Range Energy bringt eTrailer, den elektrischen Anhänger, auf den Markt.

Range Energy, ein kalifornisches Start-up, hat ein System entwickelt, um Sattelauflieger von Lastwagen mit einer eigenen Batterie sowie einem Antriebsachsen auszustatten. Dieses System kann den Antriebslastwagen unterstützen und den Energieverbrauch verringern. Laut dem Unternehmen ist der eTrailer in verschiedenen Szenarien wirtschaftlich vorteilhafter als herkömmliche Elektrolastwagen – insbesondere im Kontext europäischer Fuhrparks.
Range Energy: Sattelauflieger hilft, weniger zu verbrauchen
Die Idee des von ehemaligen Tesla-Mitarbeitern gegründeten Start-ups besteht darin, an einem oft übersehten Bestandteil der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs zu arbeiten – nämlich dem Sattelauflieger.
Das entwickelte System, eTrailer genannt, integriert im Anhänger eine Batterie sowie einen Achsenantrieb mit Elektromotoren. Diese Komponenten ermöglichen es ihm, aktiv zur Traktion des gesamten Sattelzuges beizutragen. Dadurch sinken die Kraftstoffverbräuche, die der Antriebsmotor aufbringen muss. In den von dem Unternehmen vorgestellten Tests lag die Reduzierung des Dieselverbrauchs bei bis zu 36 %. Das ist ein bedeutendes Ergebnis, das natürlich auf verschiedenen Strecken, Lasten und Betriebsbedingungen überprüft werden muss.
Für Range Energy liegt der Hauptvorteil darin, dass diese Technologie mit bereits vorhandenen Antriebsmotoren eingesetzt werden kann, ohne den gesamten Fahrzeugtyp ersetzen zu müssen.
Übertreffen die eTrailer den Tesla Semi?
Um die Potenziale des erfundenen Systems zu verstehen, führte Range Energy eine wirtschaftliche Studie durch, bei der drei verschiedene Konfigurationen miteinander verglichen wurden. Es handelt sich um einen herkömmlichen Diesel-Lkw, einen vollständig elektrischen Tesla Semi sowie einen Diesel-Motor in Kombination mit seinem eigenen eTrailer.
Die Analyse konzentrierte sich auf den gekühlten Transport und berücksichtigte eine Betriebsdauer von sieben Jahren. Um die Simulation detaillierter zu gestalten, wurden 1.000 finanzielle Szenarien erstellt. Dabei wurden Faktoren wie der Preis von Diesel, der Preis für Elektrizität, die Kosten für Ladeinfrastruktur sowie die Kraftstoffeinsparung variiert.
Laut den endgültigen Ergebnissen von Range Energy erwies sich gerade die hybride Kombination aus Diesel-Lkw und eTrailer in 61 Prozent der betrachteten Szenarien als wirtschaftlich vorteilhaftesten Ansatz.

Mehr Reichweite auch für Elektro-Lkw
Das Unternehmen betont, dass der eTrailer nicht ausschließlich für Diesel-Antriebe konzipiert ist. Er kann tatsächlich auch mit einem vollständig elektrischen Lkw kombiniert werden, wodurch die Antriebskraft erhöht und die Energie, die das Fahrzeug aus seiner Batterie beziehen muss, reduziert wird.
Range Energy behauptet, das System könne unter den vom Unternehmen berücksichtigten Betriebsbedingungen mindestens 100 Meilen (etwa 160 km) an Reichweite hinzufügen.
In Märkten, in denen die Verbreitung von Elektro-Lkw mit Ladeinfrastruktur, Fahrzeugkosten und Streckenorganisation konfrontiert ist, verdient dieses Konzept sicherlich Aufmerksamkeit.
Range Energy: Die Lieferungen beginnen 2027
Range Energy plant die ersten Lieferungen des eTrailer im Herbst 2027. Die Produktion sowie Lieferungen in größerem Umfang sollen hingegen erst 2028 beginnen.
Die eigentliche Herausforderung besteht nun darin zu zeigen, dass die in den Simulationen erwarteten Einsparungen in tatsächliche Vorteile umgesetzt werden können – unter Berücksichtigung von Wartungskosten, Akkulaufzeit, Anschaffungskosten sowie der Infrastrukturverwaltung.
Der Vorschlag bleibt dennoch interessant, da er einen anderen Weg zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs vorschlägt: Die Elektrifizierung des Anhängers anstelle eines sofortigen Ersatzes des Lkws. Es ist nicht sicher, ob er auf allen Strecken mit einem reinen Elektro-Lkw konkurrieren kann, doch er könnte eine Zwischenlösung für Flotten bieten, die Energieverbrauch und Emissionen senken möchten, ohne sofort alle Fahrzeuge austauschen zu müssen.
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