Das Auto ist erst der Anfang. Sind polnische Unternehmen auf eine echte Skalierung der Elektromobilität vorbereitet?

Mehr als die Hälfte der polnischen Unternehmen möchte die Anzahl der Elektrofahrzeuge erhöhen, sieht aber gleichzeitig eine überwiegende Mehrheit kostentechnische, infrastrukturelle und betriebliche Hindernisse. Vor dem Kongress für neue Mobilität 2026 lohnt es sich daher, die Debatte vom Thema „Wie viele BEV?“ auf die Frage zu verlagern: „Welches System ermöglicht es ihnen, effizient zu arbeiten?“ Eine Studie von DKV Mobility zeigt, dass sich die nächste Phase der Umwandlung der Flotten nicht nur in Autohäusern, sondern auch in Depots, an Ladestationen sowie in Tools zur Überwachung von Energieverbrauch und Kosten abspielen wird.
– gesponserter Text –
Die Ambition ist bereits da, jetzt braucht es die Umsetzungsfähigkeit
In Europa planen 56 % der Unternehmen, innerhalb von zwei Jahren die Anzahl der voll elektrischen Fahrzeuge zu erhöhen. In Polen geben 52 % der Befragten einen solchen Plan an, während 15 % einen Rückgang der Anzahl der BEV erwarten. Gleichzeitig machen voll elektrische Fahrzeuge derzeit 7 % der untersuchten polnischen Flotten aus. Benzinfahrzeuge dominieren mit 44 %, während Diesel 32 % ausmacht.
Diese Zahlen zeigen großes Wachstumspotenzial, aber auch das Ausmaß der notwendigen Umstrukturierung der Prozesse. Jedes neue BEV führt bei der Flottenverwaltung zu einer Abhängigkeit von Strecke, Parkmöglichkeiten, Verfügbarkeit von Ladestellen und Energiekosten. Daher entscheidet allein der Kauf größerer Fahrzeugzahlen nicht über den Erfolg. Die Umsetzungsfähigkeit hängt von der gleichzeitigen Vorbereitung der Infrastruktur, der Abrechnungen, der Daten sowie der Nutzer ab.
– Der Markt ist in eine Phase eingetreten, in der die Anzahl der bestellten Autos nicht mehr ein ausreichender Indikator für Reifegrad ist. Eine reife Elektrifizierung beginnt mit der Analyse der Fahrzeugnutzung sowie der verfügbaren Lademöglichkeiten. Anschließend muss die Kaufentscheidung mit Energieversorgung, Infrastruktur und Kostenkontrolle in Einklang gebracht werden. Wenn eines dieser Elemente vernachlässigt wird, zeigt sich das Betriebsrisiko schnell. Unternehmen benötigen heute eine Mobilitätsarchitektur und nicht nur eine Sammlung von einzelnen Produkten. Eine solche Architektur kann eine Plattform, ein öffentliches Netzwerk, Heimladen sowie eine kohärente Abrechnungsmethode umfassen. Erst dann führt ein Anstieg der Zahl der BEV zu einer nachhaltigen Veränderung des Flottenmodells – so Anna Biekionis, Country Manager bei DKV Mobility.
Das polnische Paradoxon: starke Absichten, noch stärkere Barrieren
Die Ergebnisse für Polen deuten nicht auf mangelnde Bereitschaft zum Wandel hin, sondern auf außergewöhnlich hohe Erwartungen an die dortigen Bedingungen. Sogar 81 % der befragten Unternehmen sehen ein begrenztes Angebot an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben als Hindernis, während der europäische Durchschnitt bei 71 % liegt. Zu hohe Anschaffungskosten nennen 80 % der polnischen Befragten, im Vergleich zu 73 % in der Gesamtstichprobe. Eine unzureichend entwickelte öffentliche Infrastruktur stellt ein Hindernis für 79 % der Unternehmen in Polen dar, gegenüber 69 % in Europa. Hohe Energiekosten beunruhigen 75 % der polnischen Befragten, während Wartungs- und Servicekosten 76 % beunruhigen. Ebenfalls 76 % geben an, Schwierigkeiten bei der Beurteilung der regulatorischen Rahmenbedingungen zu haben, im Vergleich zu einem Durchschnitt von 66 %.
Die Barrieren häufen sich somit in der gesamten Entscheidungskette an – von der Wahl des Modells über Finanzierung und Energie bis hin zur Betriebsphase. Für den Markt bedeutet dies die Notwendigkeit paralleler Maßnahmen, da eine Verbesserung nur eines Parameters möglicherweise nicht ausreicht, um Investitionen in Gang zu bringen.
„Die Umwandlung der Flotten in Polen benötigt keinen einzigen wunderbaren Impuls, sondern eine vorhersehbare Reihe von Bedingungen. Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, dass die Unternehmen das Risiko in mehreren Phasen gleichzeitig erkennen. Deshalb sollte die Unterstützung beim Kauf von Fahrzeugen mit der Entwicklung der Infrastruktur sowie klaren Marktregeln einhergehen. Ebenso wichtig ist die Verfügbarkeit von Modellen, die für unterschiedliche Anwendungen geeignet sind – insbesondere dort, wo das Auto ein Arbeitsmittel ist. Das Unternehmen trifft seine Entscheidung für die gesamte Nutzungsdauer und nicht nur am Tag der Fahrzeugübergabe. Je größer die Transparenz bezüglich Kosten und Vorschriften, desto leichter fällt es, einen Wandel in größerem Maßstab als nur im Pilotprojekt zu planen. Die Stabilität der Umgebung ist in der Elektromobilität genauso wichtig wie das Tempo der Technologieentwicklung.“ – betont Anna Biekionis.

