Für weniger als 8.600 € bietet BYD das günstigste Elektroauto mit ultraschneller Ladefunktion auf dem Markt an.

21/10/2026 14:00
Aufgeführt am
21/10/2026 14:00
Für weniger als 8.600 Euro kann man in China bereits die zweite Generation des BYD Seagull kaufen – das kleine Elektroauto, das in Europa als BYD Dolphin Surf und auf anderen Märkten als Dolphin Mini oder Atto 1 verkauft wird. Aufgrund der vielen Änderungen durch die Entwickler in Shenzhen – größere Abmessungen, mehr Sitzplätze, eine neue Batterie sowie ultraschnelles Laden – handelt es sich um ein völlig neues Modell.
Der Nachfolger kommt genau zur rechten Zeit. Von Januar bis September 2026 wurden weltweit 266.000 Einheiten des Seagull verkauft, was 33 Prozent weniger ist als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In China war der Rückgang noch größer: Die Verkäufe sanken um 66 Prozent auf 83.600 Fahrzeuge. BYD hofft, dass diese neue Generation ihm den verlorenen Platz unter den Elektrofahrzeugen zurückbringt.
Größer außen und innen

Die auffälligste Neuerung des neuen Seagull ist sein Innenraum: Er misst 4.205 Millimeter in der Länge, 1.810 Millimeter in der Breite und 1.570 Millimeter in der Höhe, wobei die Bodenfreiheit 2.650 Millimeter beträgt. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist er 425 Millimeter länger und weist eine größere Radstand von 150 Millimetern auf, was ihn dem BYD Dolphin näherbringt.
Dieser Wachstumsschritt zeigt sich auch im Innenraum, der von vier auf fünf Sitzplätze erweitert wurde. Zudem verfügt das Fahrzeug über einen vorderen Kofferraum mit 94 Litern Fassungsvermögen, wobei der hintere Ladebereich auf bis zu 1.380 Liter erweitert werden kann. BYD hat es geschafft, dass sein kleines Stadtauto bei längeren Fahrten vielseitiger einsetzbar wird.
Zweite Generation der Blade-Batterie und Schnellladen

Was die Technik angeht, bietet der Seagull zwei elektrische Varianten mit 116 beziehungsweise 129 PS, wobei beide eine Drehmomentleistung von 130 Nm aufweisen. Die Energie stammt von der zweiten Generation der Blade Battery mit einer Kapazität von jeweils 30,1 oder 39,2 kWh.
Die homologierten Reichweiten nach dem chinesischen CLTC-Cycle betragen 320 beziehungsweise 420 Kilometer, was im europäischen WLTP-Cycle etwa 259 beziehungsweise 340 Kilometer entspricht. Der angegebene Verbrauch liegt bei 9,0 kWh pro 100 Kilometern. Das Chassis verfügt über eine unabhängige Mehrarm-Aufhängung an der Hinterachse und hat einen Wendekreis von 4,95 Metern – ein guter Wert für den Stadtverkehr.
Die große Neuheit sind die drei höheren Versionen, die eine große Batterie sowie einen BYD-Flash-Lader besitzen. Laut dem Hersteller ermöglicht dies es, den Akkustand von 10 % auf 70 % in 5 Minuten zu erhöhen und bereits nach nur 9 Minuten 97 % zu erreichen. Das sind sehr ehrgeizige Werte für eine so kleine Batterie – allerdings ist noch unklar, welche tatsächliche Leistung benötigt wird und in welchen Ladegeräten dies möglich ist.
Fünf Versionen und günstiger als zuvor

Die Preisliste beginnt unterhalb des Modells, das ersetzt wird. Hier sind die offiziellen Preise in China:
Vitality: 8.567 Euro (65.900 Yuan)
Freedom: 9.477 Euro (72.900 Yuan)
Ease: 9.867 Euro (75.900 Yuan)
Flight: 10.777 Euro (82.900 Yuan)
Smart: 12.987 Euro (99.900 Yuan)
Die Einstiegsversion des vorherigen Seagull kostete 9.087 Euro, sodass der Einstiegsrabatt bei etwa 520 Euro liegt. Zudem wurde die Ausstattung verbessert: Je nach Version verfügt das Fahrzeug über einen 15,6-Zoll-Bildschirm, vordere Sitzplätze mit Heizung und Belüftung, Massagefunktion für den Fahrer sowie einen 50-Watt-kompatiblen kabellosen Ladegerät.
Der Konkurrent, der ihm den Platz weggenommen hat
Einer der Hauptgründe für den Rückgang des Seagull ist der Geely E2, in China als Xingyuan bekannt. Dieses kleine Hatchback ist mittlerweile das meistverkaufte Auto des Landes – zwischen Januar und September wurden 310.000 Exemplare abgesetzt, mehr als beim Tesla Model Y mit 277.000 Einheiten. Mit mehr Platz, niedrigerem Preis, Lidar-Technologie sowie schnellem Laden bietet BYD überzeugende Argumente. Es bleibt abzuwarten, ob diese ausreichen, um die chinesischen Käufer im derzeit am stärksten umkämpften Segment zurückzugewinnen.