Schaeffler und CATL vertiefen Kooperation bei Batteriemanagement

Schaeffler und CATL bauen ihre Zusammenarbeit auf dem Feld der Elektromobilität aus. Gemeinsam wollen sie Batteriemanagementsysteme und Leistungselektronik-Lösungen entwickeln, vor allem für den europäischen Markt. Ausgangspunkt ist ein bereits gewonnenes Kundenprojekt.
Der deutsche Automobilzulieferer Schaeffler und der chinesische Batteriehersteller CATL haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie umfasst die gemeinsame Entwicklung von Batteriemanagementsystemen (BMS) für Elektrofahrzeuge sowie sogenannten „X-in-1“-Integrated-PowerBox-Lösungen (IPB). Letztere sollen verschiedene Komponenten der Hochvoltelektronik und elektromechanische Systeme in einer Einheit zusammenführen.
Die Kooperation startet dabei nicht bei null: Laut Schaeffler baut die Absichtserklärung auf einem bereits gewonnenen Kundenprojekt auf. Wer der Auftraggeber ist und wann das entsprechende Projekt in Serie gehen könnte, bleibt zunächst offen. Langfristig soll die Zusammenarbeit über Europa hinaus auf weitere internationale Märkte ausgeweitet werden.
Bei der BMS-Entwicklung wollen die Unternehmen ihre bisherigen Kompetenzen entlang der Batterie-Wertschöpfungskette bündeln. Schaeffler deckt nach eigenen Angaben unter anderem Hardware- und Softwareentwicklung, Systemintegration, funktionale Sicherheit sowie Test und Validierung ab und verfügt über entsprechende Fertigungskapazitäten in Europa. Hinzu kommt CATLs Erfahrung mit Batteriezellen und -systemen, Batteriealgorithmen und der Industrialisierung großer Stückzahlen. Die daraus entstehenden Batteriemanagementsysteme sollen speziell auf die Anforderungen europäischer Autohersteller zugeschnitten werden.
„Dank unserer etablierten Präsenz in Europa verfügt Schaeffler über umfassende Expertise in lokaler Forschung und Entwicklung, Fertigung, Markteinführung sowie der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und kann Projekte damit ganzheitlich bis zur Umsetzung begleiten“, sagt Thomas Stierle, Vorstand E-Mobility der Schaeffler AG. Ziel sei es, gemeinsam mit CATL ein wettbewerbsfähiges Portfolio für Europa und weitere Märkte aufzubauen.
Partner prüfen KI-Einsatz im Batteriemanagement
Das zweite Entwicklungsfeld sind die erwähnten „X-in-1“-Boxen. Welche Komponenten konkret integriert werden und wie viele Funktionen das „X“ letztlich umfasst, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Schaeffler und CATL sprechen von einer engen Integration von Hochvoltelektronik und elektromechanischen Systemen. Solche hochintegrierten Lösungen können grundsätzlich Bauraum, Verkabelung und Schnittstellen im elektrischen Antriebsstrang reduzieren.
Perspektivisch könnte die Kooperation zudem über die Hardware hinausgehen. CATL nennt ausdrücklich Cloud Computing und Künstliche Intelligenz als Technologien, deren Einsatz im Batteriemanagement gemeinsam untersucht werden soll.
Für die Zusammenarbeit spielt insbesondere die zunehmende Lokalisierung der europäischen Lieferketten eine Rolle. Schaeffler kann dabei auf bestehende Entwicklungs- und Produktionsstrukturen vor Ort zurückgreifen. CATL wiederum hat seine Präsenz in Europa in den vergangenen Jahren stark ausgebaut und will seine Batterietechnologien stärker auf die Anforderungen des hiesigen Marktes zuschneiden. Adressiert werden sollen sowohl europäische Hersteller als auch chinesische Autobauer mit internationalen Expansionsplänen.
Parallel arbeitet CATL an der nächsten Generation seiner Batterietechnologie. Erst kürzlich hatte der Batteriehersteller angekündigt, 2027 mit der Pilotproduktion von Feststoffzellen beginnen zu wollen. Mit einer Volumenproduktion rechnet CATL-Chef Robin Zeng allerdings nicht vor 2030.