Das Laden verlagert sich vom Parkplatz ins Flottenmanagementzentrum
Unter den europäischen Unternehmen, die BEV oder PHEV einsetzen, verfügen 89 % über eigene Ladeinfrastruktur. In Polen liegt dieser Anteil bei 88 %, was bestätigt, dass Unternehmen, die sich mit Elektromobilität beschäftigen, in der Regel ihre eigene Infrastruktur auf ihrem Gelände errichten. 68 % der polnischen Nutzer haben firmeneigene Schnellladestationen und 27 % Wallboxen; bei der Umfrage konnte mehr als eine Antwort gewählt werden. 67 % der polnischen Unternehmen planen, innerhalb von zwei Jahren zusätzliche Infrastruktur anzuschaffen, im Vergleich zu 70 % in der Gesamtstichprobe.
Der häufigste Ort zum Aufladen von Flottenfahrzeugen ist die Firmenzentrale oder das Firmengelände, wie 47 % der Befragten in Polen und Europa angaben. Polen zeichnet sich jedoch durch eine höhere Nutzung des öffentlichen Ladens aus, die bei 37 % liegt, im Vergleich zum europäischen Durchschnitt von 31 %. Zu Hause werden 13 % der polnischen Flottenfahrzeuge aufgeladen, gegenüber 19 % in der Gesamtstichprobe. Das Laden ist somit dezentral organisiert, und seine Verwaltung erfordert die Kombination mehrerer Standorte, Tarife sowie Abrechnungsmethoden.
– Die Ladevorgänge dürfen nicht als technisches Zusatzmerkmal des Fahrzeugs angesehen werden, da sie zu einem integralen Bestandteil des grundlegenden Betriebsprozesses werden. Die Daten zeigen, dass eigene Infrastrukturen bereits zum Standard bei Unternehmen gehören, die Elektrofahrzeuge nutzen. Gleichzeitig benötigen polnische Fuhrparks relativ häufig öffentliche Ladeinfrastrukturen, was die Bedeutung ihrer Verfügbarkeit und Interoperabilität erhöht. Ein Manager sollte nicht nur wissen, wo das Fahrzeug geladen werden kann, sondern auch, wie viel Energie verbraucht wurde und zu welchem Kostenzentrum diese zugeordnet werden soll. In größerem Maßstab wird das manuelle Zusammenführen dieser Informationen uneffektiv. Es sind Werkzeuge erforderlich, die verschiedene Lade-Szenarien in einem einzigen Managementbild integrieren. Gerade diese unsichtbare Datenschicht wird darüber entscheiden, ob die Elektrifizierung skalierbar ist.“ – so Anna Biekionis.
Die Digitalisierung ist eine genauso wichtige Infrastruktur wie Ladestationen
Die Umwandlung des Antriebs erhöht die Menge an Informationen, die im täglichen Management kontrolliert werden müssen. In der Umfrage geben 68 % der Unternehmen vollständige Kostenkontrolle und Transparenz als Herausforderung an, während 67 % in angemessene digitale Tools investieren. 67 % betrachten das alleinige Management von Elektrofahrzeugen und Ladeoptionen als schwierig. In Polen liegen diese Werte bei jeweils 71 %, 68 % und 60 %. Gleichzeitig sehen 63 % der Befragten in Europa und Polen unzureichende Maßnahmen im Bereich Digitalisierung und Automatisierung. Zu viele verschiedene Systeme und Softwareprodukte stellen für 62 % der Befragten in beiden Regionen ein Problem dar.
Der Markt benötigt daher nicht nur eine größere Anzahl an Ladepunkten, sondern auch eine höhere Datenkohärenz. Ohne diese ist es schwierig, Kosten zu vergleichen, ineffiziente Verhaltensweisen zu identifizieren und das Laden zu optimieren. Die digitale Management-Schicht wird zur Voraussetzung für den Übergang von einigen Pilotfahrzeugen zu einer großen Elektroflotte.

Von der Demonstrationsphase zur Integrationsphase
Der Kongress der neuen Mobilität 2026 findet vom 23. bis 25. September im Internationalen Kongresszentrum in Katowice statt. Sein Programm verbindet Mobilität und Verkehr mit Energie, Infrastruktur, Investitionen, Klimapolitik sowie Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft. Diese Gliederung entspricht gut dem tatsächlichen Charakter der Flottenelektrifizierung, wie sie in der Studie dargestellt wird.
Entscheidungen bezüglich Fahrzeuge lassen sich nicht von dem Energiemarkt, den Ladeinfrastrukturen, Vorschriften und der Digitalisierung trennen. Die nächste Entwicklungsstufe wird die Zusammenarbeit von Herstellern, Infrastrukturbetreibern, Anbietern von Mobilitätsdiensten, dem Finanzsektor und der Verwaltung erfordern. Die Aufgabe des Marktes besteht darin, die Anzahl der Unsicherheiten zu verringern, mit denen sich Flottenmanager heute auseinandersetzen müssen. Die Unternehmen wiederum sollen von Einzelkäufen zu einer ganzheitlichen Gestaltung des Nutzungsmusters übergehen. Wenn diese beiden Prozesse zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommen, können die von den Unternehmen angekündigten Pläne zu einer nachhaltigen Ausweitung der Elektromobilität führen.