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Politik

Porsche und Xpeng bilden neuen CO2-Pool

Porsche und Xpeng bilden neuen CO2-Pool

Um die Flottenziele der EU erfüllen zu können, gehen Porsche und sein Mutterkonzern VW beim Thema CO2-Emissionen nun getrennte Wege: Porsche verlässt den CO2-Pool des VW-Konzerns - und startet stattdessen einen neuen offenen CO2-Pool zusammen mit dem chinesischen E-Auto-Hersteller Xpeng.

Wie schon mehrfach berichtet, können sich Autohersteller auf EU-Ebene zu sogenannten CO2-Pools zusammenschließen, um die eigentlich getrennten Flotten der Hersteller virtuell zu einer großen Flotte zusammengefasst werden – für die EU-Regulatorik und um Strafzahlungen für zu hohe CO2-Emissionen vermeiden. So können die CO2-Einsparungen von Herstellern mit hohem E-Auto-Anteil mit den Flotten von Herstellern verrechnet werden, die die CO2-Ziele noch nicht aus eigener Kraft erreichen.

Und genau bei diesem CO2-Pooling kommt es nun zu einem bemerkenswerten Vorgang: Porsche verlässt zunächst für 2026 und 2027 den geschlossenen CO2-Pool des VW-Konzerns, in dem bislang die Marken Audi, Bentley, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda gebündelt waren. Dafür gründet Porsche einen neuen offenen CO2-Pool mit dem chinesischen E-Auto-Hersteller Xpeng, für den sich laut EU-Dokumenten noch bis zum 5. September weitere Hersteller bewerben können. Aufgefallen ist das zuerst dem Automobilanalysten Matthias Schmidt, mittlerweile berichtet darüber auch das „Handelsblatt“.

Mit diesem Schritt wird die CO2-Bilanz des VW-Konzerns bei den Flottenzielen entlastet: Anstatt der maßgeblichen 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer (g/km) lag der Konzern vergangenes Jahr nach eigenen Angaben im Schnitt bei 100 g/km, so das „Handelsblatt“. Laut früheren Analysen hätte der VW-Konzern deshalb bis zu 2,2 Milliarden Euro an Strafe zahlen müssen, hätte die EU die CO2-Flottenziele nicht auf den letzten Drücker „flexibilisiert“. Heißt nun aber zugleich: Der VW-Konzern muss in 2026 und 2027 deutlich unterhalb der Zielmarke landen, um das Defizit aus 2025 auszugleichen und die Strafzahlungen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls zu verhindern.

Doch gerade mit der stärkeren Ausrichtung von Porsche auf Verbrenner und Plug-in-Hybride gegenüber früherer Strategiepläne, die noch einen schnellen Schwenk auf E-Autos als Ziel hatten, hätte der VW-Konzern wohl schwere Nöte bei den CO2-Zielen gehabt. Denn zwar war von Porsche vergangenes Jahr jedes dritte in Europa ausgelieferte Auto vollelektrisch. Doch im Umkehrschluss waren eben auch zwei Drittel Verbrenner oder Hybride. Heißt in Stückzahlen: Porsche muss in der EU die meist recht hohen CO2-Emissionen von rund 60.000 Neuwagen mit Verbrennungsmotor ausgleichen.

Daher nun die Allianz mit Xpeng und damit einem befreundeten Unternehmen aus dem VW-Dunstkreis: Die Wolfsburger halten 5 Prozent der Anteile am chinesischen Unternehmen und entwickeln zusammen mit ihm E-Autos für den chinesischen Markt. Umgekehrt wird Xpeng in Europa immer relevanter, hat auf dem Kontinent mit dem elektrischen SUV-Coupé L03 gerade erst sein erstes Volumenmodell mit Startpreis 35.600 Euro lanciert und dürfte laut Analyst Matthias Schmidt dieses Jahr in Europa auf rund 50.000 Auslieferungen kommen. Und zwar wohlgemerkt nur E-Autos. Das ist ein Volumen, mit dem der CO2-Ausstoß der Porsche-Verbrenner und -Hybride gut ausgeglichen werden könnte. Und genau das macht diesen neuen CO2-Pool für Porsche und den VW-Konzern so attraktiv.

Eine umfangreiche Erläuterung zu dem Warum gibt es zwar weder aus Zuffenhausen noch aus Wolfsburg. Aber Porsche hat das CO2-Pooling mit Xpeng zumindest schon gegenüber dem „Handelsblatt“ bestätigt: Dies schaffe „Flexibilität in der Transformation zur Elektromobilität“, ändere an Porsches langfristiger Strategie aber nichts. „Wir investieren weiterhin in die Transformation unseres Unternehmens, die Elektrifizierung unserer Fahrzeuge und innovative Technologien, um unsere Emissionen aus eigener Kraft nachhaltig zu reduzieren“, so ein Unternehmenssprecher.