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Technologie

Porsche stellt kathodische Aktivmaterialien aus recycelten Rohstoffen her.

Porsche stellt kathodische Aktivmaterialien aus recycelten Rohstoffen her.

Zum ersten Mal ist es Porsche gelungen, Batteriezellen herzustellen, deren Kathodenaktivstoffe zu 100 Prozent aus recycelten Rohstoffen wie Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan bestehen, die aus eigenen Hochvoltbatterien stammen. Auch das Batterierückgewinnungs-Start-up Cylib war an dem Projekt beteiligt.

Bild: Cylib/Jann Höfer

Wie bereits berichtet, kündigte Porsche im letzten Jahr an, daran zu arbeiten, Rohstoffe aus Hochvoltbatterien zurückzugewinnen und einen möglichst geschlossenen Materialkreislauf zu schaffen. Damals startete der Sportwagenhersteller ein Pilotprojekt mit dem in Aachen ansässigen Start-up Cylib, in das Porsche im Jahr 2024 investierte.

Das Pilotprojekt mit Cylib war in drei Phasen unterteilt. In der ersten Phase wurden ausgemusterte Hochvoltbatterien von Entwicklungsfahrzeugen von Porsche mechanisch zerkleinert und zu einer schwarzen Masse verarbeitet, die wichtige Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Mangan und Lithium enthält. In der zweiten Phase wurde diese schwarze Masse weiter verfeinert und in die für die Herstellung neuer Batteriezellen für Antriebsbatterien benötigten Rohstoffe aufgeteilt. In der dritten Phase sollten Batteriezellen mit einem definierten Anteil an recycelten Materialien hergestellt und ihr potenzieller Einsatz in Porsche-Fahrzeugen getestet werden.

Porsche testet Batteriezellen in Testfahrzeugen

Das Projekt hat nun die dritte Phase erreicht: Zum ersten Mal ist es Porsche gemeinsam mit Partnern wie Cylib gelungen, Batteriezellen herzustellen, deren Kathodenaktivstoffe zu 100 Prozent aus recycelten Rohstoffen – Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan – stammen, die aus den Hochvoltbatterien eigener Fahrzeuge gewonnen wurden. Diese neuartigen Batteriezellen sollen nun in Testfahrzeugen von Porsche getestet werden.

Laut Porsche haben bereits erste Tests die technische Eignung dieses Ansatzes gezeigt. Weitere Ergebnisse sind für später in diesem Jahr erwartet. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen die Grundlage für den möglichen Einsatz recycelter Batteriematerialien in Serienbatteriezellen bilden.

Bild 2: Infografik zum Recycling von Batteriematerialien durch Porsche und Cylib

„Mit Batteriezellen, die vollständig aus recycelten Rohstoffen wie Lithium und Kobalt hergestellt werden, haben wir einen wichtigen technologischen Meilenstein erreicht. Diese Innovation ist ein entscheidender Schritt zur Förderung sowohl der Prinzipien einer Kreiswirtschaft als auch der Resilienz bei den Rohstoffen – stets mit dem Ziel, Fortschritt, Qualität und Ressourceneffizienz zu optimieren“, sagte Joachim Scharnagl, Mitglied des Vorstands für Einkauf bei Porsche.

Die Schleife im Batterierecycling schließen

„Cylib schließt den Kreislauf der Akkumulatorenrecycling, von ausgedienten Akkus bis hin zu wiedergewonnenen Rohstoffen“, fügte Dr. Lilian Schwich, Co-CEO und Mitbegründerin von Cylib, hinzu. „Das Pilotprojekt mit Porsche zeigt, dass unser Ansatz in der Praxis umsetzbar ist: Wertvolle Rohstoffe aus Porsche-Akkus am Ende ihrer ersten Lebensdauer können potenziell in neue Hochleistungsakkus für Porsche-Fahrzeuge fließen.“

Die ersten Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt werden bereits in den regulären Prozess zur Entsorgung von Batterien in den Porsche-Zentren in Deutschland integriert. Seit Mai 2026 werden die Batterien mithilfe eines innovativen, wasserbasierten Verfahrens recycelt. Die gewonnenen Rohstoffe für Batterien werden von Cylib in einem Materialverzeichnis verwaltet und ab 2028 für Porsche sowie ausgewählte Partnerunternehmen zur Herstellung von Batteriezellen zur Verfügung stehen. Dadurch soll die Abhängigkeit von globalen Rohstoffquellen verringert werden. In Zukunft könnte dieses Verfahren es ermöglichen, recycelte Batterierohstoffe in Hochvoltbatterien für die regulären Porsche-Elektrofahrzeuge in Europa einzusetzen.

Verringerung der Abhängigkeit von China

Die Kreislaufwirtschaft für Batterien gewinnt an Bedeutung – und das nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit. Europa ist stark von Nicht-Europäischen Lieferketten, insbesondere China, abhängig, was wichtige Batterierohstoffe wie Lithium, Nickel und Kobalt sowie deren Verarbeitung betrifft. Das Recycling kann diesen Abhängigkeitsgrad verringern, indem bereits in Europa verfügbare Batterierohstoffe zur Zellherstellung wiedergewonnen und erneut genutzt werden. Dadurch erhalten Batterien am Ende ihrer Lebensdauer die Funktion einer inländischen Rohstoffquelle. Gleichzeitig legen das Gesetz über kritische Rohstoffe sowie die EU-Batterieverordnung höhere Recyclinganforderungen und Mindestquoten für den Einsatz wiedergewonnener Rohstoffe fest. Für eine wettbewerbsfähige europäische Batterieindustrie geht es beim Recycling daher um Ressourceneffizienz sowie die Sicherstellung der Rohstoffversorgung. Porsche begegnet diesen Herausforderungen mittels seines r

E-Cycling-Projekt mit Cylib.

PorschebatteryEVelectric vehicle

Quelle: electrive