Innenraum des Skoda Epiq 2026

Nicht der günstigste, aber vermutlich ein Verkaufsschlager

Der Skoda Epiq löst das große Problem des Elektrofahrens also nicht auf einen Schlag. Ein neues EV mit einer angemessenen Reichweite für weniger als 25.000 Euro klingt vorerst attraktiver als ein Einstiegsmodell für fast 27.000 Euro. Wer ein größeres Akkupaket und mehr Leistung möchte, kommt schnell über 30.000 Euro hinaus.

Aber das ändert nichts daran, dass der Epiq wie ein besonders gut durchdachtes Paket erscheint. Er ist kompakt genug für den täglichen Gebrauch, groß genug, um als Familienauto zu dienen, und bietet mit der 56 kWh-Version eine ausreichende Reichweite, sodass man sich nicht ständig um das Aufladen kümmern muss. Fügen Sie dazu das schlichte Interieur und die praktischen Details hinzu, dann verstehen Sie, warum dieses Auto vermutlich ohne große Schwierigkeiten Käufer finden wird.

Es handelt sich also nicht um das für 25.000 Euro versprochene Elektroauto. Sondern um einen Skoda, wie er sein sollte: ohne viel Schnickschnack und vor allem als nützliches Auto.

Text: Werner Budding