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Fahrzeuge

Polestar beendet Produktion des Polestar 2 in China

Polestar beendet Produktion des Polestar 2 in China

Nach gut sechs Jahren endet die Produktion des Polestar 2 in China. Mehr als 200.000 Exemplare des elektrischen Fastbacks wurden gebaut. Ein komplett neuer Nachfolger soll Anfang 2027 starten. Für Polestar fällt der Modellwechsel in eine ohnehin anspruchsvolle Übergangsphase.

Der Polestar 2 war das erste vollelektrische Serienmodell der Marke.

Bild: Polestar

Die letzten Exemplare des Polestar 2 sollen bereits im chinesischen Luqiao vom Band gelaufen sein. Das Unternehmen selbst hat das Produktionsende bislang nicht separat angekündigt, verweist in mehreren europäischen Märkten aber bereits auf verfügbare Lagerfahrzeuge statt auf frei konfigurierbare Neubestellungen.

Seit März 2020 wurde der Polestar 2 in Luqiao gefertigt. Insgesamt entstanden dort laut Medienberichten etwas mehr als 200.000 Fahrzeuge. Polestar selbst hatte zuletzt von mehr als 190.000 verkauften Exemplaren gesprochen.

Besonders wichtig war das Modell für Norwegen. Dort wurden mehr als 16.000 Polestar 2 verkauft. Polestar Norge bezeichnete den Zweier zuletzt als entscheidend für den starken Marktstart der Marke. Denn die Wurzeln des Polestar 2 reichen noch in die Volvo-Zeit zurück. 2016 zeigte Volvo die beiden Studien 40.1 und 40.2. Während sich aus dem 40.1 später der XC40 entwickelte, wurde aus dem 40.2 schließlich der Polestar 2.

Die größte technische Überarbeitung erhielt das Modell 2024. Damals wechselte Polestar bei wichtigen Varianten unter anderem von Front- auf Hinterradantrieb und überarbeitete den Antriebsstrang umfassend.

Vom Volvo-Konzept zum Polestar-Erfolgsmodell

Ein komplett neuer Nachfolger soll Anfang 2027 folgen. Polestar hatte bereits angekündigt, die nächste Generation nicht als bloße Modellpflege, sondern als grundsätzlich neues Fahrzeug zu entwickeln. Der norwegische Fernsehsender TV 2 Broom spricht von einem neuen Crossover. Offiziell bestätigt hat Polestar bislang jedoch weder Karosserieform noch Plattform oder Produktionsstandort. In Märkten wie Norwegen und Schweden werden keine neuen Konfigurationen mehr angenommen, Käufer werden auf Lagerfahrzeuge verwiesen. Damit läuft eines der wichtigsten Modelle der jungen Marke aus, bevor sein Nachfolger verfügbar ist.

Der Modellwechsel fällt zudem in eine Phase in der Polestar seine Modellpalette und regionale Ausrichtung neu sortiert. Im ersten Halbjahr 2026stieg der weltweite Absatz mit 30.423 Fahrzeugen nur leicht um 0,4 Prozent, während der Umsatz um rund vier Prozent auf 1,36 Milliarden US-Dollar sank. Gleichzeitig verringerte Polestar seinen operativen Verlust deutlich.

Für das Gesamtjahr senkte das Unternehmen seine Wachstumsprognose von einem niedrigen zweistelligen auf einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Als Gründe nannte Polestar unter anderem den auslaufenden Lebenszyklus des Polestar 2 und die Veränderungen im US-Geschäft.

Dort darf Polestar ab dem Modelljahr 2027 wegen derConnected Vehicle Rule keine neuen Fahrzeuge mehr verkaufen. Rund 80 Prozent der Verkäufe entfallen inzwischen auf Europa, das für die nächste Modellgeneration damit noch wichtiger wird. Trotz der Belastungen hatte Polestar 2026 zunächst stark begonnen: Mit13.126 verkauften Fahrzeugen erzielte die Marke im ersten Quartal ihr bislang bestes Q1. Im weiteren Jahresverlauf zeigte sich jedoch, dass der Modellwechsel beim Polestar 2 und die Restrukturierung in den USA das Wachstum bremsen.

Für Polestar ist das Produktionsende deshalb mehr als ein normaler Modellwechsel. Der Polestar 2 war das Fundament der Marke und über Jahre ihr wichtigstes Volumenmodell. Der Nachfolger muss nun nicht nur technisch überzeugen, sondern zugleich eine Lücke schließen, während Polestar sein Portfolio verbreitert und seinen Schwerpunkt stärker auf Europa verlagert.