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Technologie

R3 Lithium eröffnet eine Lithium-Recycling-Anlage in Georgia

R3 Lithium eröffnet eine Lithium-Recycling-Anlage in Georgia

R3 Lithium hat in dem US-Bundesstaat Georgia mit der Herstellung von Lithiumcarbonat aus recycelten Batteriematerialien begonnen. Die vorhandene Anlage ist für eine Jahresproduktion von 2.500 Tonnen ausgelegt und wird derzeit auf kontinuierliche kommerzielle Betriebsweise umgestellt.

Die Anlage in Covington ist darauf ausgelegt, jährlich 2.500 Tonnen Lithiumcarbonat zu produzieren.

Bild: R3 Lithium

R3 Lithium übernahm die etwa 14.300 Quadratmeter große Anlage in Covington erst im Juli 2026. Der vorherige Eigentümer – das insolvente Unternehmen Ascend Elements – hatte laut dem Unternehmen rund 150 Millionen Dollar in die Anlage investiert. Schon im Jahr 2025 wurde dort Lithiumcarbonat mit einer Reinheit von 99 Prozent ausschließlich aus recycelten Rohstoffen hergestellt. R3 bezeichnet Covington daher als die erste kommerziell nachgewiesene Anlage dieser Art in Nordamerika.

Die Anlage umfasst mehrere Recyclingstufen. Die Zerkleinerungsanlagen haben eine jährliche Kapazität von 30.000 Tonnen und verarbeiten Produktabfälle sowie Batterien am Ende ihrer Lebensdauer zu einer schwarzen Masse. Aus dieser gewinnt R3 vor Ort Lithium mithilfe eines auf Kalzinierung beruhenden Kristallisations- und eines wasserbasierten Ausfällungsverfahrens. Das verbleibende Konzentrat aus Nickel, Kobalt, Mangan und Graphit soll separat verkauft werden.

Die bestehende Anlage kann jährlich 2.500 Tonnen Lithiumcarbonat produzieren. Für eine zweite Anlage derselben Größe ist bereits Platz vorgesehen, doch R3 hat keinen Zeitplan für eine mögliche Verdopplung festgelegt. Ursprünglich sollen 15 Millionen US-Dollar aus einer Series-A-Finanzierungsrunde in die Modernisierung der Anlage zur kontinuierlichen kommerziellen Nutzung investiert werden.

R3 will die Lithiumcarbonat-Produktion ausbauen

Auf der Verkaufsseite weist R3 auf unterzeichnete Abnahmeverträge im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar hin, darunter auch mit dem Rohstoffhändler Trafigura. Allerdings gibt das Unternehmen keine Mengen, Laufzeiten oder Preise bekannt, wodurch es schwierig ist, den Wert der Verträge zu bewerten.

Laut eigenen Prognosen strebt R3 bis 2027 danach, mehr als die Hälfte des in den USA hergestellten Lithiumcarbonats zu liefern. Angesichts der derzeitigen jährlichen Kapazität von 2.500 Tonnen unterstreicht diese Prognose jedoch auch, wie gering die inländische Produktion bislang war. Andere US-Projekte sind noch im Bau: So hat LG Energy Solution bereits eine Lieferung von 8.000 Tonnen Lithiumcarbonat pro Jahr vom geplanten South West Arkansas Project von Smackover Lithium ab 2029 zugesichert bekommen. Auch Trafigura beabsichtigt, langfristig denselben jährlichen Umfang abzunehmen. Ursprünglich wird erwartet, dass das Projekt eine Jahresproduktion von 22.500 Tonnen erreichen wird.

Während Smackover Lithium darauf abzielt, neues Lithium aus Salzwasser zu gewinnen, konzentriert sich R3 auf bereits vorhandenes Material aus der Batteriezulieferkette. Die Herausforderung besteht nun in einem kontinuierlichen Betrieb. Die Schwarzmasse kann je nach Zellchemie, Alter und Herkunft der Batterien erheblich variieren. R3 muss daher nachweisen, dass unterschiedliche Eingangsmaterialien zuverlässig in Lithiumcarbonat mit der angegebenen Reinheit verarbeitet werden können.

Aus langfristiger Sicht plant R3 zusätzliche Anlagen in Nordamerika und Europa. Für den Standort Covington liegt der Fokus zunächst auf der Steigerung der Produktion. Es wurde bereits nachgewiesen, dass Lithiumcarbonat aus recyceltem Material hergestellt werden kann. Ob der Prozess auch auf kommerzieller Ebene kontinuierlich und wirtschaftlich funktionieren kann, bleibt abzuwarten. R3 hat bislang keine Details zu Erträgen oder Produktionskosten bereitgestellt.