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Sany erweitert sein Portfolio an Elektro-Lkw in Europa

Sany erweitert sein Portfolio an Elektro-Lkw in Europa

Vor einigen Wochen begann Sany, seinen elektrischen Halb-Traktor e263 in Europa zu vermarkten. Doch das ist erst der Anfang: Auf der IAA Transportation präsentiert Sany vier Varianten und Modelle – einschließlich dreirädriger und vierrädriger Versionen. Wir stellen die elektrischen Lastwagen zusammen mit ihren technischen Spezifikationen vor.

Sany wird seinen Messestand auf der IAA Transportation in Hannover in Halle 12, Stand C40, aufbauen, wo es auf Wunsch von electrive vier Fahrzeuge präsentieren wird – alle vollständig elektrisch und für den Baugewerbe, die Logistik sowie kommunale Anwendungen konzipiert. Bereits bekannt ist der Traktor e263 mit einer kontinuierlichen Leistung von 420 kW, einer LFP-Batterie mit 636 kWh Kapazität (netto 623 kWh) sowie einer angegebenen Reichweite von über 500 Kilometern. Die ersten Exemplare der elektrischen Traktoren von Sany sind bereits auf deutschen Straßen unterwegs. Weitere Varianten und Modelle sollen in Kürze folgen, nämlich der e435 8×4, der e345/e360 6×2 sowie der e363 6×2. Was die Bezeichnung angeht: Bei Sany gibt die erste Zahl stets die Anzahl der Achsen an, während die nächsten beiden Zahlen die Gesamtkapazität der Batterie darstellen. Im Fall des e263 bedeutet dies ein zweirädriges Fahrzeug mit einer Energiekapazität von etwa 630 kWh.

Aber zunächst etwas Hintergrundwissen: Sany ist einer von mehreren chinesischen Herstellern, die versuchen, sich auf dem europäischen Markt für Elektro-Lkw durchzusetzen. Vor etwa einem Jahr kündigte das Unternehmen seine Pläne an, mit seinen e-Lkw unter der Sparte Sany eTrucks nach Europa auszudehnen. Für den e263 haben die Lieferungen bereits begonnen. „Die ersten Fahrzeuge sind seit dem Frühjahr 2026 auf deutschen Straßen im Einsatz“, berichtete Kevin Eichele, Leiter Produkt- und Geschäftsentwicklung bei Sany eTrucks Europe, auf Anfrage in diesem Sommer. Zu den anfänglichen Zielmärkten gehören die DACH-Region und Spanien.

Sany ist in diesen Regionen kein Unbekannter: Der chinesische Hersteller ist bereits in Europa tätig, insbesondere mit Baumaschinen und Fahrzeugen, darunter elektrische Modelle wie das Chassis 8×4 408P und e435. In China ist das Unternehmen der größte Hersteller von Schwermaschinen des Landes. Seit Sany 2012 den deutschen Spezialisten für Betonpumpen, Putzmeister, übernommen hat, ist Deutschland zu einem wichtigen Standort des Unternehmens in Europa geworden. Sany betreibt Niederlassungen in Bedburg und Aichtal.

Von Putzmeister angepasste chinesische Fahrzeuge

Übersetzen Sie den folgenden englischen Text ins Deutsche.

In den Mittelpunkt der Ausstellungshallen rückt Sany mit der offiziellen Präsentation seiner europäischen eTruck-Marke, die sofort durch weitere BEV-Chassis-Modelle Aufmerksamkeit erregt. Kevin Eichele erklärt: „Der Übergang zum elektrischen Schwerlastverkehr kann nur gelingen, wenn die Kunden mehr als nur ein Fahrzeug sehen. Sie benötigen Vertrauen in die Reifegrad der Produkte, deren Verfügbarkeit, den Service sowie die Gesamtbetriebskosten.“ Die Putzmeister-Organisation bildet das Rückgrat des Forschungs-, Entwicklungs-, Vertriebs- und Service-Netzwerks von Sany und umfasst IT-Prozesse, Ersatzteile sowie Prozessunterstützung. Vor allem bringt Putzmeister laut Eichele „eine starke europäische Präsenz, Sprachkenntnisse in den lokalen Sprachen sowie Kenntnisse der landesspezifischen Vorschriften in jeden Markt, den Sany betritt.“

