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Sonstiges

Polestars US-Abschied wird zum Rosenkrieg

Polestars US-Abschied wird zum Rosenkrieg

Polestars Abschied vom US-Neuwagengeschäft bekommt Rosenkrieg-Potenzial: Ein Händler aus New Jersey verklagt den Hersteller und behauptet, die Connected Vehicle Rule, wegen der sich Polestar aus den USA zurückzieht, sei nur ein willkommener Vorwand.

Prestige Imports zieht gegen Polestar vor Gericht. Wie die Portale Automotive News und Inside EVs berichten, wirft der Händler dem chinesischen Hersteller einen Verstoß gegen den Franchise Practices Act von New Jersey vor. Polestar habe weder die vorgeschriebene Kündigungsfrist von 60 Tagen eingehalten, noch einen ausreichenden Grund für das Ende der Geschäftsbeziehung geliefert. Ab Modelljahr 2027 darf Polestar wegen der Connected Vehicle Rule keine neuen Fahrzeuge mehr in den USA anbieten. Ältere Modelljahre können allerdings weiterhin verkauft werden.

Genau diese Begründung zweifelt Prestige Imports nun an. Der Händler behauptet, Polestar habe den US-Rückzug schon seit zwei Jahren geplant und die Entscheidung des Handelsministeriums letztlich als willkommenen Ausweg genutzt. Als Indiz dient ausgerechnet die Konzernschwester Volvo. Auch sie steht unter dem Einfluss von Geely, erhielt aber eine Ausnahmegenehmigung. Laut US-Senator Bernie Moreno erfülle Volvo dafür eine umfangreiche Liste an Auflagen, während Polestar diesen Weg nicht gegangen sei. Schwedens Außenhandelsminister Benjamin Dousa erklärte ebenfalls, seine Regierung habe Volvo bei dem Verfahren unterstützt. Polestar habe entsprechende Hilfe wohl nicht angefragt.

Ob dahinter tatsächlich ein lange geplanter Abschied steckt, muss nun ein Gericht klären. Einen wirtschaftlichen Grund gäbe es theoretisch schon: Moreno behauptet, Polestar habe in den USA bis zu 35.000 Dollar je verkauftem Auto Verlust gemacht. Bisher konnte diese Zahl nicht bestätigt werden. Sicher ist dagegen, dass der Hersteller seinen Schwerpunkt längst anderswo setzt. Rund 80 Prozent seiner Verkäufe entfallen nämlich auf Europa. Vielleicht war die Connected Vehicle Rule also nicht der alleinige Trennungsgrund als vielmehr der passende Moment für das endgültige „Es liegt nicht an dir, sondern an mir“.