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Sonstiges

Porsche hat Kathoden aus dem Recycling eigener Batterien hergestellt. Derzeit laufen Tests, die Produktion beginnt 2028.

Porsche hat Kathoden aus dem Recycling eigener Batterien hergestellt. Derzeit laufen Tests, die Produktion beginnt 2028.

Porsche hat bekannt gegeben, dass es erstmals Zellen hergestellt hat, deren Kathodenaktivmaterial zu 100 Prozent aus Rohstoffen stammt, die aus eigenen Hochvoltbatterien wiederverwertet wurden. Das mit dem deutschen Startup Cylib entwickelte Projekt ist nun in die dritte Phase eingetreten, und die neuen Zellen werden jetzt in Testfahrzeuge eingebaut.

Für den Fahrer eines Elektrofahrzeugs ist das noch keine „Batterie aus dem Showroom“. Aber endlich haben wir mehr als nur einen Slайд über eine Kreislaufwirtschaft.

Drei Projektphasen – und jetzt der erste echte Test

Porsche zeigte bereits im letzten Jahr in diese Richtung, als es ein Pilotprojekt mit dem Unternehmen Cylib aus Aachen startete. In dieses Startup hat der Hersteller im Jahr 2024 investiert.

Das Projekt ist in drei Phasen unterteilt. Zunächst wurden die gebrauchten oder ausgemusterten Hochspannungsbatterien aus Porsche-Entwicklungsfahrzeugen mechanisch zerkleinert, um eine sogenannte Black Mass zu erzeugen – also eine Mischung, die unter anderem Nickel, Kobalt, Mangan und Lithium enthält. Anschließend wurde die Black Mass gereinigt und in Rohstoffe aufgeteilt, die für die Herstellung neuer Antriebsbatterien benötigt werden.

Nun hat die dritte Phase begonnen. Porsche zusammen mit Partnern, darunter Cylib, hat Batterien hergestellt, bei denen das aktive Kathodenmaterial zu 100 Prozent aus wiedergewonnenem Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan stammt, das aus den Batterien der eigenen Fahrzeuge gewonnen wurde. Diese Batterien sollen in Porsche-Testfahrzeugen getestet werden.

Der Hersteller behauptet, dass erste Tests bereits die technische Brauchbarkeit dieses Ansatzes gezeigt haben. Weitere Ergebnisse sollen noch im Jahr 2026 vorliegen. Wenn alles gut geht, soll der Pilotversuch die Grundlage dafür bilden, recycelte Materialien in Serienzellen einzusetzen.

Joachim Scharnagl von Porsches Einkaufsleitung bezeichnete dies als „wichtigen technologischen Meilenstein“ und spricht von Rohstoffunabhängigkeit sowie einer besseren Ressourceneffizienz. Zwar handelt es sich an diesem Punkt noch um einen Versuch und nicht um einen serienmäßigen Taycan mit „eigener“ Kobaltquelle, doch das Argument ist berechtigt.

Deutschland recycelt bereits diese Batterien, und die Rohstoffe sollen ab 2028 wieder verfügbar sein

Cylib gibt an, den Kreislauf von verbrauchten Batterien bis zu wiedergewonnenen Rohstoffen zu schließen. Die Mitbegründerin und Co-CEO des Unternehmens, Dr. Lilian Schwich, erklärte, dass das Projekt mit Porsche die praktische Umsetzbarkeit des Prozesses zeigt und die Möglichkeit bietet, dass Materialien aus Batterien nach ihrer ersten Nutzung in leistungsstarke neue Porsche-Akkus zurückfließen.

Hier wird es interessanter. Erste Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt werden bereits in den regulären Batterieverwertungsprozess in den Porsche-Zentren in Deutschland integriert. Ab Mai 2026 werden dort Akkus mithilfe eines innovativen Wasserverarbeitungsverfahrens behandelt. Die von Cylib gewonnenen Rohstoffe werden auf einem Materialkonto erfasst und ab 2028 für Porsche sowie ausgewählte Partner zur Herstellung von Zellen bereitgestellt.

Das ist der konkrete Aspekt, der in Recyclingmitteilungen oft fehlt. Das Datum, ab dem das Material in die Produktion einfließt, macht einen Unterschied.

Der zweite Aspekt ist breiter gefasst und weniger auf Marketing ausgerichtet. Europa ist weiterhin stark von Lieferketten außerhalb des Kontinents abhängig, insbesondere von China, was Lithium, Nickel, Kobalt und deren Verarbeitung betrifft. Der Recycling kann nicht alles lösen, aber er kann einen Teil der bereits in Europa vorhandenen Rohstoffe zurückgewinnen und gebrauchte Batterien als lokale Materialquelle nutzen.

Dazu kommen noch die Vorschriften. Der Critical Raw Materials Act sowie die EU-Batterieverordnung fordern ein höheres Recyclingniveau sowie Mindestanteile an wiederverwerteten Rohstoffen. Porsche mit Cylib versucht einfach, etwas zu liefern, das ohnehin bald nicht mehr nur eine „nice to have“-Option sein wird.

Das Interessanteste an dieser Meldung ist nicht das Versprechen von 100 Prozent, sondern das Jahr 2028. Wenn die dann wiedergewonnenen Materialien tatsächlich in Serienzellen verwendet werden, können wir von mehr als nur einem Pilotprojekt sprechen. Welche Meinung haben Sie – werden Premium-Marken wie Porsche den Recyclingprozess schneller in die Serienproduktion bringen als Massenmarken?

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