E-Chassis für Langstreckentransporte und Baustellen

Das Kernsortiment der Sany eTrucks in Europa basiert zunächst auf vier Modellen: Der e263 4x2S ist der bereits vorgestellte Lkw, während der e263 4x2R eine Chassis-Variante ist, die dasselbe technische Modulsystem verwendet und zusätzlich eine Anhängerkupplung bietet. Die R-Version ist mit 9,5 Metern deutlich länger als der Traktor-Lkw (6,64 m), wobei sich die Radstandlänge um 1,30 Meter auf 5,30 Meter erhöht. Das Leergewicht des Chassis liegt bei 10,6 Tonnen – etwas niedriger. Der e263 4x2R ist für ein Gesamtgewicht der Kombination von 38 Tonnen ausgelegt, im Vergleich zu 42 Tonnen beim e263 4x2S. Es gibt keine Unterschiede im Antriebsstrang zwischen den beiden E-Lkw. Weitere Details finden Sie hier. Eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten findet sich in der folgenden Tabelle:

| | e263 4×2 S/R | e363 6×2 | e345/e360 6×2 | e435 8×4 |

| --- | --- | --- | --- | --- |

| | Traktor/Chassis | Chassis | Chassis | Chassis |

| Räderkonfiguration | 4×2 | 6×2 | 6×2 | 8×4 |

| Antriebssystem | Dual-Motor-eAxle | Dual-Motor-eAxle | PMSM/eAxle | PMSM |

| Nennleistung | 420 kW | 420 kW | 210 kW | 270 kW |

| Gesamtgewicht | 42/38 Tonnen | 42 Tonnen | 28 Tonnen | 37 Tonnen |

| Zulässiges Gewicht vorne | 9/7,5 Tonnen | 9 Tonnen | 9 Tonnen | 16 Tonnen |

| Zulässiges Gewicht hinten | 13 Tonnen | 19 Tonnen | 19 Tonnen | 23 Tonnen |

| LFP-Batterie | Gesamt 636 kWh | Gesamt 636 kWh | 600/451 kWh | 350 kWh |

| Gleichstrom-Ladung | 400 kW | 400 kW | 320 kW | 250 kW |

Die Übersicht zeigt: Der e363 6×2 ist Sany’s Chassis-Alternative für höhere Lasten. Dieses Dreiradmodell nutzt ebenfalls das technische Modulsystem der 4×2-Modelle, kann jedoch eine höhere Last auf der Hinterachse tragen. Die Datenblätter geben hier eine technisch zulässige Last von 19 Tonnen an – im Vergleich zu 13 Tonnen bei den Zweiachser-Modellen. Sany beschreibt diese Version als „Chassis mit Schwerpunkt auf Langstreckenlogistik, ausgelegt für Anwendungen mit einer Gesamtzuladung von 42 Tonnen wie Kastenwagen mit einer Akkukapazität von 636 Kilowattstunden und schnellem Laden mit 400 Watt.“

In den Sany-e345/e360-6×2-Chassis wird ein anderes Antriebssystem verwendet. Die Datenblätter geben an, dass es sich um einen Permanentmagnet-Synchrongenerator mit Ölkühlung im eAxle-System handelt. Die kontinuierliche Leistung beträgt 210 kW – das ist die Hälfte der Leistung einer Lösung mit zwei Motoren. Sany positioniert diese Chassis als 28-Tonnen-Plattformen für die Bauindustrie, die in drei Radstandvarianten erhältlich sind, mit einer Gesamtlänge von bis zu 10,4 Metern sowie einer LFP-Batteriekapazität von 450 kWh bzw. 600 kWh. Hier werden ebenfalls CATL-Batterien verwendet.

Bild 2: Sany-E-Lkw auf der IAA

Bild: Sany

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Anders ausgedrückt: Die beiden letzten Chassis-Modelle unterstreichen Sany’s Wurzeln in der Bauindustrie. Für den Langstreckentransport – ein neues Geschäftsfeld für Sany in Europa – wird das Unternehmen bald drei verschiedene Lkw-Typen im Portfolio haben, die alle dasselbe technische Modulsystem mit einem doppelten E-Achsenantrieb und einer 636 kWh großen Batterie teilen. Es wurden bisher keine Angaben zu den Bestell- und Lieferterminen für die neu vorgestellten Modelle gemacht.

Sany-Lkw zu „erschwinglichen Preisen“ angeboten

Vor der Messe betont Sany, dass „die fünf Modelle gemeinsam ein fokussiertes europäisches Portfolio für SANY bilden“, wobei jedes Modell bestimmte Anwendungsanforderungen erfüllt. Sany gibt außerdem an, dass sein Sortiment „erschwinglich“ sein wird, ohne weitere Details zu nennen.

Obwohl Sany eTrucks gerade erst in Europa und andere internationale Märkte vordringt, ist der Hersteller auf seinem Heimatmarkt China bereits als Anbieter von elektrischen Langstreckenlastwagen etabliert. Sany gibt an, bereits mehr als 50.000 e-Trucks im Inland eingesetzt zu haben und als etablierter Hersteller mit einer starken industriellen Basis weiter auszubauen. Im Gegensatz zu einigen chinesischen Start-ups, die ebenfalls mit e-Trucks nach Europa expandieren und auf Auftragsfertiger angewiesen sind, beabsichtigt Sany, seine Fahrzeuge in China zu produzieren. Der e263 wird beispielsweise in Changsha, China, hergestellt, wo Sany 2019 auf einem Neubauareal eine völlig neue Fabrik errichtete. Anschließend werden die Fahrzeuge nach Europa verschifft und dort von Putzmeister an die jeweiligen Marktbedingungen angepasst.

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Quelle: electrive