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Die Regierung Großbritanniens startet Konsultationen zu den EV-Zielen. Sie möchte die Vorgaben trotz des steigenden Verkaufs lockern.

Die Regierung Großbritanniens startet Konsultationen zu den EV-Zielen. Sie möchte die Vorgaben trotz des steigenden Verkaufs lockern.

Die britische Regierung startete am 14. August 2026 Konsultationen zu den Verkaufszielen für Elektroautos. Das Problem ist, dass dies zu einem Zeitpunkt geschieht, an dem der Anteil von EVs bereits den staatlichen Vorgaben nahekommt, während Benzin im Vereinigten Königreich durch hohe Temperaturen und Brände im Durchschnitt 1,62 Pfund pro Liter kostet.

Für Fahrer und Hersteller handelt es sich dabei um keine geringfügige Anpassung. Die Entscheidung ist einfach: Soll Großbritannien auf Elektroautos setzen oder der Branche zum Schutz der Emissionen entgegenkommen?

Der Verkauf von EVs wächst schneller als das Ziel für 2026

Der aktuelle Plan in Großbritannien sieht vor, dass bis 2030 80 Prozent der neuen Autos Elektroautos sind, und ab 2035 ein vollständiges Verbot des Verkaufs neuer Verbrennungsfahrzeuge gilt. Das diesjährige Zwischenziel beträgt 33 Prozent Anteil von EVs am Gesamtverkauf, obwohl Hersteller durch ein Bonuskreditsystem das tatsächliche Ergebnis verbessern können.

Am Ende des Jahres 2025 sah der Markt besser aus, als es der Zeitplan vorsah. Der Verkauf von Elektroautos lag bereits auf einem Niveau, das ausreichte, um das Ziel für 2026 zu erreichen. Der Beginn dieses Jahres war schwächer, doch die letzten zwei Monate brachten eine Erholung.

Im Juli 2026 stieg der Verkauf von BEV-Modellen im Jahresvergleich um 44,5 Prozent. Seit Jahresbeginn machen Plug-in-Autos, also BEV- und PHEV-Fahrzeuge zusammen, bereits fast 40 Prozent des Neuwagenmarktes aus. Kurz gesagt: Der Plan scheint nicht unrealistisch zu sein.

Dazu kommt noch die Frage der Kraftstoffpreise. Nach fünf Monaten Krieg im Iran sind die Ölpreise gestiegen und bleiben auf hohem Niveau. Im Vereinigten Königreich kostet Benzin durchschnittlich 1,62 GBP pro Liter, während Diesel bis zu 1,92 GBP pro Liter lag und sich erneut diesem Rekord nähert. Unter solchen Umständen ist das Elektroauto nicht mehr nur eine ökologische Wahl – es wird zu einem Schutz vor den hohen Kosten an der Tankstelle.

Die Regierung erwägt, die Ziele für 2030 auf 50–70 Prozent EV zu senken.

Trotzdem hat die Regierung von Premierminister Andy Burnham Konsultationen eingeleitet, die dazu führen könnten, dass das Ziel von 80 Prozent auf 50–70 Prozent Elektrofahrzeuge bis 2030 abgeschwächt wird. Im Paket gibt es außerdem die Idee, offener für neue Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee zu sein. Ehrlich gesagt sieht das wie ein Schritt in die entgegengesetzte Richtung zu den Marktsignalen aus.

Auch politisch ist die Situation interessant. Frühere Fassungen der Vorschriften wurden sowohl verschärft als auch gelockert, und das von beiden Hauptlagern. Der Widerspruch besteht darin, dass einige der stärksten Verschärfungen bereits unter Boris Johnson stattfanden. Jetzt überlegt die Labour-Regierung, diesen Kurs rückgängig zu machen.

Mit dem Wechsel des Premierministers von Keir Starmer zu Burnham wurden auch die Ressorts umverteilt. Ed Miliband, der mit einer Netto-Null-Politik und Unterstützung für Elektrofahrzeugziele assoziiert wird, wechselte vom Umweltministerium ins Außenministerium. An seine Stelle trat Miatta Fahnbulleh, die an eine Überprüfung der Regeln erinnerte.

Am 14. August kündigte Burnham Konsultationen an, während er gleichzeitig die Folgen von Bränden in West Midlands besuchte, wo das Feuer 19 Häuser zerstört hatte. Er sagte damals: „Großbritannien ist derzeit wie ein Pulverfass. Das Entzünden eines Feuers im Freien stellt eine Gefahr für die Häuser der Menschen und ihr Leben dar“ sowie „So sieht der Klimawandel aus, hier und jetzt.“ Starke Worte. Allerdings wiesen Umweltorganisationen sofort auf Widersprüche hin: Die Senkung der Ziele für Elektrofahrzeuge und eine größere Offenheit gegenüber dem Ölabbau würden genau in die entgegengesetzte Richtung wirken.

Auch der Hintergrund hilft den Politikern, die sich gegen Abgase einsetzen, nicht. Großbritannien erlebt den heißesten Sommer in der Messgeschichte, die fünfte Hitzewelle rückt näher, und die Dürre hat drei Viertel Englands erfasst. Der Verkehr ist die größte Quelle für Emissionen im Land, und ein neuer Regierungsbericht zur Lebensmittelsicherheit warnt davor, dass Großbritannien ohne Maßnahmen „keine Zukunft hat“.

Auf dem Papier klingen die Konsultationen technisch. In der Praxis ist es ein Test, ob die Regierung den Markt und ihre eigenen Daten berücksichtigen will oder eher das Interesse der Hersteller. Was denken Sie – wird es nur bei kosmetischen Änderungen bleiben oder wird das UK tatsächlich das Ziel von 80 Prozent Elektrofahrzeuge bis 2030 zurücknehmen?

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