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Scania und Toyota starten mit einem umfangreichen Flotten-Test. 40 Lastwagen werden auf die europäischen Straßen fahren.

Scania und Toyota starten mit einem umfangreichen Flotten-Test. 40 Lastwagen werden auf die europäischen Straßen fahren.

Kurz gesagt:

Toyota und Scania starten eines der größten Testprogramme für Wasserstofflastwagen in Europa

40 Scania-Lastwagen werden 2027 auf europäischen Straßen eingesetzt, um tatsächliche Logistikaufgaben auszuführen

Ziel? Zu überprüfen, ob die Wasserstofftechnologie eine praktische Alternative zu Diesellastwagen und batteriebetriebenen Elektrolastwagen werden kann

Toyota wird die Brennstoffzellen der dritten Generation für die Lastwagen liefern

Toyota setzt weiterhin auf Wasserstoff

Die Debatte über die Zukunft des Schwerlastverkehrs auf Straßen konzentriert sich seit einigen Jahren auf zwei Haupttechnologien ohne Emissionen, nämlich den Akkubetrieb sowie Wasserstoffbrennstoffzellen. Obwohl sich in Europa der Sektor der batteriebetriebenen Elektro-Lkw immer schneller entwickelt, sind Toyota und Scania der Ansicht, dass Wasserstoff bei den anspruchsvollsten Anwendungen weiterhin eine Schlüsselrolle spielen kann.

Sowohl Unternehmen haben die Aufnahme einer Zusammenarbeit bekannt gegeben, deren Ergebnis die Einführung von 40 Lastwagen sein wird, die mit Toyota-Fuel-Cell-Technologie ausgestattet sind. Die Fahrzeuge werden in das Scania Pilot Partner-Programm aufgenommen, im Rahmen dessen ausgewählte Kunden des Herstellers neue Transporttechnologien in ihrer täglichen Betriebspraxis testen. Die ersten Lastwagen sollen im ersten Quartal des Jahres 2027 in Betrieb genommen werden.

Laut den Partnern hat das Projekt keinen laborartigen Charakter. Die Fahrzeuge werden tatsächliche Transportaufgaben erledigen, und die gesammelten Daten ermöglichen es, die Leistungsfähigkeit der Technologie, die Betriebseffizienz sowie die Gesamtkosten der Nutzung zu bewerten – so heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Wer und was bietet?

Toyota wird für dieses Projekt ihre Brennstoffzellen der dritten Generation liefern. Das System entwickelt eine Leistung von 300 kW und wurde für Anwendungen konzipiert, die hohe Belastbarkeit sowie eine intensive Nutzung erfordern. Der Hersteller betont zugleich, dass diese Lösung nicht nur in Lastkraftwagen, sondern auch in Bussen, Zügen oder industriellen Anwendungen eingesetzt werden kann.

Laut dem japanischen Konzern kann insbesondere der Schwertransport eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft spielen. Große Flotten erzeugen schließlich eine vorhersehbare Nachfrage nach Brennstoff, was die Entwicklung der Tankinfrastruktur unterstützen kann.

„Wir sind der Ansicht, dass der Schwerlastverkehr entscheidend für die Schaffung von Nachfrage nach Wasserstoff und die Entwicklung der Infrastruktur ist. Wir glauben außerdem, dass Wasserstoff die richtige Lösung für anspruchsvolle Transportanwendungen darstellt, bei denen große Reichweite, hohe Fahrzeugauslastung und betriebliche Effizienz unerlässlich sind“, sagte Hiroki Nakajima, Vizepräsident von Toyota Motor Corporation.

Scania hingegen setzt darauf, praktische Erkenntnisse über das Funktionieren der Technologie außerhalb von Testbedingungen zu gewinnen.

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Toyota, die es ermöglicht zu prüfen, wie sich Brennstoffzellentechnologie in anspruchsvollen, realen Transportoperationen bewährt. Durch das Pilot Partner-Programm können wir neue Lösungen gemeinsam mit Kunden testen, aus ihren Erfahrungen lernen und unsere Produkte weiterentwickeln“, betonte Sara Forsberg, Technologieleiterin bei Scania.

Das gemeinsame Projekt soll die Frage beantworten, ob Wasserstofflastwagen in der Lage sind, effektiv sowohl mit herkömmlichen Fahrzeugen mit Dieselmotoren als auch mit den immer beliebter werdenden batteriebetriebenen Elektrolastwagen zu konkurrieren. S

Besonders wichtig werden die Ergebnisse im Bereich des Langstreckentransports sein, wo Zeit der Stillstand, Fahrzeugmasse sowie die verfügbare Reichweite von entscheidender Bedeutung sind – so heißt es auf der Website von Toyota.

Nicht nur Toyota und Scania

In den letzten Jahren haben sich viele Unternehmen auf eine auf Batterien basierende Elektrifizierung konzentriert, doch die Entwicklung von Wasserstofftechnologien im Lastwagensegment geht weiter, wenn auch man könnte sagen, dass sie etwas vernachlässigt wird.

Einer der aktivsten Hersteller bleibt Hyundai. Der koreanische Produzent setzt seit mehreren Jahren in Europa Lastwagen des Typs XCIENT Fuel Cell ein, die unter anderem in der Schweiz im Einsatz sind. Das Unternehmen entwickelt konsequent weitere Generationen von Fahrzeugen, die Brennstoffzellen nutzen.

Auch Daimler Truck arbeitet an fortschrittlichen Projekten. Der deutsche Konzern entwickelt den Mercedes-Benz GenH2 Truck, der bereits eine Reihe von Straßentests absolviert hat und vor allem für den Langstreckentransport vorgesehen ist – darüber berichteten wir auf Elektromobilni.pl.

Laut Markets and Markets entwickeln auch die Volvo-Gruppe sowie Paccar eigene Lösungen. Volvo hat gemeinsam mit Daimler Truck das Unternehmen Cellcentric gegründet, dessen Ziel die Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellen für schwere Nutzfahrzeuge ist. DAF, das zur Paccar-Gruppe gehört, nimmt außerdem an europäischen Demonstrationsprojekten im Bereich Wasserstofftransport teil.

Auf dem Markt ist außerdem der amerikanische Startup Nikola vertreten, der nach finanziellen Schwierigkeiten weiterhin Lastwagen mit Brennstoffzellen entwickelt. Zudem setzen sich Iveco sowie das amerikanische Unternehmen Cummins, das Antriebslösungen für den Nutzfahrzeugsektor liefert, mit Wasserstoffprojekten auseinander.

Fazit

Letztendlich wird jedoch nicht allein die Technologie über den Erfolg von Wasserstoff entscheiden, sondern genauso wichtig sind die Entwicklung des Tankstellennetzes, die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff sowie die Betriebskosten. Wir werden sehen, was daraus wird.

Oskar Włostowski