Der Renault Scenic E-Tech hat eine Batteriekapazität von 89 kWh und eine WLTP-Reichweite von bis zu 642 km. Die günstigere LFP-Version wird im Herbst 2026 auf den Markt kommen.

Renault hat den Scenica E-Tech electric überarbeitet, und diesmal geht es hauptsächlich um die Technik und nicht um einen neuen Stoßfänger. Die größte Veränderung ist der 89 kWh große NMC-Akku mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 642 km nach WLTP sowie einer kürzeren DC-Ladegeschwindigkeit. Im Herbst 2026 wird es in Frankreich auch eine günstigere Variante mit einem 67 kWh großen LFP-Akku geben.
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Der Scenic bleibt somit ein Familien-Elektroauto mit einer Länge von 4,47 m und einem Gewicht unter 1,9 Tonnen, wirkt aber auf dem Papier deutlich interessanter. Insbesondere für diejenigen, die ihn als gutes Auto, aber im Vergleich zur Konkurrenz etwas zu teuer, angesehen haben.
Neuer 89 kWh Akku, derselbe 220 PS starke Motor
Die Long-Range-Version erhält einen neuen 89 kWh großen NMC-Akku anstelle des bisherigen 87 kWh Pakets. Renault gibt eine WLTP-Reichweite von bis zu 642 km an, das sind 20 km mehr als zuvor. Der Motor bleibt unverändert und entwickelt weiterhin 220 PS.
Der Hersteller gibt außerdem eine Verbesserung der Ladezeit um 25 % an. In der Praxis soll die Scenic nun von 15 auf 80 Prozent in 28 Minuten laden, bei einer maximalen Leistung von 150 kW DC. Das klingt plausibel, obwohl die maximale Leistung selbst nicht gestiegen ist. Die Schlussfolgerung ist einfach: Es wurde eher die Form der Ladekurve verbessert als nur eine Werbetabelle.
In Frankreich ist diese Version bereits ab 38.750 Euro erhältlich. Man muss jedoch sofort einen Hinweis hinzufügen: Es handelt sich um einen Preis inklusive lokaler Subventionen, daher macht es keinen Sinn, ihn 1:1 in den polnischen Preis umzurechnen.
Die Scenic mit LFP-Batterie soll günstiger und schneller laden
Die zweite Neuigkeit ist wohl sogar noch interessanter. Im Herbst 2026 wird Renault das Modell Scenic mit einer 67 kWh großen LFP-Batterie in das Sortiment aufnehmen, die eine Reichweite von bis zu 467 km nach WLTP bieten soll.
Es wird interessant, denn der kleinere Akku soll eine höhere maximale Leistung aufweisen als die größere NMC-Variante. Renault nennt 165 kW DC sowie eine Ladezeit von 24 Minuten von 15 auf 80 %. Für einen familienfreundlichen Kompakt-Crossover mit günstigerer Zellchemie sieht das gut aus. Natürlich vorausgesetzt, das Auto kann so nicht nur kurzzeitig geladen werden.
Renault setzt hier auf die bereits vom überarbeiteten Megane E-Tech electric bekannte Cell-to-Pack-Architektur. Das Paket besteht aus 232 Pouch-Zellen, und der Raumausnutzungsgrad soll bei 53 % liegen. Das sind konkrete technische Angaben, keine marketingorientierten Schmuckelemente.
Der französische Startpreis für die LFP-Version soll bei 31.750 Euro liegen. Wenn Renault bei der Preissetzung in anderen Ländern nicht übertrieben, könnte der Scenic endlich näher an den Segment kommen, in dem Kunden ihn tatsächlich mit dem Volkswagen ID.4, dem Skoda Enyaq oder dem Ford Explorer vergleichen – anstatt ihn nur im Showroom anzusehen.
Scenic erhält außerdem Updates für die Innenausstattung und Elektronik. Das openR Link-System mit Google-Diensten hat Gemini als Alternative zu Google Assistant erhalten. Dadurch sollen natürlichere Sprachbefehle möglich werden, ohne während der Fahrt auf dem Bildschirm klicken zu müssen.
Dazu bietet Renault 3 Jahre lang monatlich 2 GB Datenvolumen für Apps aus Google Play sowie ein kabelloses Qi2-Ladegerät. Google Maps ermöglicht außerdem das Filtern von Ladestationen nach Anbieter, Leistung oder Zahlungsmethode. Es mag sich um eine Kleinigkeit handeln, ist aber gerade deshalb nützlich, besonders wenn jemand nicht an einer leeren Ladestation enden möchte, nur weil die Navigation irgendeinen beliebigen Punkt ausgewählt hat.
Auch die Sitze in der Techno-Version, zwei neue Karosseriefarben sowie neue Designs für 19- und 20-Zoll-Räder wurden überarbeitet. Es handelt sich also nicht um eine klassische Facelift-Version. Renault hat eher das verbessert, womit der Fahrer im Alltag zu tun hat.
Auch die ADAS-Funktionen wurden verbessert, aber es handelt sich immer noch nicht um ein autonomes Auto
Auch das Paket der Fahrerunterstützungssysteme erhielt eine Aktualisierung. Der adaptive Tempomat und das Active Driver Assist können den Verkehr besser analysieren, und die Multi Target-Funktion verfolgt gleichzeitig mehrere Fahrzeuge, um schneller auf überholende Fahrer oder in Staus abbremsende Autos reagieren zu können.
Ebenfalls hinzugekommen ist das Emergency Stop Assist, das das Auto anhält, falls der Fahrer nicht mehr reagiert. Eine Kamera im Innenraum erkennt Müdigkeit und Ablenkung und identifiziert gleichzeitig den Nutzer sowie die Einstellungen für Sitz, Multimedia, Navigation oder das Ambientebeleuchtungssystem.
Es gibt außerdem einen neuen Smart-Modus, der automatisch zwischen Eco, Comfort und Sport wechselt. Das klingt praktisch, gehört aber zu diesen Zusatzfunktionen, die man in der Praxis ausprobieren muss. Wenn er zu hektisch wirkt, kehrt der Fahrer ohnehin zur manuellen Auswahl zurück.
In Polen ist der modernisierte Scenic noch nicht im Konfigurator erschienen. Der bisherige Scenic Long Range kostet derzeit ab 209.900 Złoty und verfügt über einen Akku mit 87 kWh sowie eine Reichweite von bis zu 622 km nach WLTP. Die Frage lautet also nicht nur „wann“, sondern auch „für wie viel“, denn gerade der Preis wird entscheiden, ob diese technischen Verbesserungen tatsächlich etwas ändern.
Renault hat beim Scenic das verbessert, was bei Elektrofahrzeugen am meisten stört oder freut: den Akku, das Laden sowie die Software. Wird die LFP-Version tatsächlich den Preis auf ein vernünftigeres Niveau senken?
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