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Technologie

Quantron und HyperView gründen ein Joint Venture in China

Quantron und HyperView gründen ein Joint Venture in China

Quantron und das chinesische Technologieunternehmen HyperView haben sich darauf geeinigt, ein neues Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. Quantron China wird eine Plattform für batterieelektrische sowie wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge entwickeln, wobei Foxconn als industrieller Fertigungspartner mitwirkt.

Quantrons geplante Gen2-Plattform soll batterieelektrische sowie wasserstoffbetriebene Lastwagen und Busse abdecken.

Bild: Haller

Das in Shaoxing ansässige Joint Venture wird sowohl den Inlandsmarkt bedienen als auch als Grundlage für die internationale Expansion dienen. Laut Quantron wird das Unternehmen sein Wissen in Bezug auf die Integration und Homologisierung von emissionsfreien Nutzfahrzeugen sowie seinen Zugang zu internationalen Märkten einbringen. HyperView wiederum wird Know-how in Bezug auf intelligente Fahrzeugarchitekturen und autonome Fahrtechnologien bereitstellen.

Die Gemeinschaftsunternehmung markiert zudem die sichtbare Rückkehr von Quantron auf den Markt: Die 2019 gegründete AG musste Ende Oktober 2024 nach dem Scheitern einer Finanzierungsrunde Insolvenz anmelden. Am 1. April 2025 erwarb der Gründer Andreas Haller (über die Andreas Haller Holding) im Rahmen einer Umstrukturierung durch Übertragung das verbleibende Vermögen sowie die zu diesem Zeitpunkt 35 Angestellten. Die Quantron AG als Rechtssubjekt hörte auf zu existieren, doch die Quantron-Marke wurde innerhalb der Haller Group fortgeführt. Umgekehrt stammt die aktuelle Ankündigung ebenfalls von der Andreas Haller Holding, die Quantron als ihre Mobilitäts-Sparte bezeichnet.

Nach diesem Umbruch strebt die Marke nun nach einem Neuanfang in China, wobei Foxconn die für den internationalen Markteintritt der geplanten Lkw- und Busplattformen erforderliche Produktionskapazität bereitstellt. Quantron China wird unter anderem auf skalierbare internationale SKD-Produktion sowie eine industrialisierte Lieferkette setzen.

Quantron plant neue Gen2-Plattform für BEVs und FCEVs

Zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit ist die neue Gen2-Plattform für Nutzfahrzeuge. Sie wird für batterieelektrische sowie wasserstoffbetriebene Lkw und Busse entwickelt und umfasst unter anderem eine neueste Fahrerkabine, verbesserte Aerodynamik, Vernetzungsfunktionen sowie digitale Flottenfunktionen, außerdem die technische Grundlage für zukünftige Autonomiefunktionen. Die erste öffentliche Präsentation dieser Gen2-Fahrzeuge ist für das 1. Halbjahr 2027 geplant.

Bild 2: Die Gründer von Quantron, Andreas Haller, und die Gründer von HyperView, Feilong Liu, möchten mit Quantron China eine neue Nutzfahrzeugplattform entwickeln.

Zuvor planen die Partner, bis Ende 2026 100 Vorserienfahrzeuge bei europäischen Kunden in Betrieb zu nehmen. Laut Quantron stellen diese einen technologischen Übergang sowie eine Validierungsflotte für die kommende Gen2-Plattform dar. Daten zu Energieverbrauch, Verfügbarkeit, Leistung und Kundenfeedback fließen in die weitere Entwicklung ein. Das Unternehmen gibt nicht an, welche Fahrzeugtypen zu diesen 100 Fahrzeugen gehören.

Laut den Partnern hat HyperView bereits eine hohe dreistellige Anzahl an wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen ausgeliefert, hauptsächlich in China. Die ersten Fahrzeuge sind außerdem bereits in Saudi-Arabien im Einsatz. Quantron wiederum gibt an, eine dreistellige Anzahl an emissionsfreien Fahrzeugen und Systemen auf die Straße gebracht zu haben. Kürzlich wurde in Brasilien gemeinsam mit einem lokalen Partner ein Wasserstofffahrzeug ausgeliefert.

Die Fahrzeuge sollen über das Geschäftsmodell Quantron-as-a-Service (QaaS) angeboten werden. Quantron kombiniert das Fahrzeug und die Finanzierung mit Serviceleistungen, Wartung, einer Verfügbarkeitsgarantie sowie digitaler Flottenverwaltung und je nach Markt und Anwendung auch Energielösungen. Das Unternehmen verspricht außerdem, dass die Gesamtbetriebskosten von Anfang an niedriger sein werden als bei einem vergleichbaren Dieselfahrzeug. In der Ankündigung liefert Quantron jedoch keine konkreten Berechnungen oder Bedingungen für dieses TCO-Versprechen.