Prag verlängert Laternenlade-Projekt bis 2028

Prag setzt die Modernisierung seiner Straßenbeleuchtung mit Blick auf die Elektromobilität fort. Ausgewählte Laternen sollen dabei technisch für spätere Ladepunkte vorbereitet werden. Das ursprünglich bis Ende 2026 geplante Projekt läuft nun zwei Jahre länger.
Der Prager Stadtrat hat dafür laut dem Portal Tschechien News drei bestehende Verträge bis zum 31. Dezember 2028 verlängert. Im Zentrum des Projekts steht die Verknüpfung zweier Vorhaben: die Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung und die Erneuerung des Stromnetzes. Wo ohnehin Leitungen erneuert werden, sollen gleich die technischen Voraussetzungen für spätere Ladepunkte mitentstehen. Über gemeinsame Leitungstrassen will die Stadt zusätzliche Eingriffe in Straßen und Gehwege vermeiden.
Ausgewählte Straßenlaternen erhalten dafür eine ausreichend dimensionierte Stromversorgung und werden „EV-ready“ vorbereitet. Die Ladetechnik selbst wird noch nicht installiert, sie kann später je nach Bedarf ergänzt werden. Dahinter steht die längerfristige Ladeinfrastruktur-Strategie der tschechischen Hauptstadt. Prag rechnet in einem mittleren Szenario mit bis zu 180.000 Elektrofahrzeugen im Jahr 2030 und einem Bedarf von rund 4.500 Ladestationen. Allein 2026 sollen rund 150 Straßenlaternen „EV-ready“ gemacht werden, dafür hatte die Stadt im Frühjahr Investitionen von rund 100 Millionen tschechischen Kronen (etwa 4,1 Millionen Euro) angekündigt.
„Wir setzen die Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung und ihre Verknüpfung mit dem Ausbau der Elektromobilität fort“, sagt der für Infrastruktur zuständige stellvertretende Prager Oberbürgermeister Michal Hroza. Mit der Verlängerung könne die Stadt weiterhin ausgewählte Straßenlaternen für die Installation von Ladestationen vorbereiten.
Ursprünglich sollte das Projekt Ende 2026 abgeschlossen sein. Die ersten gemeinsam umgesetzten Vorhaben nahmen laut Stadt jedoch mehr Zeit in Anspruch als geplant, auch die vorgesehenen Mittel wurden bislang nicht vollständig ausgeschöpft.
Die verlängerten Vereinbarungen bestehen zwischen Prag, dem Stromnetzbetreiber PREdistribuce und dem kommunalen Unternehmen Technologie hlavního města Prahy (THMP). Sie regeln die koordinierte Modernisierung der Beleuchtung, gemeinsame Ausschreibungen und die Umsetzung der Arbeiten. Prag bleibt damit bei seinem Ansatz, den späteren Aufbau von Ladepunkten an ohnehin anstehende Infrastrukturarbeiten zu koppeln. Zusätzliche Kosten und Tiefbauarbeiten sollen so vermieden werden.