ProLogium hat mit der Produktion von Solid-State-Batterien begonnen. 381 Wh/kg ist viel, während 0,5 GWh derzeit noch wenig sind.

ProLogium aus Taiwan hat den Beginn der Massenproduktion von vollsolid-state-Batteriezellen in seinem Werk in Taoyuan bekannt gegeben. Das von Mercedes unterstützte Unternehmen spricht von einer großen Pouch-Zelle mit 185,4 Ah Kapazität, einer Energiedichte von 381 Wh/kg sowie einer Ladezeit von 5–80 Prozent in weniger als 10 Minuten.
Auf dem Papier sieht das besser aus als herkömmliche NCM-Zellen und deutlich besser als LFP-Zellen. Allerdings bleibt das Ausmaß der Produktion vorerst bescheiden.
Was ProLogium bereits herstellt
In die Produktion ist die Generation 3.5 Lithium Ceramic Battery in großem Pouch-Format gegangen. Laut Tests des deutschen TÜV erreicht sie eine Energiedichte von 381 Wh/kg sowie 903 Wh/l.
Das sind etwa 30 Prozent mehr als die typischen NMC-Zellen, die heute in Elektrofahrzeugen verwendet werden und in der Regel eine Energiedichte von rund 300 Wh/kg aufweisen. Zum Vergleich liegen LFP-Zellen in der Regel zwischen 150 und 200 Wh/kg. Zuvor hatte Donut Lab eine Energiedichte von 400 Wh/kg versprochen, doch auch dort handelt es sich eher um eine Angabe als um etwas, das tatsächlich aus der Produktion kommt.
ProLogium fügt noch einen weiteren wichtigen Punkt hinzu, nämlich die formale Abgrenzung zwischen echten All-Solid-State-Batterien und Lösungen mit Zusatz von flüssigem Elektrolyt. UL Solutions hat die Zellen des Unternehmens nach der neuen chinesischen Methodik GB/T 43568-2026 getestet, die im Juli eingeführt wurde.
Beim Test wurden die Zellen 6 Stunden lang im Vakuum bei einer konstanten Temperatur von 120 Grad Celsius belassen. Der Masseverlust lag unter 0,05 %, während der Grenzwert bei 0,5 % liegt, um ein Produkt als All-Solid-State-Batterie zu bezeichnen. Das ist konkret – kein Slogan.
Die Gen 3.5-Zelle selbst verwendet einen kompositen festen Elektrolyt sowie einen keramischen Trenner mit eigener Edge-Frame-Konstruktion. Es geht dabei um eine zusätzliche Isolierung an den Rändern der Elektroden, um die Auswirkungen von Korrosion einzuschränken und die Dichtigkeit zu verbessern.
Ladung, Sicherheit und Produktionsumfang
Das Unternehmen erinnert auch an die Parameter der älteren Gen 3-Zelle. Sie soll in 8,5 Minuten von 5 auf 80 Prozent geladen werden. Der Hersteller behauptet außerdem, dass die Zelle auch nach einem Durchschuss bei einer Temperatur von bis zu 170 Grad Celsius sowie bei einer Überladung mit einem Doppelten der Nennspannung nicht in Brand gerät. Imposant. Jetzt warten wir auf ähnlich solide Daten für die Gen 3.5 in der praktischen Anwendung.
Die anfängliche Produktionskapazität des Werks in Taoyuan beträgt 0,5 GWh pro Jahr. Das reicht für etwa 6.000 Antriebsbatterien mit einer Kapazität von 80 kWh aus. Nach den Standards der EV-Branche ist das wenig.
Doch der Plan ist größer. Das Werk auf Taiwan soll die Produktion bis 2030 verdoppeln. Ein zweites Werk entsteht in Dunkerque in Frankreich und soll mit 4 GWh pro Jahr starten, mit einem Zielmaximum von 44 GWh. Der Betrieb ist für das Jahr 2028 geplant, wobei das Wachstum bis 2030 andauern soll.
ProLogium kündigt außerdem die Gen 4-Version mit einem völlig anorganischen System aus superflüssigem Elektrolyt an. Es gibt zwei Versprechen: noch schnellere Ladezeiten und bessere Leistung bei niedrigen Temperaturen. Am interessantesten ist jedoch etwas anderes: Der Übergang von Gen 3,5 auf Gen 4 soll nur den Austausch von 10 Prozent der Ausrüstung in der Produktionslinie erfordern. Wenn sich das bestätigt, könnte die Kosten für den Umstieg auf die neuere Chemie niedriger ausfallen als üblich.
Für Europa ist heute eine Zahl am wichtigsten: 2028. Dann soll in Frankreich die Produktion beginnen – also die erste größere Produktion in der Nähe unseres Marktes. Vertrauen Sie eher auf die 381 Wh/kg oder konzentrieren Sie sich vor allem auf die bescheidenen 0,5 GWh zu Beginn?